Macht ja nix!

Ungefähr 3000 Kalorien reicher falle ich sehr bald nach einem wunderschönen, glücklich machenden Geburtstag ins Bett. Nachdem ich eben noch etwas bei Facebook schauen und antworten muss. Viele liebe Glückwünsche, und über jede einzelne habe ich mich gefreut. Ich werde nie wieder denken, die anderen merken es eh nicht, wenn ich mal nicht gratuliere. Man merkt es vielleicht nicht, wenn jemand NICHT schreibt, aber man freut sich doch über jeden einzelnen Glückwunsch, der gekommen ist.

“Ich bin jetzt fertig”, sagt das Kind. “Hmmm, hmmm, die Mama, noch schreibend.
“Ich habe auch meine Zähne geputzt”, sagt das Kind und die Mutter wieder: “Hmmm, hmmm.”
“Ich gehe jetzt in mein Zimmer und mache eine Kissenschlacht”, sagt das Kind.
Darauf die Mama: “Wie, jetzt so ganz allein?”
Da lacht das Kind. “Ich wollte nur wissen, ob du wieder “Hmmm, hmmm” sagst, oder ob du mir zuhörst.”
Kluges Kind. Heute Mittag hat es ja schon mit Gratulanten telefoniert, als ich noch nicht zurück von der Arbeit war. Sagt meine Freundin später zu mir: “Mit Lydia kann man schon richtige Gespräche führen. Wie mit Erwachsenen! Gratulation zu dem Kind!”
Später frage ich Lydia: “Worüber habt ihr eigentlich geredet?”
Da antwortet sie: “Na ja, worüber Erwachsene halt so reden!”
Warum ich mich dann weggeschmissen habe, hat sie dann allerdings nicht wirklich verstanden….

Aber zurück zum Geburtstag. “Macht ja nix”, meint das Kind tröstend heute Morgen im Badezimmer.
“Halbzeit? Hoffentlich noch nicht!”, denkt die Mama angesichts der furchteinflößenden Zahl 45.

Mit der noch furchteinflößenderen Zahl von mindestens 3000 zu mir genommenen Kalorien gehe ich jetzt allerdings schlafen – rundum glücklich ob eines gelungenen Tages mit vielen lieben und herzlichen Menschen in meinem Leben. Und einigen wunderschönen Geschenken, über die ich mich sehr gefreut habe.

Danke, liebes Universum

Weil ich ein Nerd bin!

Ach, mein Kind mal wieder. Mama muss am Abend unbedingt ein einstündiges Webinar besuchen – ihr erstes überhaupt, übrigens. Die Mama lernt unheimlich gern dazu, besonders bei Dingen, die sie brennend interessieren. Also, ausnahmsweise muss das Kind mal still sein. Nur eine Stunde lang.
Das Kind fragt: “Worum geht es denn da?”
Die Mama: “Das hat was mit Computern zu tun. Mit einem Programm. Ich würde gern was dazulernen.”
Das Kind: “Bist du etwa ein Nerd?”
Die Mama lacht. Das Kind fügt hinzu: “Ich mag keine Nerds.”
Etwa eine Stunde später ergibt es sich, dass die Mama vom Computer Musik aufs Handy des Kindes lädt. Lydia schaut fasziniert zu, wie die Ordner auf ihrem Bildschirm erscheinen, während ich am PC herumtippe. Auf einmal heißt es, mit bewunderndem Blick: “Mama, warum kannst du sowas?”
Die Mama, grinst, frech. Ihre Zeit ist gekommen: “Weil ich ein Nerd bin!”