Oder waren es neun?

Ich bin nicht so versessen auf Gedichte.

Ein Gedicht begleitet mich aber seit Jahren; Dank Anke W. weiß ich jetzt, dass es von Idea Vilarino, Uruguay, stammt.

“Oder waren es neun”

Vielleicht hatten wir nur sieben Nächte,
ich weiß nicht,
ich habe sie nicht gezählt.
Wie hätte ich sie auch zählen können.
Vielleicht nicht mehr als sechs.
Oder waren es neun ?
Ich weiß nicht,
aber sie waren soviel wert,
wie die allerlängste Liebe.
Vielleicht kann man
mit vier oder fünf Nächten wie diesen,
aber genau solchen wie diesen,
vielleicht kann man leben,
wie mit einer langen Liebe
ein ganzes Leben.

Ich weiß nicht, warum mich dieses Gedicht so fasziniert. Vielleicht, weil ich gern so wäre? Weil ich gern so im Augenblick leben wollte, ohne an Vergangenem festzuhalten?

3 thoughts on “Oder waren es neun?

  1. Aν του βίου μου το σκότος
    φαεινή έρωτος ακτίς
    διεθέρμαινεν, ο πρώτος
    της αλγούσης μου ψυχής
    ο παλμός ήθελεν ήτο ραψωδία ευτυχής.
    Δεν τολμώ να ψιθυρίσω
    ό,τι ήθελον σε ειπεί:
    πως χωρίς εσέ να ζήσω
    μοι είναι αφόρητος ποινή —
    αν μ’ ηγάπας… πλην, φευ, τούτο είν’ ελπίς απατηλή!

    Aν μ’ ηγάπας, των δακρύων
    ήθελον το τέρμα ιδεί·
    και των πόνων των κρυφίων.
    Οι δε πλάνοι δισταγμοί
    δεν θα ετόλμων πλέον να δείξουν την δολίαν των μορφή.
    Εν τω μέσω οραμάτων
    θείων ήθελ’ ευρεθείς.
    Pόδα θαλερά την βάτον
    θα εκόσμων της ζωής —
    αν μ’ ηγάπας… πλην, φευ, τούτο είν’ απατηλή ελπίς!

  2. …. eine Ur-Sehnsucht, die tief, ganz tief innen drin, wohl in den meisten Seelen schlummert – vielleicht nicht in allen, und vielleicht auch nicht mit der melancholischen Schönheit der Empfindung, die das Gedicht in sich trägt, und doch hält mein Herz eben den Atem an. Ja. Es ist, als seien durch hauchzarten Widerhall unmerklich feine Schwingungen durch die Seele gezogen. Melancholie. Die schöne Tochter der Trauer, die mit stiller Sanftmut an das Echte erinnert….
    Haarfein verglichen, millimetergenau – sind doch im Grunde = der Mann und die Frau….
    Seelenbilder mit lyrischen Worten gemalt – wundervoll!!!!
    Danke, Martina. Danke.
    Danke auch für die Mühe, die Du Dir so unendlich liebevoll und geduldig mit Deinen Zeilen gibst….

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