Seltsame Dinge

…entdecke ich manchmal am Strand!

Was auch immer das war habe ich schon wieder vergessen ;-)

Was auch immer das war habe ich schon wieder vergessen ;-)

Und damit man mir nicht unterstellen kann, ich fabuliere, habe ich diesen Flamingo (ja, genau, bin fast von der Straße abgekommen!) sofort fotografiert:

Flamingo auf Paros

Flamingo auf Paros

und noch eins, sicherheitshalber, mit ein Bisschen Paros im Hintergrund:

Nachdem man mir dann auf Facebook versichert hat, dass ich NICHT verrückt bin – na ja jedenfalls nicht so, dass ich schon Flamingos sehe, wo keine sind! – habe ich dann diesen Link  zu lesen bekommen, die Erklärung für seine Anwesenheit…


Bitte was?!

Vorige Tage hat mir jemand gesagt, dass ich statt “häh” oder “wie” oder was es da sonst noch so gibt immer “bitte was” sage – und zwar “oft”. Mir dämmert jetzt auch langsam, warum ich das tue, denn wahrscheinlich klingt es selten dämlich, gefühlte 100.000 Mal pro Tag “häh” zu sagen, da mein Gedächtnis im Moment besorgniserregend zu wünschen übrig lässt. Ich hoffe nicht, dass es bereits erste Alterserscheinungen sind, sondern einfach nur am Vielbeschäftigtsein liegt.

Vor ein paar Tagen fahren wir morgens los, um Lydia zur Schule zu bringen, und normalerweise nehme ich die Hunde mit, damit wir danach am Strand spazieren gehen können. Dieses Mal fällt mir auf halbem Wege auf, dass irgendwas fehlt. Ich sage zu Lydia, sag mal, haben wir nicht irgendwas vergessen? Worauf sie sich totlacht und meint, besser, als wenn ich SIE vergessen hätte. Ja, das wäre WIRKLICH peinlich, wenn auch wahrscheinlich in ihrem Sinne gewesen!

Den nächsten Tag geht mein Freund mit den Hunden spazieren und als er wiederkommt, begegne ich Laila, als ich gerade aus dem Waschkeller komme. Oh Schreck, denke ich, ist mir die Laila entlaufen, habe ich sie vergessen, wo war sie, bei mir? Dann kommt Chris um die Ecke und mir dämmert, ach ja, sie war mit ihm spazieren. Kurz darauf verliere ich Lydia auf dem Weg zur Wohnung zurück, vom Waschkeller wohlgemerkt. Im Wohnzimmer angekommen frage ich “wo ist Lydia?”. Mein Freund mutmaßt, ich hätte sie vielleicht aus Versehen im Waschkeller eingesperrt, aber ich darf aufatmen: Lydia hatte sich im Garten versteckt ;-).

Gestern gehe ich zum Gemüseladen und in dem Moment, wo ich reingehe, entfallen mir die 2 Sachen, die ich nicht aufgeschrieben habe, weil, sind ja nur 2 Sachen, nicht. Der Händler schaut mich fragend an, ich schaue ihn fragend an. Ich sage, ich habe vergessen, was ich wollte. Aber zum Glück ist es mir ganz schnell wieder eingefallen. Süßkartoffeln und Koriander. Beides hatten sie nicht.

Aber ganz große Sorgen machte ich mir dann gestern, als ich in der Arztpraxis im Wartezimmer saß. Es kam ein Mann herein, der mich ganz freundlich grüßte und mir sehr bekannt vorkam, und ich dachte, Scheiße, wer ist das denn nun schon wieder? Es ratterte wahrscheinlich hörbar in meinem Kopf. Noch besorgter wurde ich, als er mich freundlich fragte, wie es mir ginge, sich dann auf die Waage stellte und mir mitteilte, er sei von 81 auf 77 kg runter gegangen – da dachte ich mir, verdammt, den MUSS ich doch kennen, wenn er  schon sein Gewicht mit mir teilt! Zum Glück sagte er kurz darauf etwas, woraus ich schließen konnte, und mich erinnern, wer er war – in der Tat hatte ich schon mit ihm zu tun gehabt, aber schon Jahre nicht mehr gesehen. Wie ist das überhaupt möglich auf so einer kleinen Insel?!

Dass ich irgend jemanden anrufe und sobald es klingelt vergesse, wen ich grad anrufe und warum, geschieht mir schon länger. Oder ich Auto fahre und mich plötzlich frage, warum Lydia nicht dabei ist und denke, ich habe sie irgendwo vergessen (was noch nicht passiert ist). Oder ich plötzlich nicht mehr weiß, wo ich eigentlich hin fahre. Aber ernsthaft Sorgen habe ich mir bis dato nicht gemacht. Sollte ich das vielleicht?

Die Katzenübergabe

oder „die besten Geschichten schreibt doch das Leben“ – da nicht mehr so viele Verrückte durch meine Rezeption wandern, muss ich jetzt nachmittags auf die Suche nach ihnen gehen, sonst steht ja demnächst nichts mehr in meinem Blog.

Neulich abends bekam ich ein Katzenbaby aufgedrückt, das ich, wie ich nach der ersten Schrecksekunde erfuhr, nur einer Amerikanerin auf der anderen Seite der Insel übergeben müsse. Also keine weiteren Verpflichtungen, ich durfte erleichtert aufatmen.

Da ich aber den nächsten Tag mit einer üblen Magen-Darm-Geschichte im Bett lag – ihr erinnert euch, als mein Kollege den Chef beklaute -, musste ich leider den ersten Übergabetermin platzen lassen. Alle weiteren Versuche, einen Termin zu vereinbaren, scheiterten vorerst an der Tatsache, dass ich wohl zur seltenen Spezies der Menschen gehöre, die vormittags arbeiten und diese Dame noch seltener mit Menschen dieser Gattung zu tun hat, so dass sie einfach nicht in der Lage war zu verstehen, trotz zahlreicher erläuternder SMS, dass ich vormittags keine Zeit habe. Also ließ ich es erst einfach mal ruhen – das Katzenbaby war ja bei Lydia in guten Händen – und startete Montag einen neuen Versuch. Und siehe da, die Dame hatte am Dienstag sogar nachmittags Zeit! Aber wenn ich dachte, das war die schwierigste Hürde, dann hatte ich mich getäuscht.

Wir machten uns also zur verabredeten Zeit auf den Weg und ich sollte sie anrufen, sobald ich eine gewisse Tankstelle erreicht hatte. Aus dem Süden kommend tat ich dies also, vorausdenkend, bereits vor Erreichen der Tankstelle. Sie dirigierte mich also „nach der Tankstelle auf der rechten Seite“ hier hin und dort hin.

Ich: „du meinst, die Tankstelle XY? Ich komme von Süden, also ist sie für mich auf der linken Seite“
Sie: „nein, wenn du von oben den Berg runter fährst ist die Tankstelle rechts“
Ich: „ICH KOMME ABER VON SÜDEN, bin bereits durch die Ortschaft durch, und der Berg geht für mich NACH OBEN“
Sie: „dann bist du aber schon zu weit gefahren, die Tankstelle ist rechts“
Ich: „ICH WEISS WO DIE TANKSTELLE IST“ (verdammt noch mal!!!), „ ICH KOMME AUS DEM SÜDEN“ (Drios, Aliki, verstehst?) !!!!!

Nun gut, mittlerweile hatte ich natürlich schon längst die Tankstelle erreicht. Also wieder zurück, denn aus meiner Richtung gesehen musste ich davor abbiegen. Schnell spulte sie die weitere Beschreibung ab, Kirche nach 500 Metern, dann links–rechts und das dritte Haus links, sehr großes Haus. Sie würde nach draußen kommen und uns winken. Nicht so schwer eigentlich. Dachte ich.

Da ich allgemein sowohl ortskundig bin als auch sonst keine Orientierungsstörungen habe, habe ich den Weg rasch gefunden, nur welches genau das 3. Haus war, war mir nicht wirklich klar (gehörte das halb verfallen Bauernhaus dazu, oder wurde das nicht mitgezählt?), denn es kam auch niemand raus, um uns abzufangen… trotz mehrmaligen Hupens und obwohl wir etwa 4x am vermeintlichen Haus vorbei fuhren. Die gute Dame ging auch nicht ans Telefon, so dass ich irgendwann völlig entnervt zur Tankstelle zurückfuhr und tankte, in der Hoffnung, ich könne dort fragen; ganz sicher würden die wissen, wo hier eine (verrückte, da stand meine Meinung schon fest) Amerikanerin hauste.

Dem Grinsen des Tankwarts nach zu urteilen wusste er auch viel mehr, als ich jemals erfahren möchte. Er erklärte uns auch das genaue Haus und zwar war es das, wo wir schon 20min lang dran vorbei gefahren waren. In dem Moment rief sie auch endlich an – sie hätte die Katzen gefüttert und uns nicht gehört. Seltsam, dabei sollten wir doch 2 Minuten nach dem Telefonat aufschlagen und von ihr empfangen werden. Wie kann da jemand plötzlich 20min lang Katzen füttern und uns vergessen? Ich war mittlerweile schwer genervt angesichts des Dauerfiepens der kleinen Katze, die ganz offensichtlich äußerst ungern Auto fuhr. Lydia gab ja auch noch dauernd ihren Senf dazu (und ihrer Meinung über die „blöde Kuh“ lautstark Stimme).

Bei der Ankunft also musste ich mir ganz schwer Mühe geben, nicht ärgerlich zu erscheinen, denn immerhin nahm sie ja eine Katze auf, die wahrscheinlich sonst an mir hängen geblieben wäre. Also Klappe halten, höflich sein und durch. Da ich danach noch eine Verabredung in der Ortschaft hatte, zu der ich bereits mindestens 20min zu spät kommen würde, wollte ich es auch noch schnell hinter mich bringen.

Hier ein kurzer Ausschnitt unseres Dialogs nach Ankunft:

Sie: „schön, ich freue mich, das wäre jetzt also Katze Nummer 22“ (das war nicht ironisch gemeint)

Womit sie anfing, uns jede Katze persönlich vorzustellen, na das konnte ja dauern.

Ich: „was machst du denn mit ihnen, wenn du mal wegfährst?“
Sie: „ach, das lasse ich einfach auf mich zukommen und entscheide es dann, wenn es soweit ist. Lasst mich euch mal zeigen, wo die Katzen leben.“
Auf dem Weg: „Das ist ein großer Akt der Liebe, den ihr vollführt, das finde ich ganz toll von euch.“

Da werde ich dran denken, wenn ich nächstes Mal wieder eine aus dem Müll gefischte Katze an den Mann zu bringen habe – das wird als Akt der Liebe verkauft! Kommt bestimmt viel besser an!

Wir kamen also an ihrer Hausseite an, wo eine Art Futterplatz war und es ziemlich stank.

Sie: „komisch, die Katzen laufen alle vor euch weg.“

Fand ich ja jetzt irgendwie ganz normal, die Katzen. Die meisten sind einfach geblieben, wo sie waren und andere gingen einfach etwas weiter weg und schauten aus sicherer Entfernung zu.

Wieder sie: „dieser Kater ist gerade kastriert worden, und jene Katze wird morgen kastriert…“

Bevor ich mir nun die Lebensgeschichte jeder Katze anhören musste, dachte ich, nix wie weg hier. Dann sprach sie Lydia an: „Möchtest du mir dein Katzenbaby vorstellen?“

Lydia hatte nur leere Sprechblasen über ihrem Kopf. Aber sie setzte die Katze ab, damit sie sich umschauen konnte.

Auf dem Weg zurück zum Auto sagte die Frau: „Wenn du eine Emailadresse hast, kann ich dir von ihr auch Fotos schicken“
Ich (leicht verwundert): „du hast doch meine Emailadresse“
Sie: „ich meine deine Tochter“
Ich: „meine Tochter hat noch keine eigene Emailadresse“ (sie ist grad 7 geworden, aber vielleicht ist das ja in Amerika anders…)

Ihr dürft das jetzt also auch meine nachmittägliche Suche nach Verrückten – oder sagen wir mal, mit mir nicht kompatiblen, denn das ist ja sicher Ansichtssache -, als Akt der Liebe ansehen. Habe ich jetzt einfach mal so spontan locker beschlossen.

Skurriles

So, ich muss jetzt mal rekapitulieren, in letzter Zeit sind diverse Dinge passiert, die ich nicht aufgeschrieben habe und chronologisch nicht mehr auf die Reihe bekomme.

Fangen wir einfach mal von hinten an. Ich bin immer noch im Hotel und die Chancen stehen gut, dass ich eine der letzten bin, die gehen wird. Ein Kollege hat gestern gerade sein eigenes Grab geschaufelt, indem er den Chef beklaute, als ich nicht da war, um die Checkout-Einnahmen gewissenhaft zu verwalten – leider hatte mich ein böser Magen-Darm-Virus außer Kraft gesetzt. Der Chef war auch ein paar Tage nicht da und kam heute wieder. Den Täter überführte er aber gleich ohne Probleme – “er sitzt da mit hochrotem Kopf in der Cafeteria – να ο κλέφτης ! – na der Dieb!”

Der Dieb hat neulich auch angekündigt, unter die Gewalttäter gehen zu wollen – anscheinend strebt er eine neue Karriere an -, und nicht ohne Genugtuung würden auch andere mit ansehen, wie er unseren verhassten anderen Kollegen wie angekündigt “verhaut, bevor er geht”. Mit dem meine Lieblingsputzfrau, die Russin, und ich neulich lautstark Streit hatten. Das heißt, er hat sie beschimpft, sie hat zurück geschimpft und ich bin mit eingestiegen. Auf die Ankündigung des Diebs, auch für sie ein paar Schläge loszuwerden meinte sie “na das kann ich auch ganz allein, wenn ich möchte”. Das glaube ich auch ohne Zweifel, mit der möchte man nicht Streit haben.

Die andere Putzfrau, Bulgarin, bot mir ihren “sehr starken Mann” zur Hilfe an, als sie hörte, dass ich neuerdings einen Stalker habe, der mir das Leben schwer macht. Sie würden jederzeit kommen und helfen, sagte sie. Wie genau, habe ich mich nicht getraut zu fragen, aber bei “großem und starken Bulgaren” habe ich schon gewisse Vorstellungen, und es könnte ja nützlich sein, sich das warmzuhalten, weiß man’s? Man sieht also, es zahlt sich aus, mit allen Leuten ein gutes Verhältnis zu haben.

Aber natürlich kann man nicht mit jedem ein gutes Verhältnis haben. Der zu verhauende Kollege ist einfach nur übel, und die Kampflesben sind letzte Woche abgereist, was unser Hotelsklave, der Pakistani, und ich mit imaginärem Champagner gefeiert haben. Ich habe selten jemanden so strahlen sehen wie ihn an ihrem Abreisetag. Und seitdem gehe ich auch viel lieber zur Arbeit. Sicher ist euch oben aufgefallen, dass ich schrieb, die Chancen “stehen gut”, dass ich bis zum Schluss bleibe – wer darüber gestolpert ist, Gratulation. Nun ist nämlich nicht nur das Arbeiten viel angenehmer, sondern auch alles Geld, was jetzt noch reinkommt, ist willkommen, da wir zum 01.11. umziehen. Ja, mit der neuen Wohnung hat es geklappt. Wir wohnen demnächst mitten in Parikia und doch im Grünen, 1km von Lydias Schule entfernt und 500m von ihrem Ballett. Da kann die Lydia demnächst also sogar zu Fuß hingehen, wenn die Mama wie tot mit Magen-Darm im Bett liegt und nicht in der Lage ist, sie da hinzufahren.

Das war’s dann auch für heute – nur mäßig spannend, ich weiß, aber ich musste doch mal wieder von mir hören lassen!

Arme Irre II

Bezugnehmend auf meinen Beitrag “Arme Irre” möchte ich euch mitteilen, dass der gute Mann so glücklich über meinen Joghurt war, dass er mehrere Tage länger blieb und ich nun von meinem Chef eine fürstliche Provision erwarte. Außerdem hat er doch tatsächlich noch ein paar schöne Wanderwege entdeckt (“von Lefkes bis nach Aliki!”) und ist somit glücklich abgereist.

Mein Chef wusste zwar nichts von meiner Joghurt-in-den-Kühlschrank-Aktion, zählte aber eins und eins zusammen, als er den Gast die Quittung vor sich hertragend auf der Suche nach mir antraf, an meinem freien Sonntag, sonst bin ich ja durchaus zu finden.

Eine Beförderung werde ich wohl kaum erwarten, sonst würde ich ja den Chefposten übernehmen wollen, und das will ich definitiv nicht. Aber so machen zumindest wieder die unsinnigsten Dinge Sinn.

Vielleicht macht auch der Rauswurf aus unserer Wohnung Sinn, wenn es tatsächlich mit einem wunderschönen (neuen! und schimmelfreien – meine Hunde und wir würden atmen dürfen!) Haus im Grünen und doch im Herzen Parikias klappt, das wir uns vorige Tage angeschaut haben. 500m von meiner Arbeit und/oder Lydias Ballett entfernt. Mit großem Grundstück drum herum und allem, was das Mieterherz sonst noch so begehrt. Es ist noch nicht ganz fertig, aber angeblich stehen wir an erster Stelle als Interessenten, Haustiere sind übrigens auch erlaubt, womit es “eigentlich” noch zu gut um wahr zu sein klingt. Daher brauchen wir bitte ganz ganz ganz viele Daumendrücker.

Damit würden wir dem irgendwie schon lieb gewonnenen Aliki den Rücken kehren, in dem sogar der Obdachlose, der berühmte “verrückte Stavros”, seine Funktion hat – er isst nämlich kleine Kinder und ob ihr es glaubt oder nicht, die drohen den Kindern wirklich damit. Ich habe es 2x selbst gehört. Das hätte nicht mal ich erwartet.

Arme Irre

Ein früherer Chef hat immer gesagt, immer im Refrain, τι έχω πάθει, δεν αντέχω, was so viel heißt wie, was passiert nur mit mir, ich halt’s nicht aus, und heute ist mir auch danach.

Heute Morgen beschwert sich ein Franzose bei mir, es gäbe hier keine Wanderwege, und es gäbe auch kein Buch über Wanderwege, beides nicht wahr übrigens, und überhaupt gäbe es nur Autos, wenn er das gewusst hätte, wäre er gar nicht nach Paros gekommen. Und regnen tat’s auch noch, sehr zu seinem Verdruss.

Aber der Knaller kam heute Mittag. Kommt er wieder durch die Rezeption gerauscht, hält mir einen Joghurt unter die Nase und sagt: “Ich weiß nicht, wie ihr glaubt, warum ich auf Paros bleiben sollte, hier gibt es ja nicht mal Schafsmilch-Joghurt!” Und schaut mich an.

Ich schaute ihn an. Mir war danach, ihm zu sagen, wie ein anderer früher Chef von mir, would you kindly fuck off. Aber man kann ja keinen Hotelgast brüskieren, und sei der noch so irre. Er führte es noch aus, sehr vorwurfsvoll, er wäre in jedem Supermarkt gewesen und es gäbe hier einfach keinen Joghurt aus Schafsmilch.

Gibt es aber doch, denn ich muss immer höllisch aufpassen, dass ich nicht aus Versehen dieses ekelige Zeug kaufe. Nach Feierabend kaufte ich ihm dann einen Joghurt, aus Schafsmilch, aus dem nächsten Supermarkt; der wartet jetzt in seinem Zimmer in seinem Kühlschrank auf seine Rückkehr. Und zum Glück werde ich den guten Mann nicht mehr sehen, denn er reist morgen ab und ich habe morgen frei.

Es gibt schon ein paar arme Irre auf dieser Welt.