Und der Rest des Tages

Nach der Arbeit sind Lydia und ich direkt zum Supermarkt in Marpissa gefahren, um unseren Großeinkauf zu machen. Im Auftrag, auf dem Weg nach dem Haus von Klaus und Dagmar zu schauen, ob es noch stünde oder schon abgebrannt sei.

Im Supermarkt sind wir ORIGINAL Cindy aus Marzahn begegnet, das heißt ihrem griechischen Double, denn sie sprach ja Griechisch (O-Ton Lydia “Boah ist die dick, oder schwanger?”, wie gut, dass wir noch eine Zweitsprache haben). Ich find das ja bewundernswert, wenn jemand solchen Umfanges so grell pink rumläuft!

Die Tomaten waren aus Belgien und zum Weglaufen. Ich frage mich, wer sowas IN GRIECHENLAND kauft. Es gibt an jeder Ecke den griechischen Gemüsehändler mit echten Tomaten.

Dann hatten sie dort ein schickes Fahrrad mit Elektromotor (sehr nützlich für die vielen Hügel), und ich frage mich wieder, wer sowas bei 1.400 Euro kauft (mir wurde gesagt, sie könnten einen Nachlass von 50 Euro geben)…

Wenn ihr wissen wollt, wer ein 250-g-Paket Pumpernickel für 1,80 Euro kauft, das bin ich.

Spannend, nicht wahr, unsere Erlebnisse im Supermarkt ;-).

Klaus und Dagmars Haus war noch intakt, aber als wir uns dem Feuer näherten, stellte ich mit wachsender Sorge fest, das es ganz in der Nähe von Biggie mit den Paros-Hunden gewütet hatte und sind schauen gefahren, ob bei ihr alles ok war (wie viele andere besorgte Menschen auch, so kam Biggie nach dem Feuer aus dem Quatschen nicht mehr raus und entschuldigte sich sogar, dass sie nicht vorher noch aufgeräumt hätte – ich finde, sie hätte auch gleich Kuchen backen können ;-)). Es waren einige Flugzeuge und Haubschrauber im Einsatz gewesen und man konnte sehen, wie sie das Feuer direkt an manchen Häuserwänden zum Halten gebracht hatten.

Die Gelegenheit nahmen wir natürlich wahr, um uns ihre Zöglinge anzuschauen und es grenzt an ein Wunder, dass wir ohne Tier nach Hause gefahren sind. Lydia verliebte sich gleich unsterblich in ein kleines weißes Katzenbaby und teilte Biggie sofort mit, dass sie diese mit nach Hause nehmen wollte. Der Apfel fällt ja bekanntlich nicht weit vom Stamm. Ich sehe die Tiere auch und denke und fühle einfach nur noch HABEN HABEN HABEN HABEN WOLLEN.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da ich mich immer so herrlich aufrege

und anderen damit Gutes tue (kleiner Wink an Biggie ;-)) wollte ich euch mal an der weiteren Entwicklung der Geschichte mit der Wasserrechnung teilhaben lassen (ihr erinnert euch, der Beitrag “Über meinen Horizont“…). Damals habe ich mich ja aufgeregt, weil mir der Anteil des Vormieters noch mit untergeschoben werden sollte. Vermeintlich. Aber das war noch nicht alles – NUN habe ich erfahren, dass die anderen beiden Häuser nebenan über den SELBEN Zähler laufen… also warum nicht, Martina kann doch gleich für die gesamte Nachbarschaft die Wasserrechnung übernehmen!!! Findet ihr da was dran? Nöö, oder? Hätte ich nicht rein zufällig mit der Nachbarin darüber gesprochen und bei der Vermieterin nachgehakt, hätte ich vermutlich auch dieses Detail niemals erfahren… ist ja nur ein klitzekleines, unwichtiges, oder? Aufregen? Ich doch nicht! Nicht mehr!

Πώς βρέθηκα εδώ;

Ja, Ela, du hast Recht, wir waren auf dem Michalis Hatsigiannis Konzert! Das 3. Jahr in Folge.

Allerdings habe ich mich schon gefragt, wie um Himmels ich mich dort wiedergefunden habe (siehe Titel) ;-). Aber schön war’s, wenn ich auch eigentlich “nur für Lydia” hin bin.

Und hier ein kurzer Ausschnitt der kleinen Tanzmäuse:

Warum so eine Welle?

Der deutsche Rucola-Markt bricht ein. Wegen eines Fremdkrauts. Eines giftigen. Ok, ich sehe ja voll und ganz ein, dass man Kunden kein giftiges Kraut verkaufen darf. Aber irgendwie beginne ich mich zu fragen – können Menschen nicht mehr selbständig denken? Wenn sie ein Paket Rucola kaufen und darin ist ein andersartig aussehendes Kraut, sortieren sie das nicht automatisch aus? Oder gehen sie davon aus, dass Rucola drin ist, wo Rucola drauf steht? Drin sein muss?

Ich muss zugeben, diese Nachricht verwirrt und irritiert mich. Bei uns ist der Salat, der Fisch, alles was wir kaufen IMMER mit irgendwas fremdem gemischt, dann sortier ich das einfach aus, wenn ich nicht weiß, was es ist. Darum bricht aber der Markt nicht ein. Irgendwie sind mir viele Dinge in D-Land fremd geworden.

Und nun warte ich darauf, dass ich einen auf den Deckel kriege, wie bei meinem Schlange-stehen-für-Altglas-loswerden-Beitrag. Wenn ich auch noch nicht weiß, warum, jemand wird’s mir sicher sagen.

Ende gut, alles gut

Positive Auswirkungen von Wutanfällen sind immerhin, dass das Haus dann endlich wieder gründlichst geputzt wird! Da kann man sich schön am Klo auslassen und die Leute im Geiste da runterspülen – gemeinsam mit viel Chlor und anderem. Dazu noch den Spamfilter updaten, eine Runde mit dem Thema abschließen und endlich Ruhe haben. Und wenn man dann noch ein süßes Kind hat, das das Gesicht der Mami in die Hände nimmt und sagt: “ich will, dass du glücklich bist” – dann kann man eigentlich nur Frieden schließen.

Matsch im Kopf

Mein Kopf dröhnt. Der gefühlt stressigste Arbeitstag seit Saisonbeginn. Gefühlte 40 Grad dazu. Luftfeuchtigkeit 60%. Klima-Anlagen volle Kraft voraus, Fensterläden zu, Sonne ausblenden, die Hitze soll draußen bleiben. Bis zum nächsten Morgen irgendwie erholen. Früh ins Bett gehen, Telefone aus. Nur noch 6 Wochen, dann ist die Hochsaison wieder vorbei. Der jährlich wiederkehrende Wahnsinn hat uns – trotz der Wirtschaftskrise – wieder fest im Griff…

Mit Madeleine im Hinterkopf

Letzte Nacht habe ich geträumt, ich hätte Madeleine gefunden. Bei uns am Strand stand sie plötzlich vor mir, und ich erkannte ihr typisches Augenmerkmal. Panik erfasste mich. Was sollte ich tun? Das Kind ansprechen? Das Kind schnappen und wegrennen? Heimlich die Polizei anrufen? Würde die Polizei überhaupt kommen und wissen, worum es ging? Gedanken, die mir im Traum durch den Kopf gingen.

Ich frage mich, welche Sprache sie wohl sprechen und ob sie noch auf ihren Namen hören würde. Ob sie eines Tages vielleicht wirklich auftaucht und wir erfahren, was mit ihr passiert ist.

Überhaupt ist Madeleine immer in meinem Hinterkopf. Ich mag Lydia nicht allein zuhause lassen und einmal mit den Hunden um den Block gehen, weil ich das Bild vor Augen habe, wie dieses Kind wegkam und nie wieder auftauchte. Wie tragisch für die Familie. Überhaupt mag ich Lydia ungern aus den Augen lassen. Aber man muss sich vorhalten, dass man nicht immer alles kontrollieren kann. Eine von vielen Lebens(lern)aufgaben.

Sind wir Sonntag am Strand

… da fängt Lydia an, mit einer deutschen Familie im Wasser zu quatschen. Nach ner Weile dreht sie sich Chris zu und plappert auf Englisch munter weiter. Sagt die deutsche Familie: schaut mal, das Kind ist ZWEIsprachig!

Hehe wenn die gewusst hätten, dass sie außerdem noch fleißend Griechisch spricht.

Meine süße kleine Maus ist nun seit heute in der Schule angemeldet, erste Klasse ab 10. September 2009. Der arme Sekretär hatte ob ihres Namens und meiner Vor- und Nachnamen Schwierigkeiten, zu begreifen, dass Lydia eine echte Griechin ist. Aber er wird sie noch kennen lernen.

Lesen kann sie aber jetzt schon.  Dreht sie sich vorhin zu uns um und fragt, vom Bildschirm ablesend, “was heißt Fast Play”? Ich komm aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Das waren Kurzgrüße aus dem überarbeiteten Hause Blair mit dem süßstesten Kind auf Erden (sorry an alle anderen, die ebenfalls das süßeste Kind auf Erden haben ;-))

So kann es sein

deine seele fährt achterbahn
ohne sicherheitsgurt.

die nächste kurve
kann dich aus der bahn werfen.
krieg dich wieder ein.

ein trauerkloß
taucht auf
wie aus dem nichts.
schluck ihn runter.

kraftlosigkeit überfällt dich.
sitz sie aus.

angst nimmt dich in ihre klauen.
halte sie aus.

derweil die erde sich weiterdreht
arbeit getan
und die miete
bezahlt werden muss.

bleibt kaum zeit für muße.
nachdenken
in der kurzen zeit
bevor deine augen zufallen.
und du siehst
der nächsten achterbahnfahrt
entgegen.

alpträume
die dich mutlos erwachen lassen.

selten schöne träume
die dir wärme spenden
und hoffnung geben
auf ein licht
am ende des tunnels.

so dass auch du
zwischen all dem müll
schöne momente erleben kannst.

so kann es sein
mit glück.