Alles ist relativ

Alles ist relativ, stellte ich heute im Café fest, als ich mich vor 2 Freundinnen rechtfertigte, warum ich nur einen Salat essen wollte. Ein Kilo mehr heute Morgen auf der Waage und mein Busen fiele ja schon fast aus dem BH, behauptete ich, worauf beide demonstrativ in ihren nicht überquellenden Ausschnitt schauten. Da wurde mir klar, dass man nicht immer alles negativ auslegen kann. Womit ich mir nach dem Salat dann auch gleich den leckersten Orangenkuchen aller Zeiten gönnte. Den neuen BH stelle ich dann halt meinem Lieblingscafé in Rechnung, das ist doch mal eine kreative Lösung.

Nicht ganz so kreativ, sondern eher unbeholfen versuche ich meiner Tochter nun beizubringen, dass sie sich nicht von jedem anfassen lassen muss, seit ich erfahren habe, dass uns ein mutmaßlicher Pädophiler gefährlich nahe gekommen war. Beweisen kann ich nichts, aber vielleicht ist es an der Zeit, mein Kind langsam mit gewissen Gefahren bekannt zu machen, die offensichtlich auch nicht mehr vor Paros Halt machen. Traurig, einem Kind, das noch beneidenswert unschuldig und ohne Vorbehalte in die Welt schaut, mit bösen Dingen vertraut machen zu müssen. Lydias Frage auf meinen ersten Vorstoß in Sachen Warnung vor sexuellen Übergriffen war: “Auch nicht, wenn es jemand ist, den ich kenne?”

Nein, mein Kind, wenn du nicht möchtest, brauchst du dich von niemandem anfassen zu lassen. Von absolut niemandem.

Virtuelle Folgeunterhaltung

mit einer Freundin:

Sie: “Du hattest ja wirklich schon einen ereignisreichen und interessanten Morgen. Danke für die nette Unterhaltung! Vielleicht hättest du den hormongeladenen Zigeuner zu deiner Sperma-Suchenden-Freundin schicken sollen…..”

Ich: “Das wäre sicher qualitativ nicht ihren Ansprüchen gerecht geworden *ichschmeißmichhiergleichweg*”

Sie: “Ich auch.”

Oh Mann.

Ein Tag bei der Arbeit. Gerade mal 2 Stunden da und schon hatten wir eine Überflutung, einen potenziellen sexuellen Übergriff und Amis, die nerv(t)en.

Ich war noch gar nicht wirklich da, da hatte ich mir schon fast den Hals gebrochen. Zum Glück trage ich heute meine rutschfesten schweren Clogs. Ein Zimmer war am Duschen – äh, der Gast im Zimmer natürlich – und merkte nicht, dass derweil das Wasser aus dem zweiten dubiosen Loch im Boden ins Zimmer in den Flur und in weitere Zimmer wieder herauslief. Ich bin bis heute noch nicht dahinter gekommen, warum in griechischen Bädern auf dem Boden immer so viele Löcher sind.

Kaum war das Problem gelöst, näherte sich schon das nächste in Gestalt eines Zigeuners, der angeblich wegen irgend welcher Stühle einen Termin beim Chef hatte. Da es aber viel zu früh war und ich mich weigerte, diesen zu wecken, dachte der sich vielleicht, sich mit mir die Zeit vertreiben zu können. Ich hätte schweres mitgemacht in meinem Leben und viel Schmerz in meinem Inneren, aber ich wäre ein guter Mensch (= so kann man doch eigentlich jeden klein kriegen, oder?), und er könne mich heilen. Ich sei verhext, weil andere neidisch auf mich seien (=typisch griechischer Glaube). Ich bräuchte nur heimlich mit ihm in einem Zimmer zu verschwinden, ein rohes Ei und ein Handtuch mitzubringen (auch heimlich) und er würde mich von meiner Bürde befreien. Ganz schnell, und er wollte auch kein Geld dafür haben. Ich wage gar nicht, darüber nachzudenken, was ich allein in einem Zimmer mit einem alten Zigeuner, einem rohen Ei und einem Handtuch machen würde.

So schnell wie heute war das Hotel noch nie voll und zum Glück ist mein Chef ein Blitzmerker, der mein heftiges Blinzeln sofort verstand und mir den Kerl aus der Rezeption schmiss (und was von einem Termin wusste er auch nicht).

Dann kam ein Pärchen und fragte mich leicht peinlich berührt, ob in dem Zimmer oben neben ihnen jemand wohnen würde. Ich sagte ja, und warum, und erst zögernd verrieten sie mir, dass sie ihre Flipflops gestern Abend von unten hinaufgeworfen hatten, weil sie gemeint hätten, das sei ihr Balkon. Ach, sagte ich – nicht fragend, warum man Flipflops wirft und nicht trägt, vielleicht ist das ja heute so – das ist ja noch gar nichts, erzählte ihnen aber auch nicht von dem jungen Mann letztes Jahr, der seinen Schlüssel verloren, von unten auf seinen vermeintlichen Balkon geklettert war und den dortigen Zimmerbewohnern einen gehörigen Schrecken eingejagt hatte.

Nun habe ich gerade ein paar unfreundliche Amis hinter mir, die Transfer verlangten, worauf ich den Chef rief, der sofort angefahren kam, da sie aber in der Zwischenzeit verschwunden waren, wer weiß wohin, nach 5 Minuten Warten wieder abdackelte, woraufhin sie nach ca. 20 min, als sie zurückkehrten, ihren Unmut darüber, dass ihr Transfer nicht da war, an mir ausließen. Wir haben ja auch sonst nix zu tun, aber zum Glück kam mein Chef in dem Moment wieder vorgefahren.

So habe ich gedacht, ich gönn mir jetzt ne wohlverdiente Pause und schreib ein Bisschen in meinem Blog. Ich wünsche euch einen ebenso interessanten und ereignisreichen Tag.

Kinderwunsch

Eigentlich wollte ich dem Beitrag den Titel “Gutes S p e r m a” geben, das hätte viel besser gepasst, allerdings habe ich dann nachher die Spammer am Hals.

Es geht um eine Unterhaltung mit einer Freundin, die unbedingt ein Kind möchte, allerdings hat sie nach ein paar schlechten Erfahrungen eigentlich keinen Bock auf einen Mann.

Ich: Für das Kinderkriegen brauchst du ja nur Sper*a, das dürfte doch nicht so schwer sein.

Sie: ja, aber das, was im Moment im Angebot ist, sagt mir nicht zu. Aber ich kehre jetzt auch in mein Heimatland zurück, denn dort kann ich ein Kind besser allein groß ziehen als hier.

Ich: Vielleicht gibt es dort ja auch mehr Auswahl.

Sie: Ich bin sehr wählerisch, was mein S*erma angeht.

Ich: Na ja, du bist ja noch jung.

Später erzähle ich meinem Freund, Freundin A ginge zurück in ihr Heimatland auf der Suche nach gutem Sper*a.

Sagt er: Gibt es denn hier nicht genug Freiwillige?

Ich: Doch, aber sie ist sehr wählerisch.

Danach hat er nichts mehr gesagt.

In der Bank, und so

Ich bin grad dabei, ein Konto einrichten zu lassen, als Lydia zum gegenüber liegenden Schreibtisch geht und sich, wie eine Kundin, zur Filialleiterin setzt. Die ist ganz freundlich und fängt gleich an mit Lydia zu plaudern und ihr Bonbons anzubieten.

Da sie am anderen Ende der Leitung sitzt und das genehmigen muss, was ihre Kollegin für meinen Fall ins System eingibt, sieht sie, dass Lydias Mama deutsch ist und fragt:

“Kannst du auch Deutsch sprechen?”

“Ja, aber ich kann auch Englisch” antwortet Lydia ganz selbstbewusst.

Da schaut mich die Filialleiterin fragend an und staunt, als ich nicke.

Um mal ein Beispiel von Lydias Englischkenntnissen zu geben, die mich auch immer wieder vom Hocker hauen:

Im Auto sagt sie vorige Tage zu unserer französischen Nachbarin, die zum Hunde spazieren bei Biggie mitkommt, “Do you want to see my phone, I have games”, und dann “you go here, then you click here, and go here”.

Dann erzählte Sonia, dass sie mal eine Katze ohne Augen gefunden hätte.

Lydia sagte “you found a cat that cannot see”.

Vielleicht sollte sie nächsten Sommer mit Französisch anfangen? Oder dem zukünftigen deutschen Außenminister unter die Arme greifen?

Meine Hunde atmen

Zum Glück.

Ich bin ja schon viel Beschiss und wilde Geschichten durch Griechen gewohnt, aber das schlägt jetzt glaube ich alles.

Meine Vermieterin kam heute vorbei, um sich mein Schimmelproblem im Schlafzimmer (direkt am Badezimmer anliegend) anzuschauen. Der Schimmel wächst und gedeiht trotz des heißen, monatelangen Sommers und sie hat dadurch Schwierigkeiten, mich glauben zu machen, dass es nun an der Heizung und der Winterfeuchtigkeit liegt.

Ihr heutiges Fazit: meine Hunde atmen. Die gelben Flecken kommen daher, dass die Wand sich mit der Farbe nicht verträgt. Und dass mein gelegentlicher Nachbar mir mal sagte, die Vormieterin “hätte alles versucht und das Problem nie lösen können”, kann einfach nicht sein. Mein Fazit: ich halluziniere vermutlich.

Ich fang jetzt gar nicht erst an zu fragen, warum das Schimmelproblem nur dort auftritt, denn die Hunde atmen erstens nicht im Schlafzimmer und zweitens eigentlich überall. Und wir atmen auch, dachte ich.

Dazu kommen mehrere Bescheißversuche bei der Strom- und der Wasserrechnung – ich habe in der Vergangenheit davon berichtet. Und das ist ne Engländerin. Ich wusste gar nicht, dass Engländer auch so eine Phantasie entwickeln, wenn es darum geht, sich irgendwo rauszureden.

Da müssen wir wohl mal wieder umziehen. Aber diesen Winter brauch ich erst mal ne Pause, ich kann nicht SCHON WIEDER umziehen.

Gute Nacht!

Schwarzer Tag

Geh ich grad mit meinen Hunden spazieren und begegne einer unserer Katzen (Puma), die auf einer Mauer zwischen Gebüsch thront. Als ich hingehe, um sie zu streicheln, fällt plötzlich etwas von der Mauer – direkt vor die Hunde, die sich sofort drauf stürzen, worauf das Etwas anfängt zu quietschen wie verrückt. Ich dachte, es wäre eine junge Katze oder ein Igel und zog sofort die Hunde zurück, worauf plötzlich eine Ratte davonhumpelte. Im wahrsten Sinne: humpelte.

Fällt einfach ne Ratte von der Mauer. Die hatte wohl schon unter der Katze gelitten und dann stürzten sich noch die Hunde drauf. Armes Tier. Echt kein guter Tag.

Aber keine Sorge, ich werd nicht auch noch anfangen, Ratten zu adoptieren, obwohl…………

Gottvoll schlafen

Lydia schläft endlich wieder in ihrem Bett und ich kann die Nacht überstehen, ohne dauernd getreten zu werden. Und unsere Urlaubsnachbarn, die das Tor direkt vor meinem Schlafzimmerfenster regelmäßig um 23h beim Weggehen und und um 5h beim Nachhausekommen zuschlugen, so dass ich senkrecht im Bett lag, sind gestern Abend endlich abgereist – und kommen hoffentlich nicht so schnell wieder.

Und dann habe ich noch vergessen, den Wecker zu stellen, und bin grad noch rechtzeitig aufgewacht, um pünktlich zur Arbeit zu kommen.

Das tut ja so gut.

Und der Rest des Tages

Nach der Arbeit sind Lydia und ich direkt zum Supermarkt in Marpissa gefahren, um unseren Großeinkauf zu machen. Im Auftrag, auf dem Weg nach dem Haus von Klaus und Dagmar zu schauen, ob es noch stünde oder schon abgebrannt sei.

Im Supermarkt sind wir ORIGINAL Cindy aus Marzahn begegnet, das heißt ihrem griechischen Double, denn sie sprach ja Griechisch (O-Ton Lydia “Boah ist die dick, oder schwanger?”, wie gut, dass wir noch eine Zweitsprache haben). Ich find das ja bewundernswert, wenn jemand solchen Umfanges so grell pink rumläuft!

Die Tomaten waren aus Belgien und zum Weglaufen. Ich frage mich, wer sowas IN GRIECHENLAND kauft. Es gibt an jeder Ecke den griechischen Gemüsehändler mit echten Tomaten.

Dann hatten sie dort ein schickes Fahrrad mit Elektromotor (sehr nützlich für die vielen Hügel), und ich frage mich wieder, wer sowas bei 1.400 Euro kauft (mir wurde gesagt, sie könnten einen Nachlass von 50 Euro geben)…

Wenn ihr wissen wollt, wer ein 250-g-Paket Pumpernickel für 1,80 Euro kauft, das bin ich.

Spannend, nicht wahr, unsere Erlebnisse im Supermarkt ;-).

Klaus und Dagmars Haus war noch intakt, aber als wir uns dem Feuer näherten, stellte ich mit wachsender Sorge fest, das es ganz in der Nähe von Biggie mit den Paros-Hunden gewütet hatte und sind schauen gefahren, ob bei ihr alles ok war (wie viele andere besorgte Menschen auch, so kam Biggie nach dem Feuer aus dem Quatschen nicht mehr raus und entschuldigte sich sogar, dass sie nicht vorher noch aufgeräumt hätte – ich finde, sie hätte auch gleich Kuchen backen können ;-)). Es waren einige Flugzeuge und Haubschrauber im Einsatz gewesen und man konnte sehen, wie sie das Feuer direkt an manchen Häuserwänden zum Halten gebracht hatten.

Die Gelegenheit nahmen wir natürlich wahr, um uns ihre Zöglinge anzuschauen und es grenzt an ein Wunder, dass wir ohne Tier nach Hause gefahren sind. Lydia verliebte sich gleich unsterblich in ein kleines weißes Katzenbaby und teilte Biggie sofort mit, dass sie diese mit nach Hause nehmen wollte. Der Apfel fällt ja bekanntlich nicht weit vom Stamm. Ich sehe die Tiere auch und denke und fühle einfach nur noch HABEN HABEN HABEN HABEN WOLLEN.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da ich mich immer so herrlich aufrege

und anderen damit Gutes tue (kleiner Wink an Biggie ;-)) wollte ich euch mal an der weiteren Entwicklung der Geschichte mit der Wasserrechnung teilhaben lassen (ihr erinnert euch, der Beitrag “Über meinen Horizont“…). Damals habe ich mich ja aufgeregt, weil mir der Anteil des Vormieters noch mit untergeschoben werden sollte. Vermeintlich. Aber das war noch nicht alles – NUN habe ich erfahren, dass die anderen beiden Häuser nebenan über den SELBEN Zähler laufen… also warum nicht, Martina kann doch gleich für die gesamte Nachbarschaft die Wasserrechnung übernehmen!!! Findet ihr da was dran? Nöö, oder? Hätte ich nicht rein zufällig mit der Nachbarin darüber gesprochen und bei der Vermieterin nachgehakt, hätte ich vermutlich auch dieses Detail niemals erfahren… ist ja nur ein klitzekleines, unwichtiges, oder? Aufregen? Ich doch nicht! Nicht mehr!