Zwei Todesfälle und eine Reise

Ja, eine Reise – keine Hochzeit -, und tatsächlich 2 Tote, innerhalb eines Monats. Der eine ist schon Asche und verbuddelt. Er hat gelitten, der Krebs hat ihn zerfressen, aber zum Glück konnten wir noch Abschied nehmen.

Beim anderen versucht man vermutlich gerade, die genaue Todesursache festzustellen. Das brauchen die nicht. Er hat den Kampf gegen den Alkoholismus verloren, muss man mehr wissen? Abschied gab es eigentlich gar nicht, und der Rest war nicht schön.

Jetzt liegt ein Mensch, aus Fleisch und Blut, den ich in- und auswendig kannte, vermutlich zerschnippelt auf einem Seziertisch.

Zwei Menschen, die mir viel bedeuteten, aber ich kann nicht trauern. Ich nehme sie mit nach Deutschland, denn ich sitze gerade zwischen Hausrat und Kartons und muss funktionieren. Was geht mit, was bleibt hier, geht wohin? 6 Tage noch, und ein Wagen fährt mit dem Großteil meines Lebens nach Deutschland.

Lydia und ich fliegen kurz darauf, um eine Wohnung zu suchen. Die Toten im Gepäck, und so vieles mehr.

Und bevor hier jemand meckert, weil ich nicht schön umschreibe – man könnte ja auch “Verstorbene” sagen – nein, ihr wisst doch, warum mein Blog “Ungeschminkt” heißt. Ich nenn die Dinge lieber beim Namen. Auch wenn sie Scheiße sind.