In Athen hupen sie sogar die Ampeln an!

Das Kind ist in Griechenland, und zwar seit einer Woche. Beim Papa. Ich darf 4 Wochen und 6 Tage frei genießen, jetzt sind es nur noch 3 Wochen und 6 Tage. Aber total tiefenentspannt darf ich im Augenblick tun und lassen, was ich will, wann ich will, wie ich will. Kein kleiner Control Freak, der mir reinredet oder ein schlechtes Gewissen macht ;-). Keine(r), die/den ich versorgen muss. Die Wollmäuse werden aktuell geflissentlich übersehen (und ist der Ruf erst ruiniert… so oder ähnlich war es doch?).

Die einzigen Termine, die ich einhalten muss, sind meine Arbeitszeiten. Aber in 2 Wochen habe ich davon auch 3 Wochen frei. Die Schnittmenge ist: ca. 11 Tage “mit-ohne” beide Control Freaks (Kind und Chef ;-) ). Und jede Menge Zeit. Ein Traum.

Und damit hier auch mal wieder gelacht werden kann, hier mal ein Schwank aus Athen, O-Ton mein Kind (das ein guter Beobachter ist):

“In Athen hupen sie sogar die Ampeln an, damit sie grün werden. Was soll die Ampel denn machen? Sagen, sie hört Stimmen, oder was?”

Wer ohne Sünde ist

Immer wieder interessant, das Leben :-)

Wie man plötzlich in eine Form gepresst wird, in der man vorher wahrscheinlich schon in den Augen mancher Mitmenschen war, ohne es zu wissen. Nun bricht man aus, wagt was neues, tut was unerwartetes, und plötzlich kommen sie von allen Seiten (und ich meine NICHT ausschließlich meinen Blog!).

“Hast du dir das auch gut überlegt?” (Nein, ich hab halt sonst nix besseres zu tun!)

“Deutschland hat nicht auf dich gewartet.” (Ach was?)

“Du wirst ohne Paros nicht leben können.” (Schon mal 15 Jahre auf einer Insel von ein paar Quadratkilometern zugebracht? Woher weißt du, was ich kann und nicht?)

“Wie kannst du nur deine Tiere alle abgeben.” (Wie habe ich das die ganzen letzten Jahre gemacht, mit den Viechern, die ich aus dem Müll gefischt und aufgepäppelt habe, aber nicht alle behalten konnte?)

Da sind die Missgünstigen, für die ich nur ein “Google-Ergebnis” bin, die aber erstaunlich genau Bescheid zu wissen meinen – und sehr schnell urteilen, zynisch, abwertend – das ist deren Problem, nicht meins, was kratzt mich das mehr als ne Kakerlake im Bad? Oder die Träumer, deren Hoffnungen ich jetzt vielleicht zunichte mache?

Immer wieder schön ist die überwältigende Menge an positivem Zuspruch, Hilfsangeboten, Tipps, Glauben an mich. Die, die einfach Anteil nehmen, und dennoch eine Meinung haben, die mir konstruktiv weiterhilft. Ich kann nur meinen gerührten, zutiefst schätzenden, 1000fachen Dank melden!

Aber letztendlich – entscheiden kann ich nur für mich, und für meine Tochter, nach bestem Wissen und Gewissen – wer hätte das gedacht. Wer mich kennt oder diesen Blog aufmerksam gelesen hat wird sicher sein, dass ich nicht leichtfertig entscheide. Da nützen auch dauernde Hinweise auf schlechtes Wetter in Deutschland nicht, na wenn das meine einzige Sorge wäre.

Es glaubt doch wohl hier niemand ernsthaft, dass ich “es” in Deutschland nicht auf die Reihe kriege, oder? Und wer doch, der soll mir das doch mal vormachen, 15 Jahre in Griechenland zu überleben – davon 6 Jahre allein, mit Kleinkind.

Nein, ich habe keine Angst. 15 Jahre Griechenland haben mich gestählt. Ich weiß, was für mich und mein Kind das beste ist. Und ich freue mich auf Deutschland. Ich freue mich auf Neues in meinem Leben, eine gute Schulbildung für meine Tochter, keine dauernde Angst vor einer Massenarmut, keine HIV-und Syphilis-Tests für einen Rezeptionsjob, und vieles, vieles mehr.

Ich habe auf die Zeichen gewartet und sie sind gekommen. Ich lasse alles passieren, wie es soll, und stress mich nicht. Wenn der erste Anlauf nichts wird, dann eben der nächste. Vorm Verhungern habe ich in unseren Breiten keine Angst.

Nun habe ich also bereits Arbeit gefunden (tut mir ja echt leid, Rainer!), die mich nach Oldenburg führt, also nix Bremen – aber irgendwie doch Bremen, da schön in der Nähe. Ein kompletter Neuanfang fühlt sich einfach richtig an.

(Wer mithelfen möchte: wir suchen jetzt in Oldenburg eine Wohnung, wo Tierhaltung erlaubt ist, da wir einen Hund und 2 Katzen behalten!).

Darum: Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.

Sonntag oder: “ich bin nützlich”

Endlich mal ein Sonntag, nach langer Zeit, an dem ich nichts zu tun habe. Natürlich, die Liste ist lang und ich hätte eigentlich unendlich viele Dinge zu tun, aber ich möchte mal einen Tag “anhalten”. Versuchen, zur Ruhe zu kommen und mich meinen Dämonen zu stellen. Mal ein Tag ohne Müssen.
Ich muss heute nicht bei einem Umzug helfen, keine Kinder hüten, Hunde ausführen, Katzen zum Tierarzt fahren oder Elektriker empfangen, Wohnungsverwaltungsjobs ausführen, für die ich nicht bezahlt werde, oder irgend eins der vielen anderen Dinge tun, um die ich gebeten werde, oder für die ich mich anbiete, ich muss nicht mal auf mein eigenes Kind aufpassen, denn das ist woanders, sondern ich kann mich entspannen. Aber geht das?
Ich versuche es, vielleicht, nachdem ich mich meinen übelsten Ängsten gestellt habe. Vielleicht geht es dann irgendwie weiter. Ich habe so viele Fotos, die ich veröffentlichen könnte oder wollte. Ich möchte gern Geschichten erzählen, Anekdoten, die schon wieder in Vergessenheit geraten. Vielleicht von den vielen Dingen erzählen, die ich für andere tue. Mein zweiter Vorname ist “nützlich”. Manchmal schmeichelhaft, aber oft weiß ich einfach nicht, wie ich Nein sagen soll.
Auf jeden Fall sage ich heute nein zu den Staubmäusen und werde ihnen fröhlich zuwinken, wenn sie an mir vorbeiziehen. Sollen sie mir doch den Buckel runterrutschen oder am Allerwertesten vorbei gehen, wie so vieles andere auch. Vielleicht lese ich auch ein Bisschen, ich habe so viele schöne Bücher, da weiß ich gar nicht, was ich zuerst lesen soll. Die 3 Seiten vorm Einschlafen am Abend reichen einfach nicht, mein Lesehunger ist damit nicht gestillt.
Aber um euch zumindest etwas zu unterhalten füge ich hier mal eine Liste der Dinge ein, die ich in den letzten Monaten erfolgreich unternommen habe:
* Wohnungen für andere auflösen, die Sachen stauen und zur bei der Polizei melden, welche vom Vermieter gestohlen wurden
* Haus zur Miete finden, Waschmaschine, Spülmaschine und Kühlschrank inklusive
* Jobs finden (1 erfolgreich, 2 suchen noch)
* Liebhaber besorgen (siehe einen alten Blogbeitrag von mir)
* Poster drucken und aufhängen für den Tierschutz
* Katzenkäfige ausleihen (6)
* Streichsachen ausleihen
* Hundesitten (einmal 3 Wochen und einmal 9 Tage, beim 2. Mal hat der Hund meine Gardinen aufgefressen und auch sonst versucht alles zu zerstören)
* Laptop besorgen,
* Nummernschilder von Autos abschrauben (lassen) und per Post nachschicken
* Pakete annehmen (ca. 6 zwischen 17 und 40kg)
* Medikamente besorgen und nach Deutschland schicken (für Tierschutz)
* bei (kleinen) Computerproblemen helfen, zum beispiel Emails und Facebook für weniger computerbewanderte Freunde einrichten
* Möbel ausleihen oder besorgen
* im Hundeheim aushelfen
* Katzen zur Kastration bringen bzw. zum Einschläfern – unzählige
* Käfige dafür ausleihen
* Hunde in der Gegend versorgen und füttern
* Telefonrechnungen lesen und erklären
* Nachbarshäuser öffnen und Strom wieder anstellen für Nachbarn vom Nachbarn
* für meinen Vermieter ALLE Mieter 2er Objekte finden (sowas passiert praktisch nebenbei)
* Katzenfutterlieferung organisieren
* bei Motorradkauf helfen
* Mein Bankkonto für Überweisungen zur verfügung stellen
* Stromrechnungen verteilen
Das einzige, was ich noch nicht erfolgreich hinbekommen habe ist das hier:
* Meinen Friseur möchte einen Schäferhund (warum sagt er MIR das?). Aber einen jungen, nicht den, der sich im Tierheim befindet (der ist schon zu groß und unberechenbar).
Und ich habe bestimmt etwas vergessen!!! Euch allen wünsche ich einen schönen Restsonntag und ich bemühe mich, bald auch Fotos online zu stellen…

Endlich mal ein Sonntag, nach langer Zeit, an dem ich nichts zu tun habe. Natürlich, die Liste ist lang und ich hätte eigentlich unendlich viele Dinge zu tun, aber ich möchte mal einen Tag “anhalten”. Versuchen, zur Ruhe zu kommen und mich meinen Dämonen zu stellen. Mal ein Tag ohne Müssen.

Ich muss heute nicht bei einem Umzug helfen, keine Kinder hüten, Hunde ausführen, Katzen zum Tierarzt fahren oder Elektriker empfangen, Wohnungsverwaltungsjobs ausführen, für die ich nicht bezahlt werde, oder irgend eins der vielen anderen Dinge tun, um die ich gebeten werde, oder für die ich mich anbiete, ich muss nicht mal auf mein eigenes Kind aufpassen, denn das ist woanders, sondern ich kann mich entspannen. Kann ich das?

Ich versuche es, vielleicht, nachdem ich mich meinen übelsten Ängsten gestellt habe. Vielleicht geht es dann irgendwie weiter. Ich habe so viele Fotos, die ich veröffentlichen könnte oder wollte. Ich möchte gern Geschichten erzählen, Anekdoten, die schon wieder in Vergessenheit geraten. Vielleicht von den vielen Dingen erzählen, die ich für andere tue. Mein zweiter Vorname ist “nützlich”. Manchmal schmeichelhaft, aber oft weiß ich einfach nicht, wie ich Nein sagen soll.

Auf jeden Fall sage ich heute nein zu den Staubmäusen und werde ihnen fröhlich zuwinken, wenn sie an mir vorbeiziehen. Sollen sie mir doch den Buckel runterrutschen oder am Allerwertesten vorbei gehen, wie so vieles andere auch. Vielleicht lese ich auch ein Bisschen, ich habe so viele schöne Bücher, da weiß ich gar nicht, was ich zuerst lesen soll. Die 3 Seiten vorm Einschlafen am Abend reichen einfach nicht, mein Lesehunger ist damit nicht gestillt.

Aber um euch zumindest etwas zu unterhalten füge ich hier mal eine Liste der Dinge ein, die ich in den letzten Monaten erfolgreich unternommen habe:

* Wohnungen für andere auflösen, die Sachen stauen und bei der Polizei melden, welche vom Vermieter gestohlen wurden

* Haus zur Miete finden, Waschmaschine, Spülmaschine und Kühlschrank inklusive

* bei diversen Umzügen helfen

* Jobs finden (1 erfolgreich, 2 suchen noch)

* Liebhaber besorgen (siehe einen alten Blogbeitrag von mir)

* Poster drucken und aufhängen für den Tierschutz

* Katzenkäfige ausleihen

* Streichsachen und Bohrmaschine ausleihen

* Hundesitten (einmal 3 Wochen und einmal 9 Tage, beim 2. Mal hat der Hund meine Gardinen aufgefressen und auch sonst versucht alles zu zerstören, ich war mit den Nerven am Ende!)

* Laptops besorgen,

* Nummernschilder von Autos abschrauben (lassen) und per Post nachschicken

* Pakete für Abwesende annehmen (ca. 6 zwischen 17 und 40 kg)

* Medikamente besorgen und nach Deutschland schicken (für Tierschutz)

* bei (kleinen) Computerproblemen helfen, zum beispiel Emails und Facebook für weniger computerbewanderte Freunde einrichten

* Möbel ausleihen oder besorgen

* im Hundeheim aushelfen

* Katzen zur Kastration bringen bzw. zum Einschläfern – unzählige :-(

* Hunde in der Gegend versorgen und füttern

* Telefonrechnungen lesen und erklären

* Nachbarshäuser öffnen und Strom wieder anstellen für Nachbarn vom Nachbarn

* für meinen Vermieter ALLEN Mietern 2er Objekte finden (sowas passiert praktisch nebenbei)

* Katzenfutterlieferungen für den Tierschutz organisieren

* bei Motorradkauf helfen

* Mein Bankkonto für Überweisungen zur Verfügung stellen

* Stromrechnungen verteilen

Das einzige, was ich noch nicht erfolgreich hinbekommen habe ist das hier:

* Mein Friseur möchte einen Schäferhund (warum sagt er MIR das?). Aber einen jungen, nicht den, der sich im Tierheim befindet (der ist schon zu groß und unberechenbar).

Und ich habe bestimmt etwas vergessen!!! Euch allen wünsche ich einen schönen Restsonntag und ich bemühe mich, bald auch Fotos online zu stellen…


Bitte was?!

Vorige Tage hat mir jemand gesagt, dass ich statt “häh” oder “wie” oder was es da sonst noch so gibt immer “bitte was” sage – und zwar “oft”. Mir dämmert jetzt auch langsam, warum ich das tue, denn wahrscheinlich klingt es selten dämlich, gefühlte 100.000 Mal pro Tag “häh” zu sagen, da mein Gedächtnis im Moment besorgniserregend zu wünschen übrig lässt. Ich hoffe nicht, dass es bereits erste Alterserscheinungen sind, sondern einfach nur am Vielbeschäftigtsein liegt.

Vor ein paar Tagen fahren wir morgens los, um Lydia zur Schule zu bringen, und normalerweise nehme ich die Hunde mit, damit wir danach am Strand spazieren gehen können. Dieses Mal fällt mir auf halbem Wege auf, dass irgendwas fehlt. Ich sage zu Lydia, sag mal, haben wir nicht irgendwas vergessen? Worauf sie sich totlacht und meint, besser, als wenn ich SIE vergessen hätte. Ja, das wäre WIRKLICH peinlich, wenn auch wahrscheinlich in ihrem Sinne gewesen!

Den nächsten Tag geht mein Freund mit den Hunden spazieren und als er wiederkommt, begegne ich Laila, als ich gerade aus dem Waschkeller komme. Oh Schreck, denke ich, ist mir die Laila entlaufen, habe ich sie vergessen, wo war sie, bei mir? Dann kommt Chris um die Ecke und mir dämmert, ach ja, sie war mit ihm spazieren. Kurz darauf verliere ich Lydia auf dem Weg zur Wohnung zurück, vom Waschkeller wohlgemerkt. Im Wohnzimmer angekommen frage ich “wo ist Lydia?”. Mein Freund mutmaßt, ich hätte sie vielleicht aus Versehen im Waschkeller eingesperrt, aber ich darf aufatmen: Lydia hatte sich im Garten versteckt ;-).

Gestern gehe ich zum Gemüseladen und in dem Moment, wo ich reingehe, entfallen mir die 2 Sachen, die ich nicht aufgeschrieben habe, weil, sind ja nur 2 Sachen, nicht. Der Händler schaut mich fragend an, ich schaue ihn fragend an. Ich sage, ich habe vergessen, was ich wollte. Aber zum Glück ist es mir ganz schnell wieder eingefallen. Süßkartoffeln und Koriander. Beides hatten sie nicht.

Aber ganz große Sorgen machte ich mir dann gestern, als ich in der Arztpraxis im Wartezimmer saß. Es kam ein Mann herein, der mich ganz freundlich grüßte und mir sehr bekannt vorkam, und ich dachte, Scheiße, wer ist das denn nun schon wieder? Es ratterte wahrscheinlich hörbar in meinem Kopf. Noch besorgter wurde ich, als er mich freundlich fragte, wie es mir ginge, sich dann auf die Waage stellte und mir mitteilte, er sei von 81 auf 77 kg runter gegangen – da dachte ich mir, verdammt, den MUSS ich doch kennen, wenn er  schon sein Gewicht mit mir teilt! Zum Glück sagte er kurz darauf etwas, woraus ich schließen konnte, und mich erinnern, wer er war – in der Tat hatte ich schon mit ihm zu tun gehabt, aber schon Jahre nicht mehr gesehen. Wie ist das überhaupt möglich auf so einer kleinen Insel?!

Dass ich irgend jemanden anrufe und sobald es klingelt vergesse, wen ich grad anrufe und warum, geschieht mir schon länger. Oder ich Auto fahre und mich plötzlich frage, warum Lydia nicht dabei ist und denke, ich habe sie irgendwo vergessen (was noch nicht passiert ist). Oder ich plötzlich nicht mehr weiß, wo ich eigentlich hin fahre. Aber ernsthaft Sorgen habe ich mir bis dato nicht gemacht. Sollte ich das vielleicht?

“Einer hier” und “einer dort”?

Erinnert ihr euch noch an den Hotelgast, der oder die mich im vergangenen Sommer schwer bemitleidete, dass ich auf einer verlassenen Insel im Winter mein Dasein fristen muss, weil hier ja kaum Menschen wären (mutmaßte sie so)? Nun ja, hier in meiner warmen Wohnung sitzend, zusammen mit meinem Freund, 2 Hunden und zur Zeit 5 Katzen fühle ich mich gar nicht einsam. Und auch da draußen sind, man solle es kaum glauben, Menschen, mit denen man auch im Winter verkehren kann, auch wenn die meisten hier ein Bisschen komisch sind, das dürfte euch auch nicht entgangen sein, und ich schließe mich da ja auch gar nicht aus.

Aber ihr wisst sicher noch nicht, trotz aller Mordgelüste im Sommer, von denen ich hier brav berichte, dass mir jetzt tatsächlich ein böser Anschlag in die Schuhe geschoben wird. Und zwar von meiner ehemaligen Vermieterin, die mir damals noch harmloseres unterstellte, wie “der Schimmel in der Wohnung käme durch das Atmen meiner Hunde”. Nun bin ich ja bekanntlich schon seit Monaten dort ausgezogen und jetzt glaubt sie, ich hätte versucht, sie – und ihren Mann und ihre Hunde und die Katzen und überhaupt wahrscheinlich alles, was kreucht und fleucht – umzubringen, da der Klima-Anlagen-Techniker beim Ausbau meiner Klima-Anlage die Kabel oben auf dem Dach einfach hat hängen lassen. Die hingen nun, wir haben ja Regenzeit, offensichtlich in eine Pfütze auf dem Dach und wenn man den Strom angeschaltet hätte, wäre ich sie alle auf einen Schlag losgeworden. Man solle sich das mal vorstellen. Da kommt man ja glatt ins Träumen. Aber ich habe gesagt, sie solle ihre Mordtheorien bitte an die richtige Stelle schicken – nämlich an den Mann, der dafür bezahlt wurde, seinen Job zu machen.

Auch sonst geht es im Moment auf Paros hochkriminell zu. Da meinen manche schon, ich berichte aus Süd L.A.! Neulich haben wir einen Polizisten in ein Haus begleitet, in das eingebrochen worden war, da ich übersetzen musste zwischen dem, der die Polizei brauchte und dem Polizisten selbst. Erstaunlicherweise kam der Polizist sogar, das hat mich schon gewundert, ist ja halbwegs beruhigend, sollte mal jemand an meinen scharfen Wachhunden vorbei kommen wollen. So sind wir in dieses Haus durch das offene Fenster eingestiegen, brav im Stockdüsteren hinter dem Polizisten her, der seine Waffe bereithielt (oder sich an ihr festhielt, sogenau kann ich das nicht sagen, es war ja dunkel). Da wurde mir mal wieder klar, wie nützlich ich bin, denn er hatte keine Taschenlampe dabei, ich dafür ein kleines Feuerzeug mit Minilämpchen. So bahnten wir uns den Weg zum Stromkasten vor, bis wir Licht anmachen konnten, ohne von gemeingefährlichen Verbrechern übemannt zu werden. Nur um festzustellen, dass “diese” wahrscheinlich nur einer war, der nichts geklaut, sondern sich nur ein Bett zum Schlafen gerichtet hatte. Irgend ein armes Schwein also, so sind wir ziemlich unverrichteter Dinge davongezogen, auch wenn es uns natürlich mal wieder einen langweiligen Wintertag bereichert hat!

Etwas beunruhigend hingegen fand ich , dass der Polizist meinte, mich zu kennen. Ich habe in letzter Zeit wohl zu viel Kontakt mit Polizisten gehabt. Daher bin ich froh, dass ich nicht auch noch bei der Barbie-Puppen-Gang dabei war.

Aber mal von vorn. Hier findet wöchentlich ein Treff statt, wo Leute Dinge austauschen, die sie nicht mehr haben wollen. Also so eine Art Second Hand Markt ohne Geld. Ich selbst war noch nicht da, aber ich überlege, nächstes Mal doch hinzugehen. Beim letzten Treffen blieb eine Tüte mit ganz vielen (nackten) Barbies und Kens übrig, die niemand haben wollte. Nachdem also ein paar Leute zu tief ins Glas geschaut hatten, nahmen sie auf dem Rückweg die Barbies und Kens mit und platzierten sie, so lange der Vorrat reichte, auf den Türknäufen diverser Geschäfte in der Market Street.

In der selben Nacht fand dort ein versuchter Einbruch statt, und zwar bei einem Geschäft, das eine Barbiepuppe auf dem Türknauf hatte. Eine Freundin, die dort im Geschäft arbeitet, versuchte, da sie von der Barbiepuppenaktion wusste, die Puppe rechtzeitig zu entfernen, was der Chef allerdings nicht zuließ, weil er es für ein wichtiges Indiz hielt. Die Polizisten waren aber eher weniger begeistert von noch mehr Arbeit und wussten das Barbiepuppenindiz recht uninteressiert sofort auszuschließen. Andere Geschäfte hingegen waren etwas beleidigt, dass alle anderen eine Barbiepuppe an der Tür hatten und sie nicht. Eins davon hat wohl eine Überwachungskamera. Noch werten sie den nächtlichen Film wahrscheinlich aus und ich frage mich, ob sie die Barbiepuppenverteiler für die versuchten Einbrecher halten werden. Von einer Verhaftung habe ich aber noch nichts gehört.

Ansonsten ist hier alles eher harmlos. Nur am Rande bemerkenswert ist vielleicht jemand in Aliki, der mein Fischernetz benutzt, mit dem ich damals meine Fenja eingefangen habe, um einen entwischten Hund wieder einzufangen. Wie der Rattenfänger von Hameln also läuft er gelegentlich in Aliki auf und ab. Die dortigen Kinder sind ganz begeistert und helfen mit, den Hund zu suchen. Andere halten ihn wahrscheinlich nur für einen harmlosen Irren. Wovon es hier, siehe oben, ja genug gibt.

Und damit bin ich heute durch, tut mir Leid, dass ich euch so lange auf News habe warten lassen, irgendwie ist mein Winter zu ereignisreich!

Das Leben ist seltsam (schön)

Mal schön, mal schaurig, mal schräg, finde ich gerade – ist das nun ein Zufall, dass alles mit „sch“ beginnt?

Ich habe eine Katze auf der Maus sitzen, was mich beim Arbeiten und Schreiben etwas behindert, zumal ihr Kopf im Weg meines rechten Armes ist, da kann ich nicht so gut tippen. Aber so ist das nun mal, wenn man etwas überbevölkert ist. Beim Kochen eben habe ich mir auch schon wieder fast den Hals gebrochen, als ich rückwärts über einen Hund gestolpert bin. Da ich gerade einen Weihnachtshund in Pflege habe, sind wir nun zu Dritt. Also die Hunde natürlich. Die Katzen sind immer noch recht zahlreich, wenn auch reduzierter aufgrund aktiver Exporte und Vermittlung in letzter Zeit! Unser Blacky ging ja kürzlich nach Berlin (ohne Klaus), und er hat echt Schwein gehabt, denn dort hat man festgestellt, dass er Diabetes hat, wie gut, dass er jetzt in guten Händen ist (Danke, Monika!). Von Snowy haben wir auch kürzlich gehört, jetzt Rambo, dem geht es auch gut. Aber ich will mich bemühen, euch nicht zu langweilen. So Katzengeschichten sind nicht jedermanns Sache, obwohl es auch gleich weiter unten wieder um Katzen gehen wird.

Gut, dass Lydia gerade in Athen ist. Das ist natürlich auch aus anderen Gründen gut, denn ich kann mich nach Herzenslust ausruhen (kommt allerdings eher nicht vor, ihr kennt mich ja) oder austoben (das ist eher der Fall) oder tun was ich möchte oder nicht tun was ich nicht möchte, oder einfach mal NICHT reden und zuhören müssen – da kann sich die Alleinerziehendenseele endlich erholen. Was natürlich nicht heißt, dass die Mama das Kind nicht vermisst, aber da sie das in Athen gut aufgehoben weiß – dort wird die Verwandtschaft gerade aufgewirbelt und vom ersten großen Knall mit Papa hat Lydia auch schon berichtet, „aber jetzt ist alles wieder gut“ – kann die Mama guten Gewissens den Jahresurlaub genießen. Komischerweise ist sie auch so überhaupt nicht müde, obwohl um 7 Uhr heute Morgen aufgestanden und jetzt fast Mitternacht ist – natürlich können Mütter nicht so auf Knopfdruck auf einmal länger schlafen, das steckt schon drin nach so vielen Jahren des Funktionierens.

Jetzt lerne ich also mal nicht nur zu funktionieren, sondern auch zu genießen. Das tu ich natürlich sonst auch, aber irgendwie geht es schon etwas unter im Alltag. Heute Abend hatte ich den Strand bei starkem Wind und Sandverwehungen für mich allein mit „meinen“ drei Hunden. Welch ein Luxus! Was braucht der Mensch mehr?

Nun habe ich auf dem linken Arm ein Katzenhinterbein liegen. Die Katze liegt auf meiner linken Seite und es sieht sehr ulkig aus mit der hinteren Pfote in meinem Ellenbogen. Die sind schon lustig, diese Viecher. Bringen mich immer zum Lachen. Man kann von ihnen auch lernen – so wie eben, da habe ich mich gefragt, wieso eine Katze eine Tür nur anzuschauen braucht, damit sie auf geht? Wie haben die einen so gut im Griff? Könnte ich mich auch so gut programmieren, dass ich das Leben so gut im Griff hätte?

Aber eigentlich schlage ich mich ja nicht schlecht durch, oder. Ich bin irgendwie immer zur rechten Zeit am rechten Ort, denke ich manchmal. Gestern Abend war ich mit meinen 3 Hunden spazieren – wovon übrigens 2 lustiger Weise Laila heißen, aber nicht, dass ihr denkt, die würden auch alle beide angetrabt kommen, wenn ich sie rufe – , als sie eine kleine graue Katze aufstöberten, die, was ich sehr komisch fand, nicht weglief. Besorgt ging ich dahin zurück, nachdem ich die Hunde ins Haus zurückgebracht hatte. Es war eine ganz kleine Katze in meiner Lieblingsfarbe russisch-blau. Leider hat sich mein Verdacht dann kurz darauf beim Tierarzt bestätigt, wo ich sofort hingefahren bin – sie hatte ein gebrochenes Rückgrat und musste eingeschläfert werden. Ich war sehr traurig, und mein einziger Trost war, dass ich sie noch die letzten 10 Minuten begleitet habe und sie nicht allein irgendwo verhungert ist. Oder so. So spielt das Schicksal und ich war die Glückliche, die am Tag vor Weihnachten mal eben nebenbei was für ihr Karma tun konnte.

Apropos, Katzen und Karma… wisst ihr noch die kleinen süßen Katzenbabys, die wir in Aliki gefunden und mit denen wir sogar umgezogen sind? Na das waren Zeiten, spreche ich jetzt etwa von überbevölkert??? Na ja, jedenfalls haben die einer Freundin von mir zu einem Liebhaber verholfen. Ja, ihr habt richtig gelesen. Aber mal von vorn. Die Katzenbabys gingen nämlich durch einen Freund von mir an einen netten jungen Griechen, den ich gleich unter „Merken, eventuell Liebhabermaterial“ abgespeichert und in meinen Facebookfreundeskreis aufgenommen habe. Da rede ich doch neulich mit einer verzweifelten Freundin, die schon seit (ich zitiere) 10 !!! Monaten keinen Sex mehr gehabt habe, und sie fragt mich, ob ich denn nicht irgendwelche geeigneten Männer vorschlagen könnte. Ich kramte kurz in meinem Gedächtnis, ging alle unter „Liebhabermaterial“ abgespeicherten Männer durch und schlug vor, sie möge sich doch auf Facebook mit XY befreunden. Was sie dann auch tat, worauf sie den nächsten Tag schon ein Date hatte und so weiter und so fort, den Rest könnt ihr euch sicher denken. Mission erfolgreich! Ich bin doch richtig nützlich, muss ich zufrieden feststellen!

Hinterher berichtete sie mir, er hätte gefragt, wie denn das Gespräch auf ihn gekommen sei. Sie meinte, sie konnte ja schlecht sagen, dass wir über Sex gesprochen hätten… wenn er wüsste!

Nun ja, besagter Freund, der meine Katzenbabys vermittelt hat, war dann neulich auch, auf meinen Vorschlag hin in unserem sogenannten „Tierheim“ und hat kurz darauf einem anderen Bekannten einen Hund, der schon seit März im Tierheim war, vermitteln können. Da freut man sich doch, wie das Leben so spielt und eins das andere ergibt. Und so schreibe ich demjenigen auch gleich, wenn ich erfahre, dass irgendwo ein Drucker zu verschenken ist, und schwupp ist er an einen neuen Drucker gekommen, für ganz umsonst. Eine Hand wäscht die andere.

Da fällt mir etwas Unglaubliches ein, was ich vorige Tage erlebt habe, ist zwar jetzt total aus dem Zusammenhang gerissen, aber da es mir gerade einfällt, will ich es euch nicht unterschlagen. Ich war bei der Polizei, um eine behördliche Angelegenheit für eine Bekannte, die zurzeit nicht hier ist, zu erledigen. Leider hatte die Bekannte das Formular an der falschen Stelle unterschrieben. Der Polizist – ! – malte die Unterschrift kurzerhand mit Tippex über und schob mir verdutzten Person das Formular hin mit den Worten „unterschreib… aber nicht als du, sondern als sie“. Ich versuchte so zu tun als wäre Urkundenfälschung bei der Polizei für mich das normalste der Welt, unterschrieb brav und ging zur Tagesordnung über, als wäre ich ein gewiefter Betrüger. Und wenn jemand von euch meint, mich verpfeifen zu müssen, berufe ich mich einfach auf die künstlerische Freiheit und behaupte, mir das ausgedacht zu haben (zu eurer Beruhigung, war eine ganz langweilige, bürokratische, komplett unwichtige Sache!).

So dann will ich jetzt mal für heute Schluss machen, aber erst nochmal schnell ein Frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen. Es tut mir Leid, dass ich im Moment so selten hier schreibe und Fotos veröffentliche, aber ich bin so beschäftigt… mit Leben! Ich habe ein sehr ausgeprägtes soziales Leben und bin viel unterwegs und habe einfach nicht so viel Zeit im Moment für das Internet. Aber ich habe noch ohne Ende Fotos für euch, also werde ich mich die Tage mal ganz doll ins Zeug legen und alles veröffentlichen!

“Blind Date in der Dunkelkammer”

Und: “6 Singles hoffen auf die große Liebe.”

So gehört auf RTL – Werbung für eine neue Sendung.

Gibt es wirklich Leute, die hoffen, in der Dunkelkammer die große Liebe zu finden??? Im Fernsehen???

Andererseits, auf einer griechischen Insel (bei ganz viel Licht) ist es auch nicht so einfach.

Erzählt mir eine Freundin heute, die schon länger Single ist, von ihrem Gespräch kürzlich mit einem Freund, der herausfinden wollte, welche Ansprüche sie an einen Partner stellt.

Sie (übrigens nicht Griechin): “Also, er sollte schon in ganzen Sätzen sprechen können.”

Er: “So richtig, mit Punkt und Komma?”

Sie: “Ja, eigentlich schon.”

Worauf er schlussfolgert: “Hmm, dann fällt die Hälfte der Griechen schon mal weg.”

Ich finde sowieso, Griechen sollte man sich eher wegen ihrer Liebhaberqualitäten nehmen, und dabei müssen sie ja nicht in ganzen Sätzen sprechen können. Ansonsten sollte man lieber die Finger davon lassen.

Obwohl natürlich Ausländer auch nicht alle in ganzen Sätzen sprechen können, womit wir wieder bei RTL wären – Bauer sucht Frau fällt mir da zum Beispiel ein. Oder Schwiegertochter gesucht. Wobei ich euch darauf hinweisen muss, bevor ihr gänzlich verwirrt seid, dass ihr, zusammen mit mir, aus der Perspektive einer griechischen Insel, alle Ausländer seid!

In Zeiten der Finanzkrise habe ich auch schon mal gedacht, dass es vielleicht sinnvoll wäre, sich einen Bauern zu angeln. Da gibt das Feld sicher noch was her, wenn der Bankautomat schon längst streikt.

Aber dafür muss man ja nicht ins Fernsehen, Bauern gibt es auch auf griechischen Inseln, aber meine Freundin ist nicht davon abzubringen, dass ihr zukünftiger Partner ganze Sätze formulieren können müsste, also wird das sicher wieder schwierig – Bauer UND Grieche? Hm, na ja.

Man sagt ja, in der Not frisst der Teufel Fliegen. Fliegen gibt es im Moment wiederum sehr viele, ich bin schon die reinste Massenmörderin.

Aber ich komme vom Thema ab und das hilft meiner Freundin auch nicht weiter. Eigentlich wollte ich nur darüber sinnieren, was für seltsame Blüten die Partnersuche heutzutage treibt.

Vielleicht basiert die neue RTL-Sendung ja auf dem Prinzip, auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn. Womit beide Sendungen ja direkt was gemeinsam hätten. Vielleicht sollte meine Freundin ja doch ins Fernsehen.

Die Katzenübergabe

oder „die besten Geschichten schreibt doch das Leben“ – da nicht mehr so viele Verrückte durch meine Rezeption wandern, muss ich jetzt nachmittags auf die Suche nach ihnen gehen, sonst steht ja demnächst nichts mehr in meinem Blog.

Neulich abends bekam ich ein Katzenbaby aufgedrückt, das ich, wie ich nach der ersten Schrecksekunde erfuhr, nur einer Amerikanerin auf der anderen Seite der Insel übergeben müsse. Also keine weiteren Verpflichtungen, ich durfte erleichtert aufatmen.

Da ich aber den nächsten Tag mit einer üblen Magen-Darm-Geschichte im Bett lag – ihr erinnert euch, als mein Kollege den Chef beklaute -, musste ich leider den ersten Übergabetermin platzen lassen. Alle weiteren Versuche, einen Termin zu vereinbaren, scheiterten vorerst an der Tatsache, dass ich wohl zur seltenen Spezies der Menschen gehöre, die vormittags arbeiten und diese Dame noch seltener mit Menschen dieser Gattung zu tun hat, so dass sie einfach nicht in der Lage war zu verstehen, trotz zahlreicher erläuternder SMS, dass ich vormittags keine Zeit habe. Also ließ ich es erst einfach mal ruhen – das Katzenbaby war ja bei Lydia in guten Händen – und startete Montag einen neuen Versuch. Und siehe da, die Dame hatte am Dienstag sogar nachmittags Zeit! Aber wenn ich dachte, das war die schwierigste Hürde, dann hatte ich mich getäuscht.

Wir machten uns also zur verabredeten Zeit auf den Weg und ich sollte sie anrufen, sobald ich eine gewisse Tankstelle erreicht hatte. Aus dem Süden kommend tat ich dies also, vorausdenkend, bereits vor Erreichen der Tankstelle. Sie dirigierte mich also „nach der Tankstelle auf der rechten Seite“ hier hin und dort hin.

Ich: „du meinst, die Tankstelle XY? Ich komme von Süden, also ist sie für mich auf der linken Seite“
Sie: „nein, wenn du von oben den Berg runter fährst ist die Tankstelle rechts“
Ich: „ICH KOMME ABER VON SÜDEN, bin bereits durch die Ortschaft durch, und der Berg geht für mich NACH OBEN“
Sie: „dann bist du aber schon zu weit gefahren, die Tankstelle ist rechts“
Ich: „ICH WEISS WO DIE TANKSTELLE IST“ (verdammt noch mal!!!), „ ICH KOMME AUS DEM SÜDEN“ (Drios, Aliki, verstehst?) !!!!!

Nun gut, mittlerweile hatte ich natürlich schon längst die Tankstelle erreicht. Also wieder zurück, denn aus meiner Richtung gesehen musste ich davor abbiegen. Schnell spulte sie die weitere Beschreibung ab, Kirche nach 500 Metern, dann links–rechts und das dritte Haus links, sehr großes Haus. Sie würde nach draußen kommen und uns winken. Nicht so schwer eigentlich. Dachte ich.

Da ich allgemein sowohl ortskundig bin als auch sonst keine Orientierungsstörungen habe, habe ich den Weg rasch gefunden, nur welches genau das 3. Haus war, war mir nicht wirklich klar (gehörte das halb verfallen Bauernhaus dazu, oder wurde das nicht mitgezählt?), denn es kam auch niemand raus, um uns abzufangen… trotz mehrmaligen Hupens und obwohl wir etwa 4x am vermeintlichen Haus vorbei fuhren. Die gute Dame ging auch nicht ans Telefon, so dass ich irgendwann völlig entnervt zur Tankstelle zurückfuhr und tankte, in der Hoffnung, ich könne dort fragen; ganz sicher würden die wissen, wo hier eine (verrückte, da stand meine Meinung schon fest) Amerikanerin hauste.

Dem Grinsen des Tankwarts nach zu urteilen wusste er auch viel mehr, als ich jemals erfahren möchte. Er erklärte uns auch das genaue Haus und zwar war es das, wo wir schon 20min lang dran vorbei gefahren waren. In dem Moment rief sie auch endlich an – sie hätte die Katzen gefüttert und uns nicht gehört. Seltsam, dabei sollten wir doch 2 Minuten nach dem Telefonat aufschlagen und von ihr empfangen werden. Wie kann da jemand plötzlich 20min lang Katzen füttern und uns vergessen? Ich war mittlerweile schwer genervt angesichts des Dauerfiepens der kleinen Katze, die ganz offensichtlich äußerst ungern Auto fuhr. Lydia gab ja auch noch dauernd ihren Senf dazu (und ihrer Meinung über die „blöde Kuh“ lautstark Stimme).

Bei der Ankunft also musste ich mir ganz schwer Mühe geben, nicht ärgerlich zu erscheinen, denn immerhin nahm sie ja eine Katze auf, die wahrscheinlich sonst an mir hängen geblieben wäre. Also Klappe halten, höflich sein und durch. Da ich danach noch eine Verabredung in der Ortschaft hatte, zu der ich bereits mindestens 20min zu spät kommen würde, wollte ich es auch noch schnell hinter mich bringen.

Hier ein kurzer Ausschnitt unseres Dialogs nach Ankunft:

Sie: „schön, ich freue mich, das wäre jetzt also Katze Nummer 22“ (das war nicht ironisch gemeint)

Womit sie anfing, uns jede Katze persönlich vorzustellen, na das konnte ja dauern.

Ich: „was machst du denn mit ihnen, wenn du mal wegfährst?“
Sie: „ach, das lasse ich einfach auf mich zukommen und entscheide es dann, wenn es soweit ist. Lasst mich euch mal zeigen, wo die Katzen leben.“
Auf dem Weg: „Das ist ein großer Akt der Liebe, den ihr vollführt, das finde ich ganz toll von euch.“

Da werde ich dran denken, wenn ich nächstes Mal wieder eine aus dem Müll gefischte Katze an den Mann zu bringen habe – das wird als Akt der Liebe verkauft! Kommt bestimmt viel besser an!

Wir kamen also an ihrer Hausseite an, wo eine Art Futterplatz war und es ziemlich stank.

Sie: „komisch, die Katzen laufen alle vor euch weg.“

Fand ich ja jetzt irgendwie ganz normal, die Katzen. Die meisten sind einfach geblieben, wo sie waren und andere gingen einfach etwas weiter weg und schauten aus sicherer Entfernung zu.

Wieder sie: „dieser Kater ist gerade kastriert worden, und jene Katze wird morgen kastriert…“

Bevor ich mir nun die Lebensgeschichte jeder Katze anhören musste, dachte ich, nix wie weg hier. Dann sprach sie Lydia an: „Möchtest du mir dein Katzenbaby vorstellen?“

Lydia hatte nur leere Sprechblasen über ihrem Kopf. Aber sie setzte die Katze ab, damit sie sich umschauen konnte.

Auf dem Weg zurück zum Auto sagte die Frau: „Wenn du eine Emailadresse hast, kann ich dir von ihr auch Fotos schicken“
Ich (leicht verwundert): „du hast doch meine Emailadresse“
Sie: „ich meine deine Tochter“
Ich: „meine Tochter hat noch keine eigene Emailadresse“ (sie ist grad 7 geworden, aber vielleicht ist das ja in Amerika anders…)

Ihr dürft das jetzt also auch meine nachmittägliche Suche nach Verrückten – oder sagen wir mal, mit mir nicht kompatiblen, denn das ist ja sicher Ansichtssache -, als Akt der Liebe ansehen. Habe ich jetzt einfach mal so spontan locker beschlossen.

Skurriles

So, ich muss jetzt mal rekapitulieren, in letzter Zeit sind diverse Dinge passiert, die ich nicht aufgeschrieben habe und chronologisch nicht mehr auf die Reihe bekomme.

Fangen wir einfach mal von hinten an. Ich bin immer noch im Hotel und die Chancen stehen gut, dass ich eine der letzten bin, die gehen wird. Ein Kollege hat gestern gerade sein eigenes Grab geschaufelt, indem er den Chef beklaute, als ich nicht da war, um die Checkout-Einnahmen gewissenhaft zu verwalten – leider hatte mich ein böser Magen-Darm-Virus außer Kraft gesetzt. Der Chef war auch ein paar Tage nicht da und kam heute wieder. Den Täter überführte er aber gleich ohne Probleme – “er sitzt da mit hochrotem Kopf in der Cafeteria – να ο κλέφτης ! – na der Dieb!”

Der Dieb hat neulich auch angekündigt, unter die Gewalttäter gehen zu wollen – anscheinend strebt er eine neue Karriere an -, und nicht ohne Genugtuung würden auch andere mit ansehen, wie er unseren verhassten anderen Kollegen wie angekündigt “verhaut, bevor er geht”. Mit dem meine Lieblingsputzfrau, die Russin, und ich neulich lautstark Streit hatten. Das heißt, er hat sie beschimpft, sie hat zurück geschimpft und ich bin mit eingestiegen. Auf die Ankündigung des Diebs, auch für sie ein paar Schläge loszuwerden meinte sie “na das kann ich auch ganz allein, wenn ich möchte”. Das glaube ich auch ohne Zweifel, mit der möchte man nicht Streit haben.

Die andere Putzfrau, Bulgarin, bot mir ihren “sehr starken Mann” zur Hilfe an, als sie hörte, dass ich neuerdings einen Stalker habe, der mir das Leben schwer macht. Sie würden jederzeit kommen und helfen, sagte sie. Wie genau, habe ich mich nicht getraut zu fragen, aber bei “großem und starken Bulgaren” habe ich schon gewisse Vorstellungen, und es könnte ja nützlich sein, sich das warmzuhalten, weiß man’s? Man sieht also, es zahlt sich aus, mit allen Leuten ein gutes Verhältnis zu haben.

Aber natürlich kann man nicht mit jedem ein gutes Verhältnis haben. Der zu verhauende Kollege ist einfach nur übel, und die Kampflesben sind letzte Woche abgereist, was unser Hotelsklave, der Pakistani, und ich mit imaginärem Champagner gefeiert haben. Ich habe selten jemanden so strahlen sehen wie ihn an ihrem Abreisetag. Und seitdem gehe ich auch viel lieber zur Arbeit. Sicher ist euch oben aufgefallen, dass ich schrieb, die Chancen “stehen gut”, dass ich bis zum Schluss bleibe – wer darüber gestolpert ist, Gratulation. Nun ist nämlich nicht nur das Arbeiten viel angenehmer, sondern auch alles Geld, was jetzt noch reinkommt, ist willkommen, da wir zum 01.11. umziehen. Ja, mit der neuen Wohnung hat es geklappt. Wir wohnen demnächst mitten in Parikia und doch im Grünen, 1km von Lydias Schule entfernt und 500m von ihrem Ballett. Da kann die Lydia demnächst also sogar zu Fuß hingehen, wenn die Mama wie tot mit Magen-Darm im Bett liegt und nicht in der Lage ist, sie da hinzufahren.

Das war’s dann auch für heute – nur mäßig spannend, ich weiß, aber ich musste doch mal wieder von mir hören lassen!

“Our parents had the same concerns”

Ich habe ja in letzter Zeit desöfteren meinen Unmut über Menschen hier kundgetan. Ihr seht ja, bzw. lest einen Ausschnitt davon, wieviel “menschlicher Müll” mir täglich begegnet.

Andererseits gibt es aber auch wieder die besonderen Menschen. Und derer gibt es in meinem Leben erstaunlich viele. Wie viele liebe, tolle, herzliche, unterstützende, positive, spannende, intelligente, anregende und einfach gute, nicht böse Menschen darf ich meine Freunde nennen, sowohl hier vor Ort als auch in aller Welt. Es sind nicht mal nur meine “besten Freunde”, mit denen ich dauernd zu tun habe, es können zum Beispiel auch anteilnehmende Facebook-Freunde sein, die mir tolle, positive Impulse geben. Die ich nicht mal besonders gut kenne, wo aber trotzdem ein kleines, aber schönes Band entsteht. Oder Menschen, denen ich einmal begegnet bin – begegnet im wahrsten Sinne des Wortes -, und mit denen ich heute noch offenen, warmen Kontakt halte. Oder meine englischen oder irischen Freundinnen, mit denen ich mir gestern die Nacht um die Ohren geschlagen habe (mit 31 darf man das ;-) ), die mich so zum Lachen bringen, dass ich mich wundere, wie ich, äh wie drückt man sich hier elegant aus, geht glaube ich nicht, den Abend überlebt habe, ohne mir in die Hose zu machen. Andere, die immer in Krisenzeiten plötzlich zur Stelle sind, und die ich Tag und Nacht anrufen dürfte. Oder oder oder. Es gibt so viele tolle Menschen auf der Welt, das darf man nicht vergessen. Und ich habe das Glück, sehr viele davon zu kennen.

Morgen Abend werde ich wieder neue Menschen kennen lernen, und ich bin ganz gespannt. Kunden, die über mich ein Zimmer gebucht haben, wo sich schon im Vorfeld ein interessanter Dialog entwickelt hat. In diesem Fall geht es um ein Pärchen aus Deutschland, eine Deutsche und ihren Partner, einen Griechen, der in Deutschland lebt, aber im Sudan aufgewachsen ist. Wo er geboren wurde, habe ich vergessen, aber wir haben in diesem Dialog festgestellt, dass wir beide “made in Africa” aber für die Geburt in europäische Länder ausgeflogen worden sind. Wie er so schön zusammenfasste “our parents had the same concerns”. Ich glaube, es ist sehr selten, dass man jemanden kennen lernt, der SO ETWAS mit einem gemeinsam hat. Und die ganzen Email- sowie SMS-Kontakte waren so erfrischend, dass ich sehr gespannt bin.

Vielleicht ist das auch wieder der Beginn einer Freundschaft. Ich werde nie vergessen, wie eines Tages ein Pärchen in meiner damaligen Pension “Sakis Rooms” vor mir stand und zu mir sagte “Sind Sie Frau Blair?”. Allein aufgrund eines einzigen von mir verfassten Artikels: Eine Katze erzählt beschloss man im fernen Plankstadt, sich auf den Weg zu machen und mich kennen zu lernen. Zum Glück! Das war 2002 und seitdem sind sie Menschen, die aus meinem Leben einfach nicht mehr wegzudenken sind.

Also werde ich die 70% Idioten morgen Vormittag einfach ignorieren, sind ja auch nur noch 7,5 Wochen in etwa, mich riesig auf den Abend freuen und im Notfall meine neue Strategie anwenden. Am Samstag war ich einfach so penetrant freundlich und liebenswert zu allen, sogar den nervigsten Leuten, dass jeder Widerstand zwecklos war!

Dann wünsche ich mal gute Nacht und ab morgen eine gute Woche!