Bildungsfern am See!

Eieiei.
Das Völkchen am See heute – wo ich zur Kinderbetreuung hingefahren war -, passend zu meinem mitgenommenen Buch: Bildungsfern, allerdings ohne Migrationshintergrund, aber auch ohne nennenswerte Deutschkenntnisse. Irgendwie interessant, aber auf Dauer nervig und verstörend.
Im Naturschutzgebiet die dicke “Beach”party mit Riesenbässen, so dass man auch in 500 m Entfernung Kopfschmerzen davon bekam.
Lebensmüde auf dem Radweg herumliegende Leute. Ob die besoffen waren oder keinen anderen Platz zum Sonnen fanden konnte ich nicht beurteilen.
200kg-schwere Mamis und Papis sowie dazugehörige Jugendliche “mit ohne” Zähne, dafür aber ordentlich Kippen im Mund. Damit die Kinder im Fahrradanhänger verstauend, die Kippe 2 cm vom Kindskopf entfernt.
Scharline (???) wurde vermisst. Kochzutaten besprochen (immerhin!): “Wie Fondor aber mit Kräuter!”
Kinder wurden ermahnt: “Weg von der Fahrräder!”
Eine Dame fasste sich laufend in den Schritt und äußerte: “Mich hat eine Bremse anner Arschbacke gestochen, ey!”
Also merken: Bei solchem Wetter in Zukunft nur Seen ansteuern, wo man motorisiert hinkommt. Vielleicht hilft’s.
Eieiei…

Abendbrot ohne Alkohol

Aus einer Unterhaltung zwischen zwei über Vierzigjährigen, die sich verabreden wollen:“…. nicht mitten in der Woche, letztes Mal bin ich so abgestürzt! Aber ein Abendbrot ohne Alkohol geht immer!”

Nach einem schönen Tag ein schöner Sonnenuntergang, wie üblich an unserem See.
Der Mond nimmt auch wieder zu – viel Schlechtes haben wir hinter uns gelassen zum Neumond.
Die neue Leckerlitasche für Fenja ist totaaaaaaaaaaaaal praktisch!
und um den Sommer zu unterstützen, gibt es ein wenig bunten Lack für die Nägel :-)
Der Lacher des Tages war bei der Arbeit:
Eine Kundin heute: “Machen Sie das jetzt?”
Ich: “Wie meinen Sie das?”
Sie: “Was haben Sie denn mit dem jungen Mann gemacht, der sonst immer hier war?”
Na, geknebelt und gefesselt hinten eingesperrt, was sonst *lach*
Ich: “Das ist der Chef, und der ist grad im Urlaub. Aber den jungen Mann richte ich ihm gern aus ;-)”
Und gute Nacht allerseits!

In Athen hupen sie sogar die Ampeln an!

Das Kind ist in Griechenland, und zwar seit einer Woche. Beim Papa. Ich darf 4 Wochen und 6 Tage frei genießen, jetzt sind es nur noch 3 Wochen und 6 Tage. Aber total tiefenentspannt darf ich im Augenblick tun und lassen, was ich will, wann ich will, wie ich will. Kein kleiner Control Freak, der mir reinredet oder ein schlechtes Gewissen macht ;-). Keine(r), die/den ich versorgen muss. Die Wollmäuse werden aktuell geflissentlich übersehen (und ist der Ruf erst ruiniert… so oder ähnlich war es doch?).

Die einzigen Termine, die ich einhalten muss, sind meine Arbeitszeiten. Aber in 2 Wochen habe ich davon auch 3 Wochen frei. Die Schnittmenge ist: ca. 11 Tage “mit-ohne” beide Control Freaks (Kind und Chef ;-) ). Und jede Menge Zeit. Ein Traum.

Und damit hier auch mal wieder gelacht werden kann, hier mal ein Schwank aus Athen, O-Ton mein Kind (das ein guter Beobachter ist):

“In Athen hupen sie sogar die Ampeln an, damit sie grün werden. Was soll die Ampel denn machen? Sagen, sie hört Stimmen, oder was?”

Aller Anfang ist schwer !

Na, so ganz überzeugend klinge ich heute natürlich nicht, wenn ich vom Anfang spreche. Dem Anfang von was? Ja, davon, den Blog zu neuem Leben zu erwecken. Lang, lang ist’s her, dass ich hier wirklich aktiv war. Im Mai, genau genommen. Warum? Nun ja, in erster Linie, weil es uns gut geht. Mir gut geht. Früher habe ich ja viel geschrieben, um etwas loszuwerden.

Selbstportrait

Durch das Schreiben, dadurch, dass ich etwas Abstand zu einem Thema gewinnen konnte, indem ich es aus einem humorvollen Blickwinkel beschrieben habe, habe ich viele Dinge verarbeiten und ertragen können. Und dann gibt es ja noch Facebook. Den Zeitfresser, da kann man mal eben schnell Fotos hochladen, schauen, wie es den anderen so geht, ein paar humorige Sätze mit Freunden wechseln, seine Stimmung in wenigen Worten in die Welt hinausposaunen. Kurzum: der Kontakt ist da, mit vielen, vielen lieben Freunden, mit der Außenwelt, mit dem Universum. Aber es sind ja nicht alle Freunde dort, und wie ihr ja wisst, ist das Schreiben eine meiner größten Leidenschaften, die auf Facebook definitiv zu kurz kommt, also habe ich mir vorgenommen, mich mal wieder um meinen Blog zu bemühen. Eine schöne Tradition, um die es schade wäre, wenn sie einschliefe. Finde ich.

Jetzt war ich nach einer Operation am Fuß gerade 2 Wochen krankgeschrieben und so hatte ich etwas Zeit, Muße und Ruhe – ich DURFTE ja auch den Hummeln in meinem Hintern nicht nachgeben – um mich damit zu befassen. Ich musste updaten, updaten, updaten, und das geht bekanntlich nur mit etwas Ruhe und vor allem ZEIT am Stück. Jetzt bin ich ein ganzes Stück weitergekommen und kann nun wieder posten – und auch wenn 1000e von Fotos mich hier quasi erschlagen haben, werde ich mich bemühen, auch sie mit euch zu teilen. So viele schöne Dinge haben wir im letzten Jahr erlebt und darum natürlich auch vieles fotografisch festgehalten. Ich kann ja bekanntlich nicht einen Schritt ohne Kamera gehen – was zu vielen lustigen Kommentaren führt wie “warum fotografierst du ‘jetzt’, oder je nachdem, wer fragt, ‘immer’ dein Essen?”.

Lecker FrühstückOder O-Ton Lydia: “Mama, musst du schon wieder den Sonnenuntergang fotografieren?” Ja, ich muss. Es tut mir Leid. Auch wenn wir nicht mehr in der Ägäis leben gibt es viele, sehr viele schöne Sonnenuntergänge, die die Mama fotografieren muss. Da kann man schon wieder dehnen, wie man möchte, da gibt es kein Pardon. So hat jeder so seine Süchte. Ich finde Fotografier- und Facebook-Sucht nicht so schlimm wie diverse andere. Ich könnte da ja jetzt weit ausholen, aber wer mich kennt weiß, auf was ich mich beziehe. Thema Sucht eben. Es könnte viel, viel schlimmer sein.

Unser See

Gewidmet einem lieben Menschen aus unserer Vergangenheit.

Aber zum Glück haben wir ja die unschönen Zeiten hinter uns gelassen und unser Fazit nach einem Jahr Deutschland ist:
es ist grandios! Wir lieben es. Ich habe es keine Sekunde lang bereut. Alles ist viel einfacher. Ich habe die Existenzängste hinter mir gelassen, den Behördenstress, die Angst, den Hubschrauber rufen zu müssen, wenn mein Kind auch nur annähernd danach aussah, als wenn es einen Arzt brauchte (mein Lieblingssatz von früher: “Lydia, denk dran, wir wollen jetzt nicht mit dem Hubschrauber nach Athen fliegen!” liegt mir zwar manchmal auf der Zunge, aber dann fällt mir ein, dass wir ja jetzt eine andere Infrastruktur zur Verfügung haben). Ich finde es immer noch total klasse, dass ich Wochenenden habe! Und Urlaub! Und Feiertage! Und die werden sogar bezahlt! Hammer!

Die berühmtberüchtigte Praxisgebühr von 10 Euro bezahle ich auch gern, daran denkend, dass meine Rückenschmerzen mit genau diesen plus 17 Euro für 5 Sitzungen Krankengymnastik “geheilt” wurden – wo ich mir in Griechenland doch fast den Magen kaputt gemacht habe durch monatelange Einnahme von 100er Voltarentabletten, die, zusammen mit teurer Physiotherapie (40 Euro pro Sitzung!), nur so viel brachten, dass ich mich bis mittags hinlegen musste, weil ich sonst nicht mehr laufen konnte. Und ich genieße den zivilisierten Umgang mit mir, dem Patienten. Wenn ich Leute hier nur meckern höre über “das Sch…gesundheitssystem” könnte ich mich vor Lachen so verschlucken, dass ich eben das in Anspruch nehmen müsste. Ihr habt ja gar keine Ahnung.

Lydia im Whirlpool

Lebenslust und Freude pur!

Aber das ist auch gut so, denn es macht das Leben viel, viel leichter. Ich bin locker, wenn etwas nicht klappt – habe ich mich doch in Griechenland jahrelang darauf programmiert, dass eigentlich nie etwas klappt und es sich nicht lohnt, sich aufzuregen -; aber meistens klappen die Dinge ja doch. Wenn in Griechenland ungefähr 9 von 10 Berserke im Straßenverkehr waren, dann ist es hier eben nur einer von 100, so stressfrei ist das Autofahren. Und Parken. Behördengänge sind stressfrei, absolut, hier in Oldenburg jedenfalls zieht man eine Nummer und kommt sofort dran. Ich wundere mich auch immer noch, dass sie dort freundlich sind und mir nicht jedesmal sagen, jetzt fehlt noch dieses oder jenes. Die Schule ist viel einfacher; in Lydias Klasse sind nur 13 Kinder, was ein Luxus, und sie sind dort viel behüteter. Die Hausaufgaben dürfen auch nur maximal 38 Minuten dauern.

Aber ich komm ins Schwafeln. Das muss nicht sein. Lieber mal ein paar Fotos suchen und Anekdoten dazu erzählen. Wir haben ja zum Beispiel einen wunderbaren Urlaub hinter uns – 2.300 km durch Deutschland gefahren, bin ja “autobahngeil”. In der Tat bekomme ich jedes Mal Hochgefühle, wenn ich auf die Autobahn fahre, und ich glaube, mein Fernweh wurde in 15 Jahren auf einer kleinen Insel so verdrängt, dass es jetzt umso mehr zutage kommt – Hummeln im Hintern ist kein Ausdruck für meinen “Zustand”.

Uns geht es gut :-)

Himmelsansichten

Nun wäre es ein wenig unrealistisch, wenn alles toll wäre; das nähme mir ja keiner ab. Also seien am Rande auch mal die unschönen Dinge erwähnt, aber wirklich nur am Rande und total unwichtig, eigentlich ;-). Traurig waren einige Trennungen von vermeintlichen “Freunden” – die aber offensichtlich mal wieder notwendig waren. Unsere Mitbewohnerin samt Tochter musste leider ausziehen und wir gehen unseren Weg weiter allein, und ein paar weitere “Freunde” mussten verabschiedet werden. Wer sich nicht weiter mit-entwickeln möchte oder meint, ich passe nicht mehr in sein Schema, der soll bitte wegbleiben und mich mein Leben so leben lassen, wie ich es möchte. So handhaben wir es immer, und es erstaunt mich doch immer wieder, wie sehr sich Menschen über das Leben eines anderen ereifern können, und wie oft es eigentlich nötig ist, “aufzuräumen”. Aber wir haben ja einige neue Freunde dazugewonnen sowie das Glück, viele alte Freundschaften weiter pflegen zu dürfen.

Ja, das Leben geht weiter, und das ist mal wieder der Beweis dafür, dass auch, wenn man manchmal meint, es ist zu düster, um es auszuhalten: es lohnt sich doch, dranzubleiben, am Leben :-).

Πώς βρέθηκα εδώ;

Ja, Ela, du hast Recht, wir waren auf dem Michalis Hatsigiannis Konzert! Das 3. Jahr in Folge.

Allerdings habe ich mich schon gefragt, wie um Himmels ich mich dort wiedergefunden habe (siehe Titel) ;-). Aber schön war’s, wenn ich auch eigentlich “nur für Lydia” hin bin.

Und hier ein kurzer Ausschnitt der kleinen Tanzmäuse:

Ende gut, alles gut

Positive Auswirkungen von Wutanfällen sind immerhin, dass das Haus dann endlich wieder gründlichst geputzt wird! Da kann man sich schön am Klo auslassen und die Leute im Geiste da runterspülen – gemeinsam mit viel Chlor und anderem. Dazu noch den Spamfilter updaten, eine Runde mit dem Thema abschließen und endlich Ruhe haben. Und wenn man dann noch ein süßes Kind hat, das das Gesicht der Mami in die Hände nimmt und sagt: “ich will, dass du glücklich bist” – dann kann man eigentlich nur Frieden schließen.

Matsch im Kopf

Mein Kopf dröhnt. Der gefühlt stressigste Arbeitstag seit Saisonbeginn. Gefühlte 40 Grad dazu. Luftfeuchtigkeit 60%. Klima-Anlagen volle Kraft voraus, Fensterläden zu, Sonne ausblenden, die Hitze soll draußen bleiben. Bis zum nächsten Morgen irgendwie erholen. Früh ins Bett gehen, Telefone aus. Nur noch 6 Wochen, dann ist die Hochsaison wieder vorbei. Der jährlich wiederkehrende Wahnsinn hat uns – trotz der Wirtschaftskrise – wieder fest im Griff…

Was ist Glück?

In das strahlende Gesicht (m)eines fröhlichen Kindes zu schauen. Zu wissen, ich habe dieses Lachen herausgefordert.
Dieses Kind zu beobachten, wie es Freude an anderen Menschen hat und diese liebt, ohne einen einzigen schlechten Hintergedanken. Unverdorbenheit.
Den lustigen Schlussfolgerungen dieses Kindes zu folgen.

Des nachts die Blüten des tagsüber überhaupt nicht duftenden Νυχτολούλουδο ( Nachtjasmin ) zu riechen – wer das nicht kennt, hat etwas verpasst.
Täglich Griechenland zu riechen.
Täglich Griechenland zu sehen. Gibt es viel Schöneres als täglich solche Augenweiden?

Und das Licht, dieses Licht, war das schon immer so?

Interaktion mit einem bekloppten Griechen, wenn man nicht grad was von ihm braucht…
Wärme, mit denen Menschen einen zuweilen überschütten, ohne dass man etwas dafür leisten musste… eine warme Seelendusche.
Menschen wiedersehen, die man seit 2 Jahren nicht mehr gesehen hat, und sich nicht fremd, sondern sich genau so wohl fühlen, als wenn man sich gestern erst gesehen hätte.
Zu wissen, dass diese Menschen für einen da sind und einem positive Energie geben.

Nachts am Strand unter einer Tamariske zu sitzen und Rotwein zu trinken, ohne Zeitdruck und ohne Mücken. Tamarisken können übrigens von Salzwasser leben.

Der liebende Blick meines Hundes, ein Liebesbiss meiner Katze, Kaninchen, die denken, sie sind Katzen und die ins Katzenklo scheißen. Sie rühren mich und bringen mich zum Lachen.

Mein Kind, das ich ein ums andere Mal kitzeln muss, obwohl es vor lauter Lachen schon nicht mehr kann.
Der staunende Blick meines Kindes ob des Πουλάκι’s meines schwulen Freundes am FKK-Gay-Strand.

Die griechische Sprache, die in meinen Ohren so wunderschön klingt wie als ich sie noch nicht verstand; besonders bei einem Radiomoderator mit sexy Stimme zum Dahinschmelzen.

Meine Idealvorstellung vom Glück: Strand, Sonnenuntergang, griechische Musik und sich dem Moment hingeben und griechische Tänze tanzen, wie Alexis Sorbas. Diesen Moment kann ich mir genau vorstellen, aber soweit bin ich noch nicht. So kann ich mich dem Augenblick nicht hingeben. Noch nicht. Vielleicht bin ich ja dafür hier, um das zu lernen.

Es hat viel mit Griechenland zu tun, mein Glück.