“Alles wird gut”

Zwischen Himmel und Erde,
Licht und Dunkel,
Herz und Verstand;
was ist
dazwischen,
das ich nicht
erfassen,
sehen,
fühlen
und
verstehen
kann?
Welche Kraft waltet,
die mein Herz berührt,
die Erde um die Sonne kreisen,
mich Entscheidungen treffen
lässt
und mir Zufälle beschert,
die mich im Wechsel fordern
oder tragen?
Wer bist du,
der mir so glaubhaft
und hartnäckig
die Botschaft zukommen lässt
“alles wird gut”?

Zwischen Himmel und Erde,
Licht und Dunkel,
Herz und Verstand;

was ist
dazwischen,
das ich nicht

erfassen,
sehen,
fühlen
und
verstehen
kann?

Welche Kraft waltet,
die mein Herz berührt,
die Erde um die Sonne kreisen,
mich Entscheidungen treffen lässt
und mir Zufälle beschert,
die mich im Wechsel fordern
oder tragen?

Wer bist du,
der mir so glaubhaft
und hartnäckig
die Botschaft zukommen lässt

alles wird gut?

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Heute vor 4 Monaten starb mein Freund. Er war, ohne Alkohol, einer der liebsten Menschen auf dieser Erde, gütig, humorvoll, mein Fels in der Brandung. Bis er leider nicht mehr stark genug war, auf einmal, irgendwie, weiß der Himmel warum. Er wird immer ein Teil meines Lebens sein, kein Tag vergeht, an dem ich nicht an ihn erinnert werde. Wenn ich an Gott glauben würde, würde ich jetzt sowas sagen wie “Gott hab ihn selig” und ihr würdet “Amen” sagen. Also an was glauben?

Danke an all die Menschen in meinem Leben, die mich tragen. Trotz alledem. Alles wird gut.

All is well

Call me by my old familiar name.
Speak to me in the easy way
which you always used.
Put no difference in your tone.
Wear no forced air of solemnity or sorrow.
Laugh as we always laughed
at the little jokes we enjoyed together.
Play, smile, think of me, pray for me.
Let my name be ever the household word
that it always was.
Let it be spoken without affect,
without the trace of a shadow on it.
Life means all that it ever meant.
It is the same that it ever was.
There is absolutely unbroken continuity.
Why should I be out of mind
because I am out of sight?
I am waiting for you,
for an interval,
somewhere very near,
just around the corner.
All is well.

“Death is nothing at all.

I have only slipped away into the next room.

I am I and you are you.

Whatever we were to each other,

that we still are.

Call me by my old familiar name.

Speak to me in the easy way

which you always used.

Put no difference in your tone.

Wear no forced air of solemnity or sorrow.

Laugh as we always laughed

at the little jokes we enjoyed together.

Play, smile, think of me, pray for me.

Let my name be ever the household word

that it always was.

Let it be spoken without affect,

without the trace of a shadow on it.

Life means all that it ever meant.

It is the same that it ever was.

There is absolutely unbroken continuity.

Why should I be out of mind

because I am out of sight?

I am waiting for you,

for an interval,

somewhere very near,

just around the corner.

All is well.”

 

(by Henry Scott Holland (1847-1918)Canon of St. Paul’s Cathedral)

Diese schönen Worte erreichten mich heute in der Kondolenzkarte für Chris († 01.08.2011).

Obwohl ich den ganzen Vormittag brauchte, um sie zu Ende zu lesen, finde ich sie wunderschön.

Ist es Zufall, dass ich ausgerechnet bei meinem letzten Gang zu meinem griechischen Postfach diese Karte vorfand? Ist es eine Nachricht des Universums, die mir helfen soll, loszulassen und positiv in die Zukunft zu schauen?

Man könnte es fast denken.

Egal, ich finde sie so schön, dass ich sie mit euch teilen möchte. Möge der eine oder andere an einen Menschen denken, den er verloren hat.

Am Sonntag verlassen wir Paros auf dem Weg in unser neues Leben.

Worte, die es nicht gibt

Nein, Worte gibt es nicht, die beschrieben können, wie ich mich fühle. Wenn ich mich überhaupt irgendwie fühle, denn ich bin am Rotieren, ich versuche das Unmögliche zu schaffen und innerhalb von nur wenigen Wochen – am liebsten wären mir sogar Tage -, meinen kompletten Haushalt, unser komplettes Leben, von einem Land ins andere zu verlegen. Das Leben auf den Kopf stellen, den Gefühlen davonlaufen, aber natürlich ist mir klar, dass sie mich irgendwann einholen.

Ab und zu schaffen sie es auch. Es ist unglaublich, wie viele Erinnerungen man mit sich herumträgt, wenn man 5 Jahre seines Lebens mit jemandem zusammen war. Jeder Löffel, eine Szene im Fernsehen, ein Bild, eine Situation, Komik, die dem anderen gefallen hätte, tausendmal am Tag gibt es Momente, die einen erinnern. An die Person, die nicht mehr da ist. Die Person, die ein lieber Mensch war, aber leider, wie 9 von 10, den Kampf dem Alkoholismus verloren hat. Überhaupt gar nicht erst aufnehmen konnte. Sucht tötet, und ich weiß jetzt wie. Alkohol ist allgegenwärtig, und hast du das Pech, Alkoholiker zu sein, kann ich mir sehr gut vorstellen, wie schwer es sein muss, zu gewinnen. Alkohol ist überall. Allein am Flughafen, als ich kürzlich mit Lydia anstand, um nach Frankfurt zu fliegen, war Jack-Daniels-Werbung am Bildschirm der Airline. Höhnisch, kam es mir vor, strahlten mich diese Buchstaben an. Warum? Jack Daniels schaute auf mich herab und ich fragte mich, welche Kraft ist hier am Werk, dass sie Menschen so zerstören kann? Wieso werden manche Menschen zu Alkoholikern, und manche nicht? Wieso schaffen es manche, trocken zu werden und zu bleiben, und manche nicht? Wann werden die Erinnerungen schwächer werden, wann wird die Trauer mich nicht mehr einkreisen und zuschlagen, wenn ich gerade nicht damit rechne?

Aber ich erwarte zuviel. Wenn ein Mensch gestorben ist, oder gar zwei, kann man nicht erwarten, dass es einem gleich wieder gut geht. So muss man weitermachen, und stark sein, wie immer. Und sich dem stellen, wenn es zuschlägt. Noch eine Runde und noch eine, macht nix, Unkraut vergeht nicht, und je mehr ich erlebe, desto stärker, weiß ich, bin ich. Und trotzdem, erfahre ich, liegen Freud und Leid dicht beieinander. Man kann auch fröhlich sein, und genießen. Trotzdem. Wie sagt Khalil Gibran so schön, der alles in wunderschöne Worte zu fassen verstand:

“Je tiefer sich das Leid in euer Sein eingräbt, desto mehr Freude könnt ihr fassen.”