Besuch bei der Polizei II

Es ist offenbar rein prinzipiell nicht möglich, in Griechenland NAMEN richtig zu schreiben.

Ich erinnere mich noch an die Zeit, als ich bei der Krankenkasse unter “Alison Martina” registriert war und keinen Nachnamen hatte (bis ich mal einen hysterischen Anfall hatte und darauf bestand).

Heute sollte ich Lydias Pass mit dieser Version ihres Nachnamens absegnen: Belanian Mpler

Ich weigerte mich aber, worauf die Erklärung des Polizisten folgte, das SEI die Schreibweise des Nachnamens in lateinischen Buchstaben, weil es doch aus dem Griechischen übersetzt werden müsse. Was natürlich nicht stimmt, denn Blair kommt aus dem Schottischen und muss ja erst ins Griechische übersetzt werden, und das MP kommt ja daher, dass es auf Griechisch kein B gibt. Als ich wieder nah dran war, einen hysterischen Anfall zu bekommen, schritt Lydias Vater ein und VERSUCHTE diesem Mann zu verklickern, dass er ihren Namen ja nur so zu schreiben brauche, wie er in ihrem ersten Pass steht (den er vorliegen hatte).

Gut, nun heißt sie “Belanian Blair”, was auch wieder nicht stimmt, denn es fehlt der Bindestrich, aber mehr konnte ich nicht hinkriegen ohne Gefahr zu laufen, meine Gesundheit ernsthaft zu gefährden. Und ob Lydia MIRIAM mit y oder i geschrieben wird, da konnte ich mich nicht auch noch drum kümmern.

Warum ich mich so anstelle? Könnte man nicht einfach schmunzeln und es hinnehmen, EGAL, wie sie ihren Namen schreiben?

Nein, denn ich erinnere mich an eine Auseinandersetzung in Deutschland, als wir mit Lydia beim Arzt waren und man dort beim besten Willen nicht nachvollziehen konnte, dass die Person mit dem Pass und dem komplett anders geschriebenen Namen auf der europäischen Krankenkassenkarte ein und dieselbe Person waren…

REISEN tu ich sicherheitshalber besser mit unseren beiden DEUTSCHEN Pässen ;-)

Besuch bei der Polizei

Lydias griechischer Pass ist abgelaufen.

Netterweise hat sich ihr Vater schon um die Vorarbeiten gekümmert, Geburtsurkunde beglaubigen lassen, Fotos gemacht, die Gebühren bezahlt, sowas halt. Und herausgefunden, dass man den Pass bei der Polizei beantragt.

Ausgerüstet mit allem, was ich dafür nun zu brauchen glaube, gehe ich gestern zur Polizei. Die Unterhaltung mit dem dortigen Beamten verläuft ungefähr so:

WO KOMMEN SIE HER?

Aus Deutschland.

UND DER VATER?

Der ist Grieche.

WO IST DER VATER?

Sie meinen, jetzt im Augenblick?

JA.

Also ich schätze, irgendwo hier im Ort.

UND WO IST DAS KIND?

Äh, also, in der Schule.

WIE GROSS IST DAS KIND?

Äh, also etwa ein Meter 10.

SIND SIE DA GANZ SICHER?

Äh, na ja, also letztes Mal…

SIE MÜSSEN MORGEN WIEDERKOMMEN. ZUSAMMEN MIT DEM KIND UND DEM VATER.

Morgen ist Samstag, sind Sie dann hier?

VON 9 BIS 13 UHR, TÄGLICH.

Ah ok, dann bis morgen.

So ein Aufwand für einen Pass…

Die Hunde waren thrilled

heute Morgen bei unserem ersten so richtig langen Winterspaziergang am Strand. Ok,bei 25°C, aber trotzdem… für mich war es ein Winter-wenn-ich-grad-Lydia-zur-Schule-gebracht-habe-Hundespaziergang.

Sie waren richtig verzückt, aufgeregt, freudig erregt. Oder wie übersetzt man genau das passende Wort “thrilled”? Sehr süß waren sie auf jeden Fall.

Was weiß man, was reimt man

sich zusammen?

Diese Frage stelle ich mir seit meinem Besuch bei der Feuerwehr heute Früh.

Ich musste wegen des Feuers im Hotel letzten Samstag eine Zeugenaussage machen. Nachdem geklärt war, dass ich KEINER Religion angehöre und der Cheffeuerwehrmann das betreffende Formular endlich gefunden hatte (kommt wohl nicht so häufig vor), konnten wir loslegen. Am Anfang musste genau herausgestellt und notiert werden, wer ich bin, woher ich komme, wie meine Eltern heißen (das übliche halt), wie gut ich Griechisch verstehen, lesen und schreiben kann, seit wann ich in dem Hotel arbeite und als was, wann ich das Feuer entdeckt hätte und was ich dann genau getan hätte, ob ich gewusst hätte, dass die Oma drin war, als das Feuer statt fand, und dann gingen die wichtigen Fragen los.

Ob ich gewusst hätte, dass die “Oma” dort lebte, zum Beispiel? Hab ich das gewusst? Gute Frage. Ich hab sie so ca. 2-3x gesehen, den Rest hat man mir gesagt. Heißt das, ich WUSSTE das?

Wie denn der Sohn der “Oma”, der Eigentümer des Gebäudes, sich benommen hätte? Allgemein war er wohl etwas verwirrt, aber wenn ich nur die reinen Fakten betrachte kann ich nicht sagen, dass er mir so irre vorkam.

So macht man sich ein Bild von etwas, das keinesfalls der Wahrheit entsprechen muss. Genau genommen.

Wer von meinen Freunden also zur Zeit von mir verdächtigt wird, eine Affäre zu haben, für den gilt im Moment also “im Zweifel für den Angeklagten” ;-)

Herr gib mir bitte niemals

eine Waffe.

Ich könnte schon wieder komplettausrasten.

Lydias Vater bringt Lydia zum Bus, heute das erste Mal. Er sagt dem Busfahrer “sie soll in Aliki bei den Tennisplätzen aussteigen, dort wartet ihre Mutter auf sie”.

Der Bus kommt, fährt langsamer, der Fahrer schaut mich an, grinst, ich winke… und er fährt weiter.

Ich bin mit den Hunden dort, gehe schnell nach Hause, hol das Auto, fahr zur nächsten Haltestelle, keine Lydia. Frage den Kioskbesitzer, wo der Bus denn hinfährt. Nach Angairia und dann nach Parikia zurück. Da wo sie herkommt.

Ich rufe Lydias Vater inzwischen zum 2. Mal an, er soll zur Busstation gehen und die Mobilnummer dieses Fahrers herausfinden. Ruft ihn an, Lydia wird daraufhin zu unserer Haltestelle zurückgebracht (in Angairia ist sie umgestiegen).

Er sagt zu Lydias Vater: er hätte mich nicht erkannt. Wie denn auch? Er kennt mich ja auch gar nicht. Aber ich war der einzige Mensch weit und breit dort, ist das so schwer zu kombinieren, dass ich auf dieses Kind warte???? Oder ist er daran gewöhnt, dass Frauen ihm an den Bushaltestellen zuwinken? Also ein Brad Pitt war er jetzt nicht gerade…

Kein Mensch kann so dumm sein, oder?

Er hätte Lydia wohl noch gefragt: hat deine Mutter 2 Hunde?

Ich glaube, Lydia hat’s irgendwie nicht so mit dem Bus fahren…

Vorahnungen

Heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit ging ich an unserem Zweitgebäude vorbei, dort wo der Eigentümer (der “Verrückte”, um die 70) mit seiner Mutter (um die 90) in einem abgetrennten Teil des Gebäudes hauste. Vermutend, dass sie dort als eine Art Messies wohnten, obwohl ich selbst nie drin gewesen war. Das ist der Mann, der dem Hotel dauernd die Handtücher klaut. Dann kam mir der Gedanke: ob wir es wohl überhaupt merken würden, wenn die alte Frau mal sterben würde?

Und ein Mietwagen war vor dem Hotel so weit in der Mitte der Straße geparkt, dass ich mir dachte: wenn die Feuerwehr hier vorbei muss, dann wird es eng. Wie gut, dass das sehr unwahrscheinlich ist.

Als ich in die Cafeteria kam bemerkte ich einen leichten Geruch und direkt nebenan waren sie mit diesen Presslufthammern zugange, da hab ich mich wieder gefreut, dass frühmorgens so ein Lärm ist und die Gäste geweckt werden. Es roch wie verbrannter Teer. Irgendwie wurde der Geruch dann immer stärker, was mich etwas verwunderte, aber dann kam die Putzfrau äh Raumpflegerin hoch und machte mir wilde Zeichen, dass wir dringend den Chef wecken müssten. Sie zeigte nach draußen, und da wurde mir klar, dass der Geruch von Feuer kam, da dunkler Rauch durch die Fensterläden unseres Nebengebäudes drang. Das sah ernst aus. Wie gut, dass der Teil des Hotels bereits geschlossen war.

Also Chef geweckt und nebenbei Feuerwehr angerufen, da liefen zwar draußen schon etwa 10 Männer, ebenso der Hotelbesitzer von gegenüber, rum, aber es hatte wohl keiner die Feuerwehr angerufen, obwohl die Hälfte der Leute ein Handy am Ohr hatte.

Mein Chef, der Held, stürzte sich gleich rein und holte die Mutter des Eigentümers heraus, die aber leider schon tot war (der “Verrückte” meinte nur “warum die Mühe, sie ist doch tot”). Zumindest glauben wir das, sagte er das, sicher bin ich aber nicht, da der Krankenwagen bereits zu einem anderen Fall unterwegs war und etwa eine Stunde später eintraf. Ich hoffe, dass ich nie dringend mal den Krankenwagen brauche…

Na ja jetzt weiß ich zumindest, wie es aussieht, wenn es bei einem Messie brennt.

Und euch wünsche ich noch ein schönes Wochenende…

Feuer im Hotel

Feuer im Hotel

Feuer im Hotel

Feuer im Hotel

Feuer im Hotel

Geschützt: Teil 3 (Emails)!

Jetzt weiß ich schon gar nicht mehr, für welches Angebot ich mich entscheiden soll…. (dieses kam heute) ;-)

Liebe Martina,

ich erlaube mir, Sie aus folgendem Grund anzuschreiben:

Ich bin Redakteurin und arbeite für eine internationale TV-Produktionsfirma („Eyeworks Entertainment GmbH“) mit Sitz in Köln, Nordrhein-Westfalen.

Für unser Format „Goodbye Deutschland – Die Auswanderer“ für den Fernsehsender VOX, suchen wir momentan Familien, aber auch Singles, die aus Deutschland ausgewandert sind und sich eine neue Existenz im Ausland aufgebaut haben.

Vielleicht haben Sie ja Interesse und gewähren uns für drei bis vier Tage einen Einblick in ihr Leben.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ich Ihnen nähere Auskunft über das Projekt erteilen könnte.

Viele Grüße aus Köln,