Abendbrot ohne Alkohol

Aus einer Unterhaltung zwischen zwei über Vierzigjährigen, die sich verabreden wollen:“…. nicht mitten in der Woche, letztes Mal bin ich so abgestürzt! Aber ein Abendbrot ohne Alkohol geht immer!”

Nach einem schönen Tag ein schöner Sonnenuntergang, wie üblich an unserem See.
Der Mond nimmt auch wieder zu – viel Schlechtes haben wir hinter uns gelassen zum Neumond.
Die neue Leckerlitasche für Fenja ist totaaaaaaaaaaaaal praktisch!
und um den Sommer zu unterstützen, gibt es ein wenig bunten Lack für die Nägel :-)
Der Lacher des Tages war bei der Arbeit:
Eine Kundin heute: “Machen Sie das jetzt?”
Ich: “Wie meinen Sie das?”
Sie: “Was haben Sie denn mit dem jungen Mann gemacht, der sonst immer hier war?”
Na, geknebelt und gefesselt hinten eingesperrt, was sonst *lach*
Ich: “Das ist der Chef, und der ist grad im Urlaub. Aber den jungen Mann richte ich ihm gern aus ;-)”
Und gute Nacht allerseits!

Aller Anfang ist schwer !

Na, so ganz überzeugend klinge ich heute natürlich nicht, wenn ich vom Anfang spreche. Dem Anfang von was? Ja, davon, den Blog zu neuem Leben zu erwecken. Lang, lang ist’s her, dass ich hier wirklich aktiv war. Im Mai, genau genommen. Warum? Nun ja, in erster Linie, weil es uns gut geht. Mir gut geht. Früher habe ich ja viel geschrieben, um etwas loszuwerden.

Selbstportrait

Durch das Schreiben, dadurch, dass ich etwas Abstand zu einem Thema gewinnen konnte, indem ich es aus einem humorvollen Blickwinkel beschrieben habe, habe ich viele Dinge verarbeiten und ertragen können. Und dann gibt es ja noch Facebook. Den Zeitfresser, da kann man mal eben schnell Fotos hochladen, schauen, wie es den anderen so geht, ein paar humorige Sätze mit Freunden wechseln, seine Stimmung in wenigen Worten in die Welt hinausposaunen. Kurzum: der Kontakt ist da, mit vielen, vielen lieben Freunden, mit der Außenwelt, mit dem Universum. Aber es sind ja nicht alle Freunde dort, und wie ihr ja wisst, ist das Schreiben eine meiner größten Leidenschaften, die auf Facebook definitiv zu kurz kommt, also habe ich mir vorgenommen, mich mal wieder um meinen Blog zu bemühen. Eine schöne Tradition, um die es schade wäre, wenn sie einschliefe. Finde ich.

Jetzt war ich nach einer Operation am Fuß gerade 2 Wochen krankgeschrieben und so hatte ich etwas Zeit, Muße und Ruhe – ich DURFTE ja auch den Hummeln in meinem Hintern nicht nachgeben – um mich damit zu befassen. Ich musste updaten, updaten, updaten, und das geht bekanntlich nur mit etwas Ruhe und vor allem ZEIT am Stück. Jetzt bin ich ein ganzes Stück weitergekommen und kann nun wieder posten – und auch wenn 1000e von Fotos mich hier quasi erschlagen haben, werde ich mich bemühen, auch sie mit euch zu teilen. So viele schöne Dinge haben wir im letzten Jahr erlebt und darum natürlich auch vieles fotografisch festgehalten. Ich kann ja bekanntlich nicht einen Schritt ohne Kamera gehen – was zu vielen lustigen Kommentaren führt wie “warum fotografierst du ‘jetzt’, oder je nachdem, wer fragt, ‘immer’ dein Essen?”.

Lecker FrühstückOder O-Ton Lydia: “Mama, musst du schon wieder den Sonnenuntergang fotografieren?” Ja, ich muss. Es tut mir Leid. Auch wenn wir nicht mehr in der Ägäis leben gibt es viele, sehr viele schöne Sonnenuntergänge, die die Mama fotografieren muss. Da kann man schon wieder dehnen, wie man möchte, da gibt es kein Pardon. So hat jeder so seine Süchte. Ich finde Fotografier- und Facebook-Sucht nicht so schlimm wie diverse andere. Ich könnte da ja jetzt weit ausholen, aber wer mich kennt weiß, auf was ich mich beziehe. Thema Sucht eben. Es könnte viel, viel schlimmer sein.

Unser See

Gewidmet einem lieben Menschen aus unserer Vergangenheit.

Aber zum Glück haben wir ja die unschönen Zeiten hinter uns gelassen und unser Fazit nach einem Jahr Deutschland ist:
es ist grandios! Wir lieben es. Ich habe es keine Sekunde lang bereut. Alles ist viel einfacher. Ich habe die Existenzängste hinter mir gelassen, den Behördenstress, die Angst, den Hubschrauber rufen zu müssen, wenn mein Kind auch nur annähernd danach aussah, als wenn es einen Arzt brauchte (mein Lieblingssatz von früher: “Lydia, denk dran, wir wollen jetzt nicht mit dem Hubschrauber nach Athen fliegen!” liegt mir zwar manchmal auf der Zunge, aber dann fällt mir ein, dass wir ja jetzt eine andere Infrastruktur zur Verfügung haben). Ich finde es immer noch total klasse, dass ich Wochenenden habe! Und Urlaub! Und Feiertage! Und die werden sogar bezahlt! Hammer!

Die berühmtberüchtigte Praxisgebühr von 10 Euro bezahle ich auch gern, daran denkend, dass meine Rückenschmerzen mit genau diesen plus 17 Euro für 5 Sitzungen Krankengymnastik “geheilt” wurden – wo ich mir in Griechenland doch fast den Magen kaputt gemacht habe durch monatelange Einnahme von 100er Voltarentabletten, die, zusammen mit teurer Physiotherapie (40 Euro pro Sitzung!), nur so viel brachten, dass ich mich bis mittags hinlegen musste, weil ich sonst nicht mehr laufen konnte. Und ich genieße den zivilisierten Umgang mit mir, dem Patienten. Wenn ich Leute hier nur meckern höre über “das Sch…gesundheitssystem” könnte ich mich vor Lachen so verschlucken, dass ich eben das in Anspruch nehmen müsste. Ihr habt ja gar keine Ahnung.

Lydia im Whirlpool

Lebenslust und Freude pur!

Aber das ist auch gut so, denn es macht das Leben viel, viel leichter. Ich bin locker, wenn etwas nicht klappt – habe ich mich doch in Griechenland jahrelang darauf programmiert, dass eigentlich nie etwas klappt und es sich nicht lohnt, sich aufzuregen -; aber meistens klappen die Dinge ja doch. Wenn in Griechenland ungefähr 9 von 10 Berserke im Straßenverkehr waren, dann ist es hier eben nur einer von 100, so stressfrei ist das Autofahren. Und Parken. Behördengänge sind stressfrei, absolut, hier in Oldenburg jedenfalls zieht man eine Nummer und kommt sofort dran. Ich wundere mich auch immer noch, dass sie dort freundlich sind und mir nicht jedesmal sagen, jetzt fehlt noch dieses oder jenes. Die Schule ist viel einfacher; in Lydias Klasse sind nur 13 Kinder, was ein Luxus, und sie sind dort viel behüteter. Die Hausaufgaben dürfen auch nur maximal 38 Minuten dauern.

Aber ich komm ins Schwafeln. Das muss nicht sein. Lieber mal ein paar Fotos suchen und Anekdoten dazu erzählen. Wir haben ja zum Beispiel einen wunderbaren Urlaub hinter uns – 2.300 km durch Deutschland gefahren, bin ja “autobahngeil”. In der Tat bekomme ich jedes Mal Hochgefühle, wenn ich auf die Autobahn fahre, und ich glaube, mein Fernweh wurde in 15 Jahren auf einer kleinen Insel so verdrängt, dass es jetzt umso mehr zutage kommt – Hummeln im Hintern ist kein Ausdruck für meinen “Zustand”.

Uns geht es gut :-)

Himmelsansichten

Nun wäre es ein wenig unrealistisch, wenn alles toll wäre; das nähme mir ja keiner ab. Also seien am Rande auch mal die unschönen Dinge erwähnt, aber wirklich nur am Rande und total unwichtig, eigentlich ;-). Traurig waren einige Trennungen von vermeintlichen “Freunden” – die aber offensichtlich mal wieder notwendig waren. Unsere Mitbewohnerin samt Tochter musste leider ausziehen und wir gehen unseren Weg weiter allein, und ein paar weitere “Freunde” mussten verabschiedet werden. Wer sich nicht weiter mit-entwickeln möchte oder meint, ich passe nicht mehr in sein Schema, der soll bitte wegbleiben und mich mein Leben so leben lassen, wie ich es möchte. So handhaben wir es immer, und es erstaunt mich doch immer wieder, wie sehr sich Menschen über das Leben eines anderen ereifern können, und wie oft es eigentlich nötig ist, “aufzuräumen”. Aber wir haben ja einige neue Freunde dazugewonnen sowie das Glück, viele alte Freundschaften weiter pflegen zu dürfen.

Ja, das Leben geht weiter, und das ist mal wieder der Beweis dafür, dass auch, wenn man manchmal meint, es ist zu düster, um es auszuhalten: es lohnt sich doch, dranzubleiben, am Leben :-).

Das Leben ist seltsam (schön)

Mal schön, mal schaurig, mal schräg, finde ich gerade – ist das nun ein Zufall, dass alles mit „sch“ beginnt?

Ich habe eine Katze auf der Maus sitzen, was mich beim Arbeiten und Schreiben etwas behindert, zumal ihr Kopf im Weg meines rechten Armes ist, da kann ich nicht so gut tippen. Aber so ist das nun mal, wenn man etwas überbevölkert ist. Beim Kochen eben habe ich mir auch schon wieder fast den Hals gebrochen, als ich rückwärts über einen Hund gestolpert bin. Da ich gerade einen Weihnachtshund in Pflege habe, sind wir nun zu Dritt. Also die Hunde natürlich. Die Katzen sind immer noch recht zahlreich, wenn auch reduzierter aufgrund aktiver Exporte und Vermittlung in letzter Zeit! Unser Blacky ging ja kürzlich nach Berlin (ohne Klaus), und er hat echt Schwein gehabt, denn dort hat man festgestellt, dass er Diabetes hat, wie gut, dass er jetzt in guten Händen ist (Danke, Monika!). Von Snowy haben wir auch kürzlich gehört, jetzt Rambo, dem geht es auch gut. Aber ich will mich bemühen, euch nicht zu langweilen. So Katzengeschichten sind nicht jedermanns Sache, obwohl es auch gleich weiter unten wieder um Katzen gehen wird.

Gut, dass Lydia gerade in Athen ist. Das ist natürlich auch aus anderen Gründen gut, denn ich kann mich nach Herzenslust ausruhen (kommt allerdings eher nicht vor, ihr kennt mich ja) oder austoben (das ist eher der Fall) oder tun was ich möchte oder nicht tun was ich nicht möchte, oder einfach mal NICHT reden und zuhören müssen – da kann sich die Alleinerziehendenseele endlich erholen. Was natürlich nicht heißt, dass die Mama das Kind nicht vermisst, aber da sie das in Athen gut aufgehoben weiß – dort wird die Verwandtschaft gerade aufgewirbelt und vom ersten großen Knall mit Papa hat Lydia auch schon berichtet, „aber jetzt ist alles wieder gut“ – kann die Mama guten Gewissens den Jahresurlaub genießen. Komischerweise ist sie auch so überhaupt nicht müde, obwohl um 7 Uhr heute Morgen aufgestanden und jetzt fast Mitternacht ist – natürlich können Mütter nicht so auf Knopfdruck auf einmal länger schlafen, das steckt schon drin nach so vielen Jahren des Funktionierens.

Jetzt lerne ich also mal nicht nur zu funktionieren, sondern auch zu genießen. Das tu ich natürlich sonst auch, aber irgendwie geht es schon etwas unter im Alltag. Heute Abend hatte ich den Strand bei starkem Wind und Sandverwehungen für mich allein mit „meinen“ drei Hunden. Welch ein Luxus! Was braucht der Mensch mehr?

Nun habe ich auf dem linken Arm ein Katzenhinterbein liegen. Die Katze liegt auf meiner linken Seite und es sieht sehr ulkig aus mit der hinteren Pfote in meinem Ellenbogen. Die sind schon lustig, diese Viecher. Bringen mich immer zum Lachen. Man kann von ihnen auch lernen – so wie eben, da habe ich mich gefragt, wieso eine Katze eine Tür nur anzuschauen braucht, damit sie auf geht? Wie haben die einen so gut im Griff? Könnte ich mich auch so gut programmieren, dass ich das Leben so gut im Griff hätte?

Aber eigentlich schlage ich mich ja nicht schlecht durch, oder. Ich bin irgendwie immer zur rechten Zeit am rechten Ort, denke ich manchmal. Gestern Abend war ich mit meinen 3 Hunden spazieren – wovon übrigens 2 lustiger Weise Laila heißen, aber nicht, dass ihr denkt, die würden auch alle beide angetrabt kommen, wenn ich sie rufe – , als sie eine kleine graue Katze aufstöberten, die, was ich sehr komisch fand, nicht weglief. Besorgt ging ich dahin zurück, nachdem ich die Hunde ins Haus zurückgebracht hatte. Es war eine ganz kleine Katze in meiner Lieblingsfarbe russisch-blau. Leider hat sich mein Verdacht dann kurz darauf beim Tierarzt bestätigt, wo ich sofort hingefahren bin – sie hatte ein gebrochenes Rückgrat und musste eingeschläfert werden. Ich war sehr traurig, und mein einziger Trost war, dass ich sie noch die letzten 10 Minuten begleitet habe und sie nicht allein irgendwo verhungert ist. Oder so. So spielt das Schicksal und ich war die Glückliche, die am Tag vor Weihnachten mal eben nebenbei was für ihr Karma tun konnte.

Apropos, Katzen und Karma… wisst ihr noch die kleinen süßen Katzenbabys, die wir in Aliki gefunden und mit denen wir sogar umgezogen sind? Na das waren Zeiten, spreche ich jetzt etwa von überbevölkert??? Na ja, jedenfalls haben die einer Freundin von mir zu einem Liebhaber verholfen. Ja, ihr habt richtig gelesen. Aber mal von vorn. Die Katzenbabys gingen nämlich durch einen Freund von mir an einen netten jungen Griechen, den ich gleich unter „Merken, eventuell Liebhabermaterial“ abgespeichert und in meinen Facebookfreundeskreis aufgenommen habe. Da rede ich doch neulich mit einer verzweifelten Freundin, die schon seit (ich zitiere) 10 !!! Monaten keinen Sex mehr gehabt habe, und sie fragt mich, ob ich denn nicht irgendwelche geeigneten Männer vorschlagen könnte. Ich kramte kurz in meinem Gedächtnis, ging alle unter „Liebhabermaterial“ abgespeicherten Männer durch und schlug vor, sie möge sich doch auf Facebook mit XY befreunden. Was sie dann auch tat, worauf sie den nächsten Tag schon ein Date hatte und so weiter und so fort, den Rest könnt ihr euch sicher denken. Mission erfolgreich! Ich bin doch richtig nützlich, muss ich zufrieden feststellen!

Hinterher berichtete sie mir, er hätte gefragt, wie denn das Gespräch auf ihn gekommen sei. Sie meinte, sie konnte ja schlecht sagen, dass wir über Sex gesprochen hätten… wenn er wüsste!

Nun ja, besagter Freund, der meine Katzenbabys vermittelt hat, war dann neulich auch, auf meinen Vorschlag hin in unserem sogenannten „Tierheim“ und hat kurz darauf einem anderen Bekannten einen Hund, der schon seit März im Tierheim war, vermitteln können. Da freut man sich doch, wie das Leben so spielt und eins das andere ergibt. Und so schreibe ich demjenigen auch gleich, wenn ich erfahre, dass irgendwo ein Drucker zu verschenken ist, und schwupp ist er an einen neuen Drucker gekommen, für ganz umsonst. Eine Hand wäscht die andere.

Da fällt mir etwas Unglaubliches ein, was ich vorige Tage erlebt habe, ist zwar jetzt total aus dem Zusammenhang gerissen, aber da es mir gerade einfällt, will ich es euch nicht unterschlagen. Ich war bei der Polizei, um eine behördliche Angelegenheit für eine Bekannte, die zurzeit nicht hier ist, zu erledigen. Leider hatte die Bekannte das Formular an der falschen Stelle unterschrieben. Der Polizist – ! – malte die Unterschrift kurzerhand mit Tippex über und schob mir verdutzten Person das Formular hin mit den Worten „unterschreib… aber nicht als du, sondern als sie“. Ich versuchte so zu tun als wäre Urkundenfälschung bei der Polizei für mich das normalste der Welt, unterschrieb brav und ging zur Tagesordnung über, als wäre ich ein gewiefter Betrüger. Und wenn jemand von euch meint, mich verpfeifen zu müssen, berufe ich mich einfach auf die künstlerische Freiheit und behaupte, mir das ausgedacht zu haben (zu eurer Beruhigung, war eine ganz langweilige, bürokratische, komplett unwichtige Sache!).

So dann will ich jetzt mal für heute Schluss machen, aber erst nochmal schnell ein Frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen. Es tut mir Leid, dass ich im Moment so selten hier schreibe und Fotos veröffentliche, aber ich bin so beschäftigt… mit Leben! Ich habe ein sehr ausgeprägtes soziales Leben und bin viel unterwegs und habe einfach nicht so viel Zeit im Moment für das Internet. Aber ich habe noch ohne Ende Fotos für euch, also werde ich mich die Tage mal ganz doll ins Zeug legen und alles veröffentlichen!

Warten auf Godot

Ich weiß zwar nicht viel über Samuel Beckett, und ich könnte es eigentlich ergooglen, aber ich könnte schwören, dass er mal in Griechenland gelebt hat. Das Stück hat mich damals schon fasziniert, bevor ich in Griechenland lebte, und heute ist Godot praktisch allgegenwärtig.

Allerdings ist es heutzutage lange nicht mehr so schlimm, und wenn man dann mit Godot rechnet, und jemand anders kommt, und sogar ziemlich schnell, kann das zu lustigen Situationen führen.

Wie neulich zum Beispiel. Da klopft es an der Tür und ein sehr besorgter Freund stürmt rein, außer sich, dass sein Motorrad angeblich geklaut worden ist. Sein Motorrad war liegengeblieben, er hat die Werkstatt benachrichtigt, und kurz darauf ist er nochmal an der Stelle vorbei gefahren, wo die Werkstatt das Motorrad abholen sollte, und es war weg. Unmöglich, dass die Werkstatt es schon abgeholt haben konnte. So schnell könne keine Werkstatt sein, schon gar keine griechische. Leider kam man zu der Zeit telefonisch nicht zur Werkstatt durch, so dass der gute Freund ein paar Stunden zittern musste, bis ich am frühen Abend eh in der Nähe war und bei der Werkstatt vorbei fahren konnte, um herauszufinden, ob es vielleicht (wie ich ganz stark glaubte) nicht geklaut worden war.

Lydia und ich fuhren da also vor und nahmen die Motorräder, die vor der Tür standen, in Augenschein. Lydia meinte “das ist es”, aber ich war nicht so sicher, also stiegen wir aus und glotzten weiter gründlich alle Motorräder an. Das muss so lustig ausgesehen haben, dass die vier jungen Männer, die sich in der Werkstatt befanden, nach und nach rauskamen und uns anschauten. Es war fast wie im Zoo, zwischen uns war ein Graben. Ich erklärte ihnen also, welches Motorrad wir suchten und warum. Sie grinsten breit. Ich grinste breit. “Dort ist es, schon fertig!”, sagte der eine junge Mann. Ich rief also besagten besorgten Freund an und alle grinsten noch breiter ob seiner Erleichterung, die man durch das Telefon hören konnte.

Großes Staunen meinerseits auch, als ich am 28. Oktober schon von der Telefongesellschaft OTE angerufen wurde, wo sich denn mein neues Haus befindet, obwohl ich den Antrag für den Umzug meines Telefons erst für den 01. November gestellt hatte. Am 30. Oktober waren sie bereits bei der neuen Wohnung und haben die Straße aufgebuddelt und eine Leitung gelegt. Am 01. November waren wiederum die Bauleute meines neuen Vermieters da und haben ihren Anteil dazu beigetragen, sie mussten auch noch etwas anbauen.

Wieder beruhigend normal ist es, dass ich seitdem nichts mehr gehört habe und darauf warte, dass die OTE nur noch kommen und alle Leitungen miteinander verbinden, damit ich Telefon und Internet habe (im Moment logge ich mich via Vodafone ins Internet ein). Aber gut, es wäre ja auch ziemlich gewöhnungsbedürftig, wenn man Godot ganz aus seinem Leben entfernen müsste, gell.

Gestern wartete ich auch über eine Stunde auf den Menschen, der mir die Satellitenschüssel aufs Dach bauen sollte. Aber er kam immerhin, und DSDS ist gerettet, obwohl wir da durchaus noch ein Bisschen Zeit gehabt hätten! Bevor er kam, kam allerdings jemand anders. Den hätte ich fast gefragt, ob er sein Pferd suchte, habe ich aber zum Glück nicht. Es war ein Handwerker, der sich im Haus geirrt hatte und irgendwo Mückennetze anbringen sollte. Er war sehr nett übrigens.

Was das Pferd damit zu tun hat? Nun ja, neben unserem Haus ist eine Koppel mit Pferden. Wir saßen also vorgestern auf unserer neuen Terrasse beim Kaffee trinken mit Freunden und auf einmal sah ich ein Pferd zwischen den Weinreben hinter unserem Haus. Und dachte, da stimmt jetzt irgendwas nicht. Ach ja, die Pferde waren ausgebrochen! Das war wiederum sehr lustig, denn die liefen überall herum, zwischen den Weinreben, den Olivenbäumen, den Grapefruit- und Mandarinenbäumen, liefen an unserem Auto vorbei und faszinierten sowohl Mensch als auch Katz (Blacky war besonders interessiert am Geschehen “Mensch läuft mit wedelnden Armen hinter Pferden her”). Und den nächsten Morgen war das weiße Pferd weg!

Und damit ihr mir nicht wieder unterstellt, ich halluziniere, lade ich auch gleich ein paar Fotos dazu hoch! Und wünsche euch noch einen schönen Tag.

Morgenlicht…

Ich bin dankbar

Für meine Augen, die mir erlauben,
am Morgen die Schönheit der Kykladen
zu genießen:
die Sonnenstrahlen, die sich lieblich
durch die Feigenbäume brechen
und dem Oleander eine besondere Farbe verleihen
sowie die Inselketten am Horizont,
für die ich lebe;

Für meinen Geruchsinn,
der das ganze dreidimensional macht
und meine Ohren, die mich Musik hören lassen,
welche wiederum Gefühle auslöst,
die manchmal dunkel, aber auch schön sein können;

Und auch für meinen funktionierenden Körper,
der mir ein gesundes, schönes und lebendiges Kind
geschenkt hat
und mir gestattet,
den Alltag zu bewältigen,
sowie meinen Geist, mit dem ich lesen und schreiben kann
und meinen Humor,
an dem ich noch feilen könnte,
um mir manche Begegnungen zu erleichtern;

Und andere, die prickeln oder mir Freude bringen
und mich auffangen,
wenn ich unten bin,
aber ich wiederhole mich,
und so will ich mich auch
schon wieder von euch verabschieden,
und mich in einen neuen Tag stürzen,
der mir geschenkt wurde,
um im Hier und Jetzt
das Beste draus zu machen,
denn es könnte sich morgen
schon wieder alles geändert haben.

…denn schöner wirst du nie sein.

Abschied

“Reisende soll man nicht aufhalten” wurde mir gestern gesagt. Ich wehrte mich dagegen, ich wollte so gern festhalten an altem, Bekannten. Aber es stimmt, das ist mir letzte Nacht klar geworden.

Es tut weh, aber ich spüre heute auch eine gewisse Freiheit, Aufbruchstimmung liegt in der Luft. Ich bin frei, ich bin selbständig, ich bin finanziell unabhängig, ich kann gehen wohin ich möchte, und trotzdem werde ich mich für Paros entscheiden. Noch.

Auf Paros bin ich tief gefallen und doch auf die Füße zurück; ich habe gelebt, geliebt, geboren, gelitten und geweint, und solch einem treuen Freund kehrt man nicht den Rücken zu. Noch nicht.

Wenn man Türen schließt, öffnen sich auch wieder neue, auch so ein Spruch, an dem viel dran ist. Vielleicht ist es einfach Zeit für einen Wandel. Einen Neuanfang. Mal wieder auf die Füße fallen und sich weiterentwickeln, in Richtung Zukunft, durch das Heute.