Sonntag oder: “ich bin nützlich”

Endlich mal ein Sonntag, nach langer Zeit, an dem ich nichts zu tun habe. Natürlich, die Liste ist lang und ich hätte eigentlich unendlich viele Dinge zu tun, aber ich möchte mal einen Tag “anhalten”. Versuchen, zur Ruhe zu kommen und mich meinen Dämonen zu stellen. Mal ein Tag ohne Müssen.
Ich muss heute nicht bei einem Umzug helfen, keine Kinder hüten, Hunde ausführen, Katzen zum Tierarzt fahren oder Elektriker empfangen, Wohnungsverwaltungsjobs ausführen, für die ich nicht bezahlt werde, oder irgend eins der vielen anderen Dinge tun, um die ich gebeten werde, oder für die ich mich anbiete, ich muss nicht mal auf mein eigenes Kind aufpassen, denn das ist woanders, sondern ich kann mich entspannen. Aber geht das?
Ich versuche es, vielleicht, nachdem ich mich meinen übelsten Ängsten gestellt habe. Vielleicht geht es dann irgendwie weiter. Ich habe so viele Fotos, die ich veröffentlichen könnte oder wollte. Ich möchte gern Geschichten erzählen, Anekdoten, die schon wieder in Vergessenheit geraten. Vielleicht von den vielen Dingen erzählen, die ich für andere tue. Mein zweiter Vorname ist “nützlich”. Manchmal schmeichelhaft, aber oft weiß ich einfach nicht, wie ich Nein sagen soll.
Auf jeden Fall sage ich heute nein zu den Staubmäusen und werde ihnen fröhlich zuwinken, wenn sie an mir vorbeiziehen. Sollen sie mir doch den Buckel runterrutschen oder am Allerwertesten vorbei gehen, wie so vieles andere auch. Vielleicht lese ich auch ein Bisschen, ich habe so viele schöne Bücher, da weiß ich gar nicht, was ich zuerst lesen soll. Die 3 Seiten vorm Einschlafen am Abend reichen einfach nicht, mein Lesehunger ist damit nicht gestillt.
Aber um euch zumindest etwas zu unterhalten füge ich hier mal eine Liste der Dinge ein, die ich in den letzten Monaten erfolgreich unternommen habe:
* Wohnungen für andere auflösen, die Sachen stauen und zur bei der Polizei melden, welche vom Vermieter gestohlen wurden
* Haus zur Miete finden, Waschmaschine, Spülmaschine und Kühlschrank inklusive
* Jobs finden (1 erfolgreich, 2 suchen noch)
* Liebhaber besorgen (siehe einen alten Blogbeitrag von mir)
* Poster drucken und aufhängen für den Tierschutz
* Katzenkäfige ausleihen (6)
* Streichsachen ausleihen
* Hundesitten (einmal 3 Wochen und einmal 9 Tage, beim 2. Mal hat der Hund meine Gardinen aufgefressen und auch sonst versucht alles zu zerstören)
* Laptop besorgen,
* Nummernschilder von Autos abschrauben (lassen) und per Post nachschicken
* Pakete annehmen (ca. 6 zwischen 17 und 40kg)
* Medikamente besorgen und nach Deutschland schicken (für Tierschutz)
* bei (kleinen) Computerproblemen helfen, zum beispiel Emails und Facebook für weniger computerbewanderte Freunde einrichten
* Möbel ausleihen oder besorgen
* im Hundeheim aushelfen
* Katzen zur Kastration bringen bzw. zum Einschläfern – unzählige
* Käfige dafür ausleihen
* Hunde in der Gegend versorgen und füttern
* Telefonrechnungen lesen und erklären
* Nachbarshäuser öffnen und Strom wieder anstellen für Nachbarn vom Nachbarn
* für meinen Vermieter ALLE Mieter 2er Objekte finden (sowas passiert praktisch nebenbei)
* Katzenfutterlieferung organisieren
* bei Motorradkauf helfen
* Mein Bankkonto für Überweisungen zur verfügung stellen
* Stromrechnungen verteilen
Das einzige, was ich noch nicht erfolgreich hinbekommen habe ist das hier:
* Meinen Friseur möchte einen Schäferhund (warum sagt er MIR das?). Aber einen jungen, nicht den, der sich im Tierheim befindet (der ist schon zu groß und unberechenbar).
Und ich habe bestimmt etwas vergessen!!! Euch allen wünsche ich einen schönen Restsonntag und ich bemühe mich, bald auch Fotos online zu stellen…

Endlich mal ein Sonntag, nach langer Zeit, an dem ich nichts zu tun habe. Natürlich, die Liste ist lang und ich hätte eigentlich unendlich viele Dinge zu tun, aber ich möchte mal einen Tag “anhalten”. Versuchen, zur Ruhe zu kommen und mich meinen Dämonen zu stellen. Mal ein Tag ohne Müssen.

Ich muss heute nicht bei einem Umzug helfen, keine Kinder hüten, Hunde ausführen, Katzen zum Tierarzt fahren oder Elektriker empfangen, Wohnungsverwaltungsjobs ausführen, für die ich nicht bezahlt werde, oder irgend eins der vielen anderen Dinge tun, um die ich gebeten werde, oder für die ich mich anbiete, ich muss nicht mal auf mein eigenes Kind aufpassen, denn das ist woanders, sondern ich kann mich entspannen. Kann ich das?

Ich versuche es, vielleicht, nachdem ich mich meinen übelsten Ängsten gestellt habe. Vielleicht geht es dann irgendwie weiter. Ich habe so viele Fotos, die ich veröffentlichen könnte oder wollte. Ich möchte gern Geschichten erzählen, Anekdoten, die schon wieder in Vergessenheit geraten. Vielleicht von den vielen Dingen erzählen, die ich für andere tue. Mein zweiter Vorname ist “nützlich”. Manchmal schmeichelhaft, aber oft weiß ich einfach nicht, wie ich Nein sagen soll.

Auf jeden Fall sage ich heute nein zu den Staubmäusen und werde ihnen fröhlich zuwinken, wenn sie an mir vorbeiziehen. Sollen sie mir doch den Buckel runterrutschen oder am Allerwertesten vorbei gehen, wie so vieles andere auch. Vielleicht lese ich auch ein Bisschen, ich habe so viele schöne Bücher, da weiß ich gar nicht, was ich zuerst lesen soll. Die 3 Seiten vorm Einschlafen am Abend reichen einfach nicht, mein Lesehunger ist damit nicht gestillt.

Aber um euch zumindest etwas zu unterhalten füge ich hier mal eine Liste der Dinge ein, die ich in den letzten Monaten erfolgreich unternommen habe:

* Wohnungen für andere auflösen, die Sachen stauen und bei der Polizei melden, welche vom Vermieter gestohlen wurden

* Haus zur Miete finden, Waschmaschine, Spülmaschine und Kühlschrank inklusive

* bei diversen Umzügen helfen

* Jobs finden (1 erfolgreich, 2 suchen noch)

* Liebhaber besorgen (siehe einen alten Blogbeitrag von mir)

* Poster drucken und aufhängen für den Tierschutz

* Katzenkäfige ausleihen

* Streichsachen und Bohrmaschine ausleihen

* Hundesitten (einmal 3 Wochen und einmal 9 Tage, beim 2. Mal hat der Hund meine Gardinen aufgefressen und auch sonst versucht alles zu zerstören, ich war mit den Nerven am Ende!)

* Laptops besorgen,

* Nummernschilder von Autos abschrauben (lassen) und per Post nachschicken

* Pakete für Abwesende annehmen (ca. 6 zwischen 17 und 40 kg)

* Medikamente besorgen und nach Deutschland schicken (für Tierschutz)

* bei (kleinen) Computerproblemen helfen, zum beispiel Emails und Facebook für weniger computerbewanderte Freunde einrichten

* Möbel ausleihen oder besorgen

* im Hundeheim aushelfen

* Katzen zur Kastration bringen bzw. zum Einschläfern – unzählige :-(

* Hunde in der Gegend versorgen und füttern

* Telefonrechnungen lesen und erklären

* Nachbarshäuser öffnen und Strom wieder anstellen für Nachbarn vom Nachbarn

* für meinen Vermieter ALLEN Mietern 2er Objekte finden (sowas passiert praktisch nebenbei)

* Katzenfutterlieferungen für den Tierschutz organisieren

* bei Motorradkauf helfen

* Mein Bankkonto für Überweisungen zur Verfügung stellen

* Stromrechnungen verteilen

Das einzige, was ich noch nicht erfolgreich hinbekommen habe ist das hier:

* Mein Friseur möchte einen Schäferhund (warum sagt er MIR das?). Aber einen jungen, nicht den, der sich im Tierheim befindet (der ist schon zu groß und unberechenbar).

Und ich habe bestimmt etwas vergessen!!! Euch allen wünsche ich einen schönen Restsonntag und ich bemühe mich, bald auch Fotos online zu stellen…


Das Leben ist seltsam (schön)

Mal schön, mal schaurig, mal schräg, finde ich gerade – ist das nun ein Zufall, dass alles mit „sch“ beginnt?

Ich habe eine Katze auf der Maus sitzen, was mich beim Arbeiten und Schreiben etwas behindert, zumal ihr Kopf im Weg meines rechten Armes ist, da kann ich nicht so gut tippen. Aber so ist das nun mal, wenn man etwas überbevölkert ist. Beim Kochen eben habe ich mir auch schon wieder fast den Hals gebrochen, als ich rückwärts über einen Hund gestolpert bin. Da ich gerade einen Weihnachtshund in Pflege habe, sind wir nun zu Dritt. Also die Hunde natürlich. Die Katzen sind immer noch recht zahlreich, wenn auch reduzierter aufgrund aktiver Exporte und Vermittlung in letzter Zeit! Unser Blacky ging ja kürzlich nach Berlin (ohne Klaus), und er hat echt Schwein gehabt, denn dort hat man festgestellt, dass er Diabetes hat, wie gut, dass er jetzt in guten Händen ist (Danke, Monika!). Von Snowy haben wir auch kürzlich gehört, jetzt Rambo, dem geht es auch gut. Aber ich will mich bemühen, euch nicht zu langweilen. So Katzengeschichten sind nicht jedermanns Sache, obwohl es auch gleich weiter unten wieder um Katzen gehen wird.

Gut, dass Lydia gerade in Athen ist. Das ist natürlich auch aus anderen Gründen gut, denn ich kann mich nach Herzenslust ausruhen (kommt allerdings eher nicht vor, ihr kennt mich ja) oder austoben (das ist eher der Fall) oder tun was ich möchte oder nicht tun was ich nicht möchte, oder einfach mal NICHT reden und zuhören müssen – da kann sich die Alleinerziehendenseele endlich erholen. Was natürlich nicht heißt, dass die Mama das Kind nicht vermisst, aber da sie das in Athen gut aufgehoben weiß – dort wird die Verwandtschaft gerade aufgewirbelt und vom ersten großen Knall mit Papa hat Lydia auch schon berichtet, „aber jetzt ist alles wieder gut“ – kann die Mama guten Gewissens den Jahresurlaub genießen. Komischerweise ist sie auch so überhaupt nicht müde, obwohl um 7 Uhr heute Morgen aufgestanden und jetzt fast Mitternacht ist – natürlich können Mütter nicht so auf Knopfdruck auf einmal länger schlafen, das steckt schon drin nach so vielen Jahren des Funktionierens.

Jetzt lerne ich also mal nicht nur zu funktionieren, sondern auch zu genießen. Das tu ich natürlich sonst auch, aber irgendwie geht es schon etwas unter im Alltag. Heute Abend hatte ich den Strand bei starkem Wind und Sandverwehungen für mich allein mit „meinen“ drei Hunden. Welch ein Luxus! Was braucht der Mensch mehr?

Nun habe ich auf dem linken Arm ein Katzenhinterbein liegen. Die Katze liegt auf meiner linken Seite und es sieht sehr ulkig aus mit der hinteren Pfote in meinem Ellenbogen. Die sind schon lustig, diese Viecher. Bringen mich immer zum Lachen. Man kann von ihnen auch lernen – so wie eben, da habe ich mich gefragt, wieso eine Katze eine Tür nur anzuschauen braucht, damit sie auf geht? Wie haben die einen so gut im Griff? Könnte ich mich auch so gut programmieren, dass ich das Leben so gut im Griff hätte?

Aber eigentlich schlage ich mich ja nicht schlecht durch, oder. Ich bin irgendwie immer zur rechten Zeit am rechten Ort, denke ich manchmal. Gestern Abend war ich mit meinen 3 Hunden spazieren – wovon übrigens 2 lustiger Weise Laila heißen, aber nicht, dass ihr denkt, die würden auch alle beide angetrabt kommen, wenn ich sie rufe – , als sie eine kleine graue Katze aufstöberten, die, was ich sehr komisch fand, nicht weglief. Besorgt ging ich dahin zurück, nachdem ich die Hunde ins Haus zurückgebracht hatte. Es war eine ganz kleine Katze in meiner Lieblingsfarbe russisch-blau. Leider hat sich mein Verdacht dann kurz darauf beim Tierarzt bestätigt, wo ich sofort hingefahren bin – sie hatte ein gebrochenes Rückgrat und musste eingeschläfert werden. Ich war sehr traurig, und mein einziger Trost war, dass ich sie noch die letzten 10 Minuten begleitet habe und sie nicht allein irgendwo verhungert ist. Oder so. So spielt das Schicksal und ich war die Glückliche, die am Tag vor Weihnachten mal eben nebenbei was für ihr Karma tun konnte.

Apropos, Katzen und Karma… wisst ihr noch die kleinen süßen Katzenbabys, die wir in Aliki gefunden und mit denen wir sogar umgezogen sind? Na das waren Zeiten, spreche ich jetzt etwa von überbevölkert??? Na ja, jedenfalls haben die einer Freundin von mir zu einem Liebhaber verholfen. Ja, ihr habt richtig gelesen. Aber mal von vorn. Die Katzenbabys gingen nämlich durch einen Freund von mir an einen netten jungen Griechen, den ich gleich unter „Merken, eventuell Liebhabermaterial“ abgespeichert und in meinen Facebookfreundeskreis aufgenommen habe. Da rede ich doch neulich mit einer verzweifelten Freundin, die schon seit (ich zitiere) 10 !!! Monaten keinen Sex mehr gehabt habe, und sie fragt mich, ob ich denn nicht irgendwelche geeigneten Männer vorschlagen könnte. Ich kramte kurz in meinem Gedächtnis, ging alle unter „Liebhabermaterial“ abgespeicherten Männer durch und schlug vor, sie möge sich doch auf Facebook mit XY befreunden. Was sie dann auch tat, worauf sie den nächsten Tag schon ein Date hatte und so weiter und so fort, den Rest könnt ihr euch sicher denken. Mission erfolgreich! Ich bin doch richtig nützlich, muss ich zufrieden feststellen!

Hinterher berichtete sie mir, er hätte gefragt, wie denn das Gespräch auf ihn gekommen sei. Sie meinte, sie konnte ja schlecht sagen, dass wir über Sex gesprochen hätten… wenn er wüsste!

Nun ja, besagter Freund, der meine Katzenbabys vermittelt hat, war dann neulich auch, auf meinen Vorschlag hin in unserem sogenannten „Tierheim“ und hat kurz darauf einem anderen Bekannten einen Hund, der schon seit März im Tierheim war, vermitteln können. Da freut man sich doch, wie das Leben so spielt und eins das andere ergibt. Und so schreibe ich demjenigen auch gleich, wenn ich erfahre, dass irgendwo ein Drucker zu verschenken ist, und schwupp ist er an einen neuen Drucker gekommen, für ganz umsonst. Eine Hand wäscht die andere.

Da fällt mir etwas Unglaubliches ein, was ich vorige Tage erlebt habe, ist zwar jetzt total aus dem Zusammenhang gerissen, aber da es mir gerade einfällt, will ich es euch nicht unterschlagen. Ich war bei der Polizei, um eine behördliche Angelegenheit für eine Bekannte, die zurzeit nicht hier ist, zu erledigen. Leider hatte die Bekannte das Formular an der falschen Stelle unterschrieben. Der Polizist – ! – malte die Unterschrift kurzerhand mit Tippex über und schob mir verdutzten Person das Formular hin mit den Worten „unterschreib… aber nicht als du, sondern als sie“. Ich versuchte so zu tun als wäre Urkundenfälschung bei der Polizei für mich das normalste der Welt, unterschrieb brav und ging zur Tagesordnung über, als wäre ich ein gewiefter Betrüger. Und wenn jemand von euch meint, mich verpfeifen zu müssen, berufe ich mich einfach auf die künstlerische Freiheit und behaupte, mir das ausgedacht zu haben (zu eurer Beruhigung, war eine ganz langweilige, bürokratische, komplett unwichtige Sache!).

So dann will ich jetzt mal für heute Schluss machen, aber erst nochmal schnell ein Frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen. Es tut mir Leid, dass ich im Moment so selten hier schreibe und Fotos veröffentliche, aber ich bin so beschäftigt… mit Leben! Ich habe ein sehr ausgeprägtes soziales Leben und bin viel unterwegs und habe einfach nicht so viel Zeit im Moment für das Internet. Aber ich habe noch ohne Ende Fotos für euch, also werde ich mich die Tage mal ganz doll ins Zeug legen und alles veröffentlichen!

“Blind Date in der Dunkelkammer”

Und: “6 Singles hoffen auf die große Liebe.”

So gehört auf RTL – Werbung für eine neue Sendung.

Gibt es wirklich Leute, die hoffen, in der Dunkelkammer die große Liebe zu finden??? Im Fernsehen???

Andererseits, auf einer griechischen Insel (bei ganz viel Licht) ist es auch nicht so einfach.

Erzählt mir eine Freundin heute, die schon länger Single ist, von ihrem Gespräch kürzlich mit einem Freund, der herausfinden wollte, welche Ansprüche sie an einen Partner stellt.

Sie (übrigens nicht Griechin): “Also, er sollte schon in ganzen Sätzen sprechen können.”

Er: “So richtig, mit Punkt und Komma?”

Sie: “Ja, eigentlich schon.”

Worauf er schlussfolgert: “Hmm, dann fällt die Hälfte der Griechen schon mal weg.”

Ich finde sowieso, Griechen sollte man sich eher wegen ihrer Liebhaberqualitäten nehmen, und dabei müssen sie ja nicht in ganzen Sätzen sprechen können. Ansonsten sollte man lieber die Finger davon lassen.

Obwohl natürlich Ausländer auch nicht alle in ganzen Sätzen sprechen können, womit wir wieder bei RTL wären – Bauer sucht Frau fällt mir da zum Beispiel ein. Oder Schwiegertochter gesucht. Wobei ich euch darauf hinweisen muss, bevor ihr gänzlich verwirrt seid, dass ihr, zusammen mit mir, aus der Perspektive einer griechischen Insel, alle Ausländer seid!

In Zeiten der Finanzkrise habe ich auch schon mal gedacht, dass es vielleicht sinnvoll wäre, sich einen Bauern zu angeln. Da gibt das Feld sicher noch was her, wenn der Bankautomat schon längst streikt.

Aber dafür muss man ja nicht ins Fernsehen, Bauern gibt es auch auf griechischen Inseln, aber meine Freundin ist nicht davon abzubringen, dass ihr zukünftiger Partner ganze Sätze formulieren können müsste, also wird das sicher wieder schwierig – Bauer UND Grieche? Hm, na ja.

Man sagt ja, in der Not frisst der Teufel Fliegen. Fliegen gibt es im Moment wiederum sehr viele, ich bin schon die reinste Massenmörderin.

Aber ich komme vom Thema ab und das hilft meiner Freundin auch nicht weiter. Eigentlich wollte ich nur darüber sinnieren, was für seltsame Blüten die Partnersuche heutzutage treibt.

Vielleicht basiert die neue RTL-Sendung ja auf dem Prinzip, auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn. Womit beide Sendungen ja direkt was gemeinsam hätten. Vielleicht sollte meine Freundin ja doch ins Fernsehen.

Mit Madeleine im Hinterkopf

Letzte Nacht habe ich geträumt, ich hätte Madeleine gefunden. Bei uns am Strand stand sie plötzlich vor mir, und ich erkannte ihr typisches Augenmerkmal. Panik erfasste mich. Was sollte ich tun? Das Kind ansprechen? Das Kind schnappen und wegrennen? Heimlich die Polizei anrufen? Würde die Polizei überhaupt kommen und wissen, worum es ging? Gedanken, die mir im Traum durch den Kopf gingen.

Ich frage mich, welche Sprache sie wohl sprechen und ob sie noch auf ihren Namen hören würde. Ob sie eines Tages vielleicht wirklich auftaucht und wir erfahren, was mit ihr passiert ist.

Überhaupt ist Madeleine immer in meinem Hinterkopf. Ich mag Lydia nicht allein zuhause lassen und einmal mit den Hunden um den Block gehen, weil ich das Bild vor Augen habe, wie dieses Kind wegkam und nie wieder auftauchte. Wie tragisch für die Familie. Überhaupt mag ich Lydia ungern aus den Augen lassen. Aber man muss sich vorhalten, dass man nicht immer alles kontrollieren kann. Eine von vielen Lebens(lern)aufgaben.

Woran liegt es nun?

Ein Hotel, ein Zimmer, Check in, Check out.

Vorige Gäste: 5 Tage geblieben, alles super, Zimmer schön, Frühstück schön, Insel schön, alles schön.

Nächsten Tag, dasselbe Zimmer, anderes Szenario: Zimmer schrecklich, Frühstück schrecklich, Insel schrecklich, alles schrecklich.

Ich kann also nur daraus schließen, dass es nicht am Zimmer liegt, sondern an den Leuten. Zumal es nicht das erste Mal wäre, dass ich das beobachte.

Ergo liegt es auch an mir, wie ich etwas finde, und nicht an den Umständen, oder?

“Mutterliebe kann man nicht mit Pillen essen”

Ja, schade eigentlich. Es würde einiges erleichtern im Leben mancher Mutter.

Aber warum ich darauf komme: eben haben Lydia und ich rumgealbert und einander gekitzelt und gespielt, bevor sie schlafen ging. Was für ein süßes Kind! Wenn ich morgens aufwache, freue ich mich, in ihr fröhliches Gesicht zu schauen. Wenn sie noch schläft, freue ich mich regelrecht beim Aufwachen, sie noch beim Schlafen beobachten zu können. Wenn ich Sorgen habe, denke ich an Lydia und dass es ihr gut geht, und dann bin ich erleichtert, weil ich denke, das ist das Wichtigste. Aber es war nicht immer so.

Habe ich euch eigentlich schonmal erzählt, dass ich früher oft darüber nachgedacht habe, sie zur Adoption freizugeben? Eigentlich pausenlos. Meine andere Option war, wie gesagt, mich vom nächsten Felsen zu schmeißen. Oder so. Ich hatte schwere Depressionen, jahrelang, und Muttersein war die meiste Zeit so, als wäre ich gestorben und in der Hölle wieder aufgewacht. Alles war schrecklich. Ich dachte, “man” wolle mich mit Haut und Haaren auffressen, eine fremde Macht wäre dafür da, mich zu zerstören. Kennt ihr die Schlafentzug-Foltermethode? So und ähnlich war das bei uns. Und immer dachte ich (auch ein echtes Symptom einer Depression), ich sei Schuld. Weil ich, fehlbar wie ich bin, mir aus lauter Liebe ein Kind von einem Mann machen ließ, der sich als Vater als Witz des Jahrhunderts entpuppte (ja, ich bin sogar so dämlich – in den Augen mancher -, dass ich manchmal verschlafe oder zum Beispiel meine Schlüssel verliere und sie erst dort wiederfinde, wo sie sein sollen, ich sie aber nicht erwartet habe, und so weiter und so fort!). Weil ich es nicht verdiente, glücklich zu sein. Das war meine gerechte Strafe.

Nun gut, Jahre später und so gut wie genesen (na so ganz wird man wohl nie davon frei, glaube ich) holt mich wieder eine Erinnerung ein… ich hatte mich mal einer vermeintlichen Freundin anvertraut (von vermeintlichen Freundinnen habe ich im Laufe der Jahre einige kommen und gehen sehen) und ihr meine dunkelsten Gedanken mitgeteilt. Ich konnte die Nähe von meinem Kind manchmal nicht ertragen. Ich dachte daran, statt zu sterben, vielleicht Antidepressiva zu nehmen. Darauf kam von dieser unfehlbaren Frau folgende Email (Auszüge davon):

(…)

Das sind schwerwiegende Probleme, die allein Du hast. Und Du machst sie zu Lydias Problem, denn bei Dir scheinen nicht nur die Brutpflege-Instinkte nicht zu funktionieren (heisst, naehe zum Kind zu WOLLEN und es als Grundbeduerfnis zu empfinden, sie moeglichst nah am Koerper zu spueren), sondern:

(…)

“a) ich bin tot oder b) ich verlasse sie” (= koerperliche Verweigerung und Entzug) in Extremform)

(…)

“Antidepressiva, Valium” (= Psychische Verweigerung und Entzug)

Was Du sagst, ist vollkommen eindeutig: Du willst auf keinen Fall dem Kind das geben, was es am noetigsten braucht. Das ist absolut ERNST und eine Therapie – so sie Dich denn auf die normale Brutpflegeschiene setzen KOENNTE, wuerde sehr viele Jahre dauern. Bis dahin ist das Kind total kaputt, zumal sich der Vater ebenso entzieht wie Du.

Ich bleibe dabei, ich schlage vor, Lydia in eine Familie zu geben, wo sie Nestwaerme und Naehe erhaelt, wie es jedes Kind und junge Tier ueberlebenswichtig braucht.

Wie absolut unnatuerlich und entgegen aller menschlichen Prodisposition Dein Verhalten ist, siehst Du an den Extremreaktionen Lydias. Das ist der Spiegel dessen, was aus Dir herausstrahlt.

Wenn Du Dein Kind also wirklich “liebst” (mir ist absolut unklar, was Du darunter verstehst!), dann solltest Du darueber nachdenken, wie Du ihr das organisieren kannst, was Du selbst nicht in der Lage bist, zu bieten. Ich lese bisher AUSSCHLIESSLICH, welche Plaene und Ideen Du hast, um die fuer *Dich* geeignetste Loesung zu finden… auf welchem Weg Du ich am besten entziehen kannst.

Du solltest Dir wirklich gruendlich ueberlegen, ob Du nicht nur aus Eitelkeit daran festhaelst, sie aufziehen zu wollen – es sollte ausschliesslich um das Kind gehen! Und wenn Du es in Wirklichkeit so sehr ablehnst, dass sie hysterische Ausraster deswegen kriegt, musst Du langsam mal ehrlich zu Dir selbst sein. Kein Mensch kann in einen anderen hineintherapieren, was nicht da ist. Wie oben schon gesagt, Dir fehlt total, was als Brutpflegeinstinkt eigentlich angeboren sein sollte.

Nachdem ich jahrelang selbst alleinerziehende war – noch dazu voll berufstaetig, sehe ich in Deinem Fall nicht nur die normale Erschoepfung und Ueberforderung, die durch Schlafmangel und koerperliche Ueberanstrengung ganz natuerlicherweise entsteht. Ich sehe abgrundtiefe Ablehnung und die Depression ist mE ebenfalls darin begruendet, dass Du Dich in einem Zustand siehst, der Deinem Naturelle absolut entgegen geht.

Ich hoffe sehr, dass Du irgendwann ehrlich gegenueber Dir selbst wirst. Mutterliebe kann man nicht mit Pillen essen und die Einnahme von Drogen gibt Lydia auch nicht mehr Nestwaerme als vorher.

Na ja, wie ihr euch denken könnt, habe ich mich daraufhin nicht vom nächsten Felsen gestürzt, aber sie war die längste Zeit meine Freundin. Ab und zu begegnet man sich im Internet und ich kann dann meist ob ihrer intellektuellen Ergüsse nur das Kotzen kriegen. Und wisst ihr was das Schräge daran ist? Sie hatte IHR Kind mit 5 Jahren abgeben müssen, ihr wurde vom Jugendamt das Sorgerecht (angeblich natürlich völlig zu unrecht) entzogen. Sie hat es bis es erwachsen war nicht wieder gesehen oder gesprochen. Das MUSS ja so weh tun, dass man einer anderen Frau nur dazu raten kann, sein Kind abzugeben, oder?

Und natürlich weiß jeder halbwegs informierte Mensch, dass zwischen Antidepressiva und Valium ein himmelweiter Unterschied besteht, nicht wahr?

Ach, was man so mitmacht im Leben…

Danke für euer Ohr und ich freue mich über all diejenigen von euch, die Menschen und Freunde sind und keine unfehlbaren Roboter, die mir laufend vorhalten, wie dämlich ich bin!