In Athen hupen sie sogar die Ampeln an!

Das Kind ist in Griechenland, und zwar seit einer Woche. Beim Papa. Ich darf 4 Wochen und 6 Tage frei genießen, jetzt sind es nur noch 3 Wochen und 6 Tage. Aber total tiefenentspannt darf ich im Augenblick tun und lassen, was ich will, wann ich will, wie ich will. Kein kleiner Control Freak, der mir reinredet oder ein schlechtes Gewissen macht ;-). Keine(r), die/den ich versorgen muss. Die Wollmäuse werden aktuell geflissentlich übersehen (und ist der Ruf erst ruiniert… so oder ähnlich war es doch?).

Die einzigen Termine, die ich einhalten muss, sind meine Arbeitszeiten. Aber in 2 Wochen habe ich davon auch 3 Wochen frei. Die Schnittmenge ist: ca. 11 Tage “mit-ohne” beide Control Freaks (Kind und Chef ;-) ). Und jede Menge Zeit. Ein Traum.

Und damit hier auch mal wieder gelacht werden kann, hier mal ein Schwank aus Athen, O-Ton mein Kind (das ein guter Beobachter ist):

“In Athen hupen sie sogar die Ampeln an, damit sie grün werden. Was soll die Ampel denn machen? Sagen, sie hört Stimmen, oder was?”

Der Vulkanausbruch

Als ich plötzlich aufatmete, spürte ich, dass mein Hals brannte wie Feuer. Ich hustete mir die Seele aus dem Leib und weiß nicht mehr, wie lange ich brauchte, um zu realisieren, dass das, was ich dort einatmete, ja einatmen musste, da es wie Schnee auf uns herabfiel und uns wie ein gespenstischer schwarzer Schneesturm umgab, Asche war. Wie lange ich dem Spektakel ungläubig zugesehen hatte, diesem beeindruckenden, farbigen Naturschauspiel, ohne zu begreifen, was es bedeutete. Einem Schauspiel, das zu bitterem Ernst wurde, über Leben und Tod entschied, über Zerstörung und Verschonen, das willkürlich, ohne Plan, wahllos alles mit sich riss, das im Weg war.
Wie wir aus der Ferne - und genauso zufällig hätten wir ebenso gut dort wie hier sein können Zeugen wurden, wie Mitmenschen, Familien, Eltern, Kinder, Haustiere, Nutztiere, Wild, verschüttet wurden, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort waren und nicht, wie wir, das Glück hatten, auf dem benachbarten Berg eine Wanderung zu machen, bis uns ein Naturschauspiel ohnegleichen überraschte und in Atem hielt.
Es sind Bilder, die ich nie vergessen werde. Assoziationen, die mir heute noch ein schlechtes Gewissen bereiten, da ich nicht im Weg gewesen war, sondern ein tödliches Schauspiel beobachtete, das für die anderen Beteiligten so grausam wie für mich schön war.
Die Lavamassen, die ich sah: sie waren rot wie die Liebe, die den Berg scheinbar sanft hinabglitten wie die Hände eines ehrfürchtigen Liebhabers an den Kurven, Tälern und Erhebungen seiner Angebeteten. Sie waren heiß wie die Leidenschaft seiner dirigierenden, lockenden und Funken sprühenden Hände, die ihren Körper zu Leben erwecken und zum Beben bringen, so dass sie nur noch ihmgehorcht, der in Flammen aufgegangen ist und seine elementarsten Bedürfnisse in einer nicht mehr zu haltenden Kraft zu stillen wünscht, dem nichts mehr im Wege stehen darf, der alles mit sich reißt, bis er erlöst ist. Die Erlösung bringt ein Keuchen mit sich, und der Berg, wie der nurmehr befriedigte Körper einer Frau, atmet nur noch aus und das Beben lässt nach. Langsam erwacht wieder das Bewusstsein für das, was um sie, nein um ihn herum geschieht.
Meine Wanderkollegen und ich hatten Glück. Ehrfürchtig durften wir den Vulkanausbruch aus einer sicheren Nähe beobachten. Wir sahen mit an, wie er Menschen mitriss und Tod und Unglück mit sich brachte. Kaum war Stille über das Spektakel hereingebrochen, hörten wir schon die Hubschrauber, umkreisten sie uns, nein die Opfer und die Überlebenden, wie die Geier das Aas. Man konnte nur erahnen, was dort für ein Chaos herrschen musste, während wir buchstäblich unseres Atems beraubt tatenlos zuschauten.
Ungläubig fragten wir uns, warum es keine Warnung gegeben hatte. Seismologen, Vulkanologen, oder wie sie auch alle heißen mögen, hätten sie es nicht voraussagen können? Sind wir immer noch so klein, unwichtig und machtlos, dass wir einer Naturkatastrophe hilflos ausgeliefert sind? Ich erinnerte mich im Dunkel des von Rauch und Asche verhangenen Himmels an den Morgen, als wir aufgebrochen waren. Hell war es gewesen, der Himmel klar und wolkenlos: eine ganz besondere Atmosphäre. Lange war mir nachgehangen, dass mir etwas aufgefallen war, das ich aber nicht benennen konnte. Jetzt wusste ich, was es war. Es war Frühling, und die Vögel hatten nicht gezwitschert. Wie konnte mir das nur entgangen sein? Mir, die den ganzen langen Winter jeden Morgen die zwitschernden Vögel herbeigesehnt hatte. Hätte ich es nur wahrgenommen, wäre es bis zu meinem Bewusstsein vorgedrungen, hätte ich etwas ausrichten können? Aber was hätte ich sagen sollen?
Niemand hätte mir geglaubt. Und ich darf niemandem sagen, dass das das Schönste war, das ich je erlebt habe.

Eine Woche

Das war eine bewegte Woche, und davon möchte ich euch jetzt, obwohl ich davon erschöpft bin, hinter dem Kind und Chaos herzuräumen, eine Collage zeigen. Lydia war, nachdem wir Anfang der Woche noch beim Fotografen waren, 2 Tage krank, so dass die Mama zuhause bleiben musste, und so haben wir gebastelt, gehäkelt, gebacken und gemalt. Ja, Lydia und ich haben angefangen zu häkeln, und es macht sehr viel Spaß (Mama könnte es auch Meditation nennen).

Wir haben Schnee gehabt, gehäkelt, gebastelt, waren krank und bei Ärzten im Wartezimmer, wobei wir wieder gehäkelt haben, wir haben gebacken...

Bitte klicken für größere Version der Collage ;-)

Dazu haben wir dann auch noch gezeichnet, Lydia malt natürlich schon immer ganz viel, aber die Mama hat nach langen Jahren wieder damit angefangen!


 Ich wünsche euch einen schönen Wochenanfang!

Feierabendbrief

Hallo Chef,

hier mein Protokoll des Freitagnachmittags:

a) alle Kunden mit einem Knall habe ich wieder weggeschickt. Das waren 100 von 100.
b) Einer wollte gleich gelöscht werden, so dass ich ihn auf die rote Liste gesetzt habe.
c) Da Punkt a) Überhand nahm, habe ich ein Schild ins Schaufenster geklebt, dass Sozialarbeiter (Sorry, Lynn, du weißt, Ausnahmen… und so) und Menschen mit Profilneurosen das Geschäft nicht betreten dürfen.
d) Allen Kunden, die eine Lappalie für ein ernstes Problem halten und mir damit auf die Nerven gingen, habe ich die Reiseroute nach Griechenland äh Afghanistan ausgedruckt in die Hand gedruckt.
e) Allen potenziellen Maßschuhkunden habe ich den doppelten Preis genannt, damit es sich dann auch richtig lohnt. Bei Frauen habe ich gleich das Vierfache angeschlagen.
f) Da meine Quelle keine Monitore für Fußböden liefern kann, habe ich sie bei Thomann bestellt, und zwar nach der Devise, nur das Teuerste ist gut genug. Die Zahlung geht über dein Paypal Account.
g) Ich habe alle Zubehörkataloge liegen lassen, damit du sie immer gleich griffbereit hast.
h) Allen Anrufern habe ich gesagt, sie sollen am Samstag zwischen 9 und 10 zurückrufen und dich besser persönlich sprechen.
i) Die Datenfutter-Dateien habe ich auf F:/ gefunden. Dabei habe ich so ziemlich alles gelöscht, was ich für unwichtig erachtete, und das war viel.
j) Für ab Montag habe ich auf Firmenkosten veganes Essen auf Rädern bestellt, denn nur ein gesundes Team leistet hochwertige Arbeit. Ich denke, das ist auch in deinem Sinne.
k) Den Staub habe ich von links nach rechts gepustet (eigentlich unwichtig, aber ich wollte nichts auslassen).
l) Autogrammangebote von mir unbekannten Prominenten habe ich abgelehnt mit dem Hinweis, sie könnten sich damit den Allerwertesten wischen. Kennst du einen Robbin Williams oder so ähnlich?
m) Leider habe ich vergessen, ob ich die Tür abgeschlossen habe oder nicht. Soll ich die Polizei anrufen, damit sie mal nachschaut?
n) F1 habe ich nicht vergessen!

Dann bis Montag und schönes Wochenende!

 

Ein Zellhaufen

Ein Stichwort – das erreicht und erregt meine Aufmerksamkeit zufällig per SMS – und viele Gedanken. Mein Gehirn fährt mit mir Gedankenkarussell, sozusagen, und mir wird fast schwindelig. Es durchfährt mich wie ein Blitz, mitten an einem ganz normalen Tag. Ein Wort und viele Assoziationen. Wie die Jahre vergehen, immer schneller, eben war noch August, dann plötzlich, ohne dass ich es wirklich gemerkt habe, Dezember, selten ist mir das so bewusst geworden wie in 2012, und jetzt ist schon bald der erste Monat des neuen Jahres vorbei; ich bin gerade 44 geworden, und wenn es weiter so schnell geht wie bisher, dann bin ich ja quasi übermorgen schon 88!

Was sagt mir das? Nutz die Zeit, die Minuten, die Stunden, Tage, Monate und Jahre, die du noch vor dir hast. Zum Leben, Lieben, und Genießen, und vielleicht auch etwas hinterlassen, kreativ werden und Menschen berühren. Mein Karma? Ich bin für mein eigenes Schicksal zum Großteil verantwortlich. Ich kann, so glaube ich fest, daran mitarbeiten. Die Emotionen in den Griff bekommen, die Überbleibsel einer alten Traurigkeit endlich in die Freiheit entlassen – wie sagt Melody Beattie, „the only way out is through“; verdammt, irgendwann muss doch endlich Schluss sein mit der Fragerei, was ist falsch, was ist richtig; keine negativen Energien mehr in die Welt hinauslassen, nicht nachdenken, sondern machen, tun und leben.

Die Gedanken überschlagen sich. Was ist wichtig? Das Kind braucht Liebe, Geborgenheit, Bildung und Werte, Spaß an der Freud und, scheißegal, die Frage, kann ich das überhaupt, wische ich jetzt schnell beiseite, ich mache es so gut ich kann, und das ist mehr als mancher. Mein lebendiges und lebenslustiges sowie selbstbewusstes Kind ist der wandelnde Beweis. Mahnend schmeißt sich ein Gedanke dazwischen. Die Mama ist auch wichtig, ihr muss es gut gehen, damit sie dem Kind auch „geben“ kann. Die Welt bietet da genug Zerstreuung, man muss sie nur nutzen. Die Wunder von Mutter Erde, Schönheit, Freundschaft, Humor, Demut, Freude, Lachen, Liebe und Geborgenheit, den Luxus und die Freiheit, denken zu dürfen, Kreativität – was will man (frau) mehr? Es macht keinen Sinn, Zeit zu verschwenden mit Oberflächlichkeiten und Gedankenkarussell.

Ein Zellhaufen und viele Gedanken: an Beginn, Geburt und Entstehung und, unweigerlich: Ende und Tod. Der Kreis schließt sich und macht letztendlich Sinn. Auf ins Leben!

(M)ein Kind wird groß

…und fliegt das erste Mal allein. Nach Athen. Mama war wider Erwarten das reinste NERVENBÜNDEL. Aber nun ist sie gelandet und ich kann aufatmen. Sie ist glücklich, “endlich wieder Papa zum Anfassen”, und ich schätze, der restlichen Verwandtschaft geht es ebenso. Was die Mama sich für die Zeit vorgenommen hat? Erst einmal
den ganzen Sonntag im Bett bleiben. Und dann: schaunwer mal! In diesem Sinne wünsche ich allen ein schönes Restwochenende.

Aller Anfang ist schwer !

Na, so ganz überzeugend klinge ich heute natürlich nicht, wenn ich vom Anfang spreche. Dem Anfang von was? Ja, davon, den Blog zu neuem Leben zu erwecken. Lang, lang ist’s her, dass ich hier wirklich aktiv war. Im Mai, genau genommen. Warum? Nun ja, in erster Linie, weil es uns gut geht. Mir gut geht. Früher habe ich ja viel geschrieben, um etwas loszuwerden.

Selbstportrait

Durch das Schreiben, dadurch, dass ich etwas Abstand zu einem Thema gewinnen konnte, indem ich es aus einem humorvollen Blickwinkel beschrieben habe, habe ich viele Dinge verarbeiten und ertragen können. Und dann gibt es ja noch Facebook. Den Zeitfresser, da kann man mal eben schnell Fotos hochladen, schauen, wie es den anderen so geht, ein paar humorige Sätze mit Freunden wechseln, seine Stimmung in wenigen Worten in die Welt hinausposaunen. Kurzum: der Kontakt ist da, mit vielen, vielen lieben Freunden, mit der Außenwelt, mit dem Universum. Aber es sind ja nicht alle Freunde dort, und wie ihr ja wisst, ist das Schreiben eine meiner größten Leidenschaften, die auf Facebook definitiv zu kurz kommt, also habe ich mir vorgenommen, mich mal wieder um meinen Blog zu bemühen. Eine schöne Tradition, um die es schade wäre, wenn sie einschliefe. Finde ich.

Jetzt war ich nach einer Operation am Fuß gerade 2 Wochen krankgeschrieben und so hatte ich etwas Zeit, Muße und Ruhe – ich DURFTE ja auch den Hummeln in meinem Hintern nicht nachgeben – um mich damit zu befassen. Ich musste updaten, updaten, updaten, und das geht bekanntlich nur mit etwas Ruhe und vor allem ZEIT am Stück. Jetzt bin ich ein ganzes Stück weitergekommen und kann nun wieder posten – und auch wenn 1000e von Fotos mich hier quasi erschlagen haben, werde ich mich bemühen, auch sie mit euch zu teilen. So viele schöne Dinge haben wir im letzten Jahr erlebt und darum natürlich auch vieles fotografisch festgehalten. Ich kann ja bekanntlich nicht einen Schritt ohne Kamera gehen – was zu vielen lustigen Kommentaren führt wie “warum fotografierst du ‘jetzt’, oder je nachdem, wer fragt, ‘immer’ dein Essen?”.

Lecker FrühstückOder O-Ton Lydia: “Mama, musst du schon wieder den Sonnenuntergang fotografieren?” Ja, ich muss. Es tut mir Leid. Auch wenn wir nicht mehr in der Ägäis leben gibt es viele, sehr viele schöne Sonnenuntergänge, die die Mama fotografieren muss. Da kann man schon wieder dehnen, wie man möchte, da gibt es kein Pardon. So hat jeder so seine Süchte. Ich finde Fotografier- und Facebook-Sucht nicht so schlimm wie diverse andere. Ich könnte da ja jetzt weit ausholen, aber wer mich kennt weiß, auf was ich mich beziehe. Thema Sucht eben. Es könnte viel, viel schlimmer sein.

Unser See

Gewidmet einem lieben Menschen aus unserer Vergangenheit.

Aber zum Glück haben wir ja die unschönen Zeiten hinter uns gelassen und unser Fazit nach einem Jahr Deutschland ist:
es ist grandios! Wir lieben es. Ich habe es keine Sekunde lang bereut. Alles ist viel einfacher. Ich habe die Existenzängste hinter mir gelassen, den Behördenstress, die Angst, den Hubschrauber rufen zu müssen, wenn mein Kind auch nur annähernd danach aussah, als wenn es einen Arzt brauchte (mein Lieblingssatz von früher: “Lydia, denk dran, wir wollen jetzt nicht mit dem Hubschrauber nach Athen fliegen!” liegt mir zwar manchmal auf der Zunge, aber dann fällt mir ein, dass wir ja jetzt eine andere Infrastruktur zur Verfügung haben). Ich finde es immer noch total klasse, dass ich Wochenenden habe! Und Urlaub! Und Feiertage! Und die werden sogar bezahlt! Hammer!

Die berühmtberüchtigte Praxisgebühr von 10 Euro bezahle ich auch gern, daran denkend, dass meine Rückenschmerzen mit genau diesen plus 17 Euro für 5 Sitzungen Krankengymnastik “geheilt” wurden – wo ich mir in Griechenland doch fast den Magen kaputt gemacht habe durch monatelange Einnahme von 100er Voltarentabletten, die, zusammen mit teurer Physiotherapie (40 Euro pro Sitzung!), nur so viel brachten, dass ich mich bis mittags hinlegen musste, weil ich sonst nicht mehr laufen konnte. Und ich genieße den zivilisierten Umgang mit mir, dem Patienten. Wenn ich Leute hier nur meckern höre über “das Sch…gesundheitssystem” könnte ich mich vor Lachen so verschlucken, dass ich eben das in Anspruch nehmen müsste. Ihr habt ja gar keine Ahnung.

Lydia im Whirlpool

Lebenslust und Freude pur!

Aber das ist auch gut so, denn es macht das Leben viel, viel leichter. Ich bin locker, wenn etwas nicht klappt – habe ich mich doch in Griechenland jahrelang darauf programmiert, dass eigentlich nie etwas klappt und es sich nicht lohnt, sich aufzuregen -; aber meistens klappen die Dinge ja doch. Wenn in Griechenland ungefähr 9 von 10 Berserke im Straßenverkehr waren, dann ist es hier eben nur einer von 100, so stressfrei ist das Autofahren. Und Parken. Behördengänge sind stressfrei, absolut, hier in Oldenburg jedenfalls zieht man eine Nummer und kommt sofort dran. Ich wundere mich auch immer noch, dass sie dort freundlich sind und mir nicht jedesmal sagen, jetzt fehlt noch dieses oder jenes. Die Schule ist viel einfacher; in Lydias Klasse sind nur 13 Kinder, was ein Luxus, und sie sind dort viel behüteter. Die Hausaufgaben dürfen auch nur maximal 38 Minuten dauern.

Aber ich komm ins Schwafeln. Das muss nicht sein. Lieber mal ein paar Fotos suchen und Anekdoten dazu erzählen. Wir haben ja zum Beispiel einen wunderbaren Urlaub hinter uns – 2.300 km durch Deutschland gefahren, bin ja “autobahngeil”. In der Tat bekomme ich jedes Mal Hochgefühle, wenn ich auf die Autobahn fahre, und ich glaube, mein Fernweh wurde in 15 Jahren auf einer kleinen Insel so verdrängt, dass es jetzt umso mehr zutage kommt – Hummeln im Hintern ist kein Ausdruck für meinen “Zustand”.

Uns geht es gut :-)

Himmelsansichten

Nun wäre es ein wenig unrealistisch, wenn alles toll wäre; das nähme mir ja keiner ab. Also seien am Rande auch mal die unschönen Dinge erwähnt, aber wirklich nur am Rande und total unwichtig, eigentlich ;-). Traurig waren einige Trennungen von vermeintlichen “Freunden” – die aber offensichtlich mal wieder notwendig waren. Unsere Mitbewohnerin samt Tochter musste leider ausziehen und wir gehen unseren Weg weiter allein, und ein paar weitere “Freunde” mussten verabschiedet werden. Wer sich nicht weiter mit-entwickeln möchte oder meint, ich passe nicht mehr in sein Schema, der soll bitte wegbleiben und mich mein Leben so leben lassen, wie ich es möchte. So handhaben wir es immer, und es erstaunt mich doch immer wieder, wie sehr sich Menschen über das Leben eines anderen ereifern können, und wie oft es eigentlich nötig ist, “aufzuräumen”. Aber wir haben ja einige neue Freunde dazugewonnen sowie das Glück, viele alte Freundschaften weiter pflegen zu dürfen.

Ja, das Leben geht weiter, und das ist mal wieder der Beweis dafür, dass auch, wenn man manchmal meint, es ist zu düster, um es auszuhalten: es lohnt sich doch, dranzubleiben, am Leben :-).