Warum so eine Welle?

Der deutsche Rucola-Markt bricht ein. Wegen eines Fremdkrauts. Eines giftigen. Ok, ich sehe ja voll und ganz ein, dass man Kunden kein giftiges Kraut verkaufen darf. Aber irgendwie beginne ich mich zu fragen – können Menschen nicht mehr selbständig denken? Wenn sie ein Paket Rucola kaufen und darin ist ein andersartig aussehendes Kraut, sortieren sie das nicht automatisch aus? Oder gehen sie davon aus, dass Rucola drin ist, wo Rucola drauf steht? Drin sein muss?

Ich muss zugeben, diese Nachricht verwirrt und irritiert mich. Bei uns ist der Salat, der Fisch, alles was wir kaufen IMMER mit irgendwas fremdem gemischt, dann sortier ich das einfach aus, wenn ich nicht weiß, was es ist. Darum bricht aber der Markt nicht ein. Irgendwie sind mir viele Dinge in D-Land fremd geworden.

Und nun warte ich darauf, dass ich einen auf den Deckel kriege, wie bei meinem Schlange-stehen-für-Altglas-loswerden-Beitrag. Wenn ich auch noch nicht weiß, warum, jemand wird’s mir sicher sagen.

Augenschmaus

Irgendwie MUSS man ja auch dem 15. August, dem “schlimmsten” Tag des Jahres, etwas Positives abgewinnen können, oder. Jedenfalls haben sie zur Feier des Tages genügend zusätzliche Hafenpolizisten angefordert, von denen einige in unserem Hotel wohnen – und da sind ein paar wirklich gut aussehende Exemplare dabei ;-). Also gibt’s heute so richtig was zu kucken. Lydia wär begeistert von den Frauen, denn sie will ja Hafenpolizistin werden – wenn nicht Polizistin oder Sängerin – so ganz hat sie sich noch nicht entschieden!

Mit Madeleine im Hinterkopf

Letzte Nacht habe ich geträumt, ich hätte Madeleine gefunden. Bei uns am Strand stand sie plötzlich vor mir, und ich erkannte ihr typisches Augenmerkmal. Panik erfasste mich. Was sollte ich tun? Das Kind ansprechen? Das Kind schnappen und wegrennen? Heimlich die Polizei anrufen? Würde die Polizei überhaupt kommen und wissen, worum es ging? Gedanken, die mir im Traum durch den Kopf gingen.

Ich frage mich, welche Sprache sie wohl sprechen und ob sie noch auf ihren Namen hören würde. Ob sie eines Tages vielleicht wirklich auftaucht und wir erfahren, was mit ihr passiert ist.

Überhaupt ist Madeleine immer in meinem Hinterkopf. Ich mag Lydia nicht allein zuhause lassen und einmal mit den Hunden um den Block gehen, weil ich das Bild vor Augen habe, wie dieses Kind wegkam und nie wieder auftauchte. Wie tragisch für die Familie. Überhaupt mag ich Lydia ungern aus den Augen lassen. Aber man muss sich vorhalten, dass man nicht immer alles kontrollieren kann. Eine von vielen Lebens(lern)aufgaben.

Putzfrauenterror

Und ich dachte, früher hatte ich es schwer, mit nur EINER Putzfrau.

Heute habe ich (Gott sei Dank nicht als Chefin!) mit 4 Putzfrauen zu tun, und die sind alle so unterschiedlich wie es Menschen gibt.

Die eine war super, hat in der gleichen Zeit 3x so viel geschafft wie die anderen. Leider musste sie abreisen, weil ihr Sohn einen Unfall hatte. Sie hat sich bis heute nicht gemeldet.

Die andere ist fleißig und man hört und sieht sie kaum – aber alles ist, ohne Probleme, binnen kurzer Zeit erledigt.

Die andere ist bildhübsch und sehr freundlich und kooperativ, so schaut man gern über ihre Langsamkeit hinweg (schlurf, schlurf den Gang entlang…).

Die dritte im Bunde ist ein Arbeitspferd und ackert – und denkt sogar mit.

Die vierte macht alle wahnsinnig. Sie ist 40 Jahre alt, wie ich also, sieht aus wie 50 und benimmt sich wie eine Zweijährige. Eine Zweijährige mit Fahne. Braucht wahnsinnig viel Aufmerksamkeit. Heult, wenn sie einen nackten Mann sieht (aus Versehen in ein vermeintlich leeres Zimmer gegangen). Heult, wenn sie zuviele Check outs hat. Heult aus jedem Grunde. Versteht jeden Tag dieselben Sachen nicht. Sie könnte einem eigentlich leid tun, aber das Mitleid hält sich irgendwie in Grenzen, auch wenn ich versuche mir vorzuhalten, dass auch ich manchmal Probleme habe.

Gestern hat sie mich total verrückt gemacht, und als ich mich nach Feierabend mit umgehänger Tasche und Sonnenbrille auf der Nase umdrehte und sie wieder vor mir stand, da tat ich etwas, was man eigentlich nicht tut – ich ergriff die Flucht und bat die Kollegen, sich bitte um diesen Fall zu kümmern.

Man würde ja eigentlich nicht denken, dass Zimmer putzen so schwer sein kann, aber es ist eine never ending story. Ich könnte allein über meine Putzfrauenerfahrungen in Griechenland Bücher füllen. Jetzt das 13. Jahr im Hotelwesen auf Paros. Habe ich euch eigentlich schon von der magersüchtigen, von ihrem Mann misshandelten und den Gästen den Ouzo wegtrinkenden Putzfrau erzählt??? Die davon abgesehen die beste von allen war…?

“Sind Sie pensioniert?”

Das ist glaube ich die seltsamste Frage, die man mir in letzter Zeit gestellt hat. Gestern, eine gut betuchte Engländerin, das erste Mal in Griechenland. An meinem Alter kann es ja nicht liegen, also vermute ich mal, dass sie sich nicht vorstellen kann, warum oder wie ein Ausländer sonst in Griechenland leben sollte? Oder kennt die sonst keine arbeitenden Leute mittleren Alters? Na ja, ich war so perplex, dass ich nicht weiter nachgefragt habe, wie sie darauf kommt. Aber schön wärs ja, also sagen wir mal, ich wäre frühpensioniert oder einfach nur reich ;-). So könnte ich mir das Leben in Griechenland viiiiel einfacher vorstellen! Ok, liebe Leute, ich geh weiterträumen!

Noch einmal ne Runde lachen

Nun ist es schon ein Jahr her und mittlerweile kann ich darüber lachen. Aber zu der Zeit und noch eine Weile danach habe ich mich ganz schön geärgert. Desöfteren daran denken tue ich zur Zeit, da ich umgezogen bin und nicht mehr so leicht in die Gefahr kommen werde, einen obdachlosen Pechvogel aufnehmen zu müssen, da ich in meiner neuen Wohnung nicht mehr über ausreichend Platz verfüge. Ab und zu wundert man sich über die schrägen Menschen, mit denen man so im Leben zu tun hat, ob freiwillig oder nicht – ob zu gutgläubig gewesen oder eben Pech gehabt – und weiß, dass man für die Zukunft auf jeden Fall daraus gelernt hat. Wer weiß, wofür es gut war? Vielleicht sogar, um noch viel Schlimmeres zu verhindern? Wer nochmal mitlachen will, hier ist die Geschichte vom sogenannten Horrorbesuch von vor einem Jahr.

Ok, ich oute mich.

“Dieter sagt, das passt wie Arsch auf Eimer” Na, erraten? Nein, ich rauche nicht. Ich steh auch nicht auf Frauen. Ich bin keine Alkoholikerin. Aber ich schau RTL. Und steh auf DSDS.

Mein Favorit ist Thomas Godoj, danach die Linda Teodosiu und der Fady Malouf (interessanter Lebenslauf hier übrigens). Solange die dabei bleiben, bleibe ich auch dabei. Ach ja, und einen liebe ich, den so viele hassen: Dieter Bohlen. Er ist so schön authentisch, so schön unerschrocken und direkt. Herrlich. Ab sofort stehe ich an DSDS-Abenden nicht mehr zur Verfügung. Für niemanden ;-)

Uff jetzt bin ich aber froh, es ist raus. Ihr wisst ja, ist der Ruf erst ruiniert…. ;-)

Wildwest auf Paros

Und wieder was dazugelernt. Eigentlich dachte ich, heute würde ein gaaaaanz langweiliger Tag werden (und ich würde nix für den Blog zu schreiben haben). Aaaaaaaaaaber, man soll den Tag ja nicht vor dem Abend loben.

Wir sind heute mit Hunden am Strand spazieren gegangen, Freundin Nicole und ihr Baby Philip waren dabei. Lydia zum Glück nicht, die war beim Malkurs. Ich hatte Sugar an der Leine, weil er einen ausgeprägten Jagttrieb hat und ich ihn im Falle des Falles nicht kontrollieren kann. Aber Laila war frei, und die kommt auch wenn gerufen. Am Ende des Strandes waren Enten, die Laila noch vor uns entdeckte, sodass sie losstürmte, aber die Enten waren schneller. Erstens können sie fliegen und zweitens wohl schneller schwimmen als Laila.

Wir waren noch am Rufen, da kam schon ein eigenartiges Pärchen aus dem Haus am Ende des Strandes gestürmt. Er oben ohne, sie total hysterisch. Ein Blinder hätte sehen können, dass für die Enten keine Gefahr bestand. Er sah es aber wohl anders, und ehe wir uns versahen, standen wir einem riesigen Gewehr gegenüber, und der Mann hätte, wie er sagte, den Hund auch getötet, wenn er “seinen Enten” was getan hätte. Und außerdem wäre ICH IM UNRECHT, hat er behauptet, denn HUNDE WÄREN AM STRAND VERBOTEN. Als ich mein Handy herausholte, um ein Foto zu machen, verschwand er aber schneller als schnell im Haus. Ich hab ihn grad noch erwischt (siehe unten).

Wir waren recht schockiert und ziemlich verärgert, so dass ich dann kurz danach beschloss, zur Polizei zu gehen und mal zu fragen, wie denn die Sachlage so ist. Die Polizei war auch erstaunt und hilfsbereit. Jetzt weiß ich, dass Hunde durchaus am Strand erlaubt sind, auch wenn sie besser an der Leine bleiben, und dass verärgerte Strandcowboys auch nicht das Recht haben, meinen Hund zu erschießen, und wenn er sonstwas angestellt hätte. Ich hätte gern Cowboy’s Gesicht gesehen, als die Polizei später vor seiner Tür stand.

Am Schluss noch ein Beweisfoto:

Cowboy am Strand