Hit the road, Jack!

Morgen ist es soweit; wir werden uns wieder auf den Weg begeben. Diesmal in umgekehrte Richtung. Am 11.08. sind wir in Frankfurt/M gelandet, und morgen, am 24. August, geht es nach Paros zurück, um dann endgültig Abschied zu nehmen.

Wir haben hier verrichtet, was zu verrichten war und dabei ganz viel Glück gehabt. Eine wunderschöne Wohnung gefunden – die Vermieterin hat sogar eine Woche auf mich gewartet, bis sie uns traf und entschied, dass sie uns die Wohnung geben würde – wir können übrigens beide Hunde mitnehmen und die 2 Katzen, die wir behalten, und auf den Mietvertrag musste ich auch keine 9 Monate warten -; meine Möbel haben wir aus Köln schon abgeholt und in der neuen Wohnung schon unterstellen dürfen, ein Auto habe ich gekauft, für meine Freunde die Einkaufslisten abgearbeitet; wie schön, dass mein Job auf mich wartet – soviel zu “in Deutschland hat keiner auf dich gewartet” – und nun geht es, wieder mal ein paar Freunde unterwegs abklappernd, in Etappen über Nürnberg, München und Italien zurück.

Mit gemischten Gefühlen; dort werde ich alle losen Enden aufnehmen müssen, mein Auto verkaufen, die Wohnung auflösen, einige Behördengänge verrichten, mal nebenbei für einen Reiseführer schreiben – einer meiner neuen Nebenjobs übrigens -, und und und. Am schwersten wird es uns natürlich fallen, uns von allen lieben Menschen zu verabschieden. Aber ist das nicht ‘the story of my life’? Mein ganzes Leben habe ich mich von Menschen, die mir ans Herz gewachsen waren, verabschieden müssen. Heute gibt es zum Glück das Internet, da kommt einem die Welt kleiner vor, und die Entfernungen sind überbrückbarer.

Damals, als ich nach Paros ging, habe ich viele, viele Menschen zurückgelassen und schmerzlichst vermisst, jahrelang. Nun wird es umgekehrt sein, und ich bin gesegnet mit Freunden, die mich hier mit offenen Armen wieder aufgenommen haben, so selbstverständlich, als hätte man sich gestern erst zum Kaffee gesehen. Unterstützt haben sie mich, wo es nur ging – was mich zu der von einigen beanstandeten Behauptung verleitete, ohne meine Freunde wäre ich ein Nichts. Ob sie uns in ihrem Hause haben wohnen lassen, mir beim Autokauf halfen, sich für mich Wohnungen anschauten, mir beim Möbel schleppen halfen, mich aus der Ferne positiv unterstützten und mit Rat und Tat zur Seite standen, und und und, ohne sie hätte ich das alles nicht in so kurzer Zeit hingekriegt, und dafür bin ich sehr dankbar. Sogar der nette *Vor*mieter meiner Wohnung hat mit angepackt, überhaupt waren hier alle Leute so unglaublich nett zu mir – zeitweilig hatte ich den Verdacht, auf meiner Stirn klebte ein Schild, auf dem stünde “bitte besonders nett sein”.

Überhaupt macht Deutschland einen wahnsinnig guten Eindruck auf mich, und mein Heimweh nach Paros hält sich stark in Grenzen. Ich freue mich auf neue Horizonte, darauf, alle meine alten Freundschaften wieder aufleben zu lassen und Menschen, die ich jahrelang vermisst habe, um mich haben zu dürfen, darauf, mit Lydia und den Hunden in der Natur um unsere neue Wohnung herum spazieren gehen zu können und na ja, vieles mehr, aber ich will euch ja nicht langweilen.

Nun will ich euch mal “adé” sagen. Die Nächte sind nach wie vor schwer – fast jede Nacht fragt mich jemand im Traum “wo ist Chris” und ich antworte, es immer noch nicht glaubend, vielleicht ist das ja auch der Sinn dieser Träume, “er ist tot”. Weiter kann ich momentan nicht denken.

Alles zu seiner Zeit. Wir melden uns, bis bald.

10 thoughts on “Hit the road, Jack!

  1. Gute Fahrt! :-) Schön zu lesen, dass alles so gut funktioniert. Wie gefällt Lydia Dtl? Ab wann geht sie zur Schule?

    Hoffentlich werden Deine Nächte bald ruhiger. *drück*

    xxx

    LG

    Susanne

  2. Hallo,Martina!
    Du gibst mir wirklich Mut und ich hoffe,auch ich werde es in Deutschland schaffen.Bleibt es noch dabei,das du ein paar Sachen von mir mitnehmen kannst?Du bist meine ganze Hoffnung.Wenn ja,melde dich rechtzeitig,damit ich alles beisammen habe und reisefertig.
    Vielen Dank im vorraus und gute Fahrt Kirsten

  3. Ich wünsch dir viel Glück und alles Gute in Deutschland und Lydia natürlich auch.
    Deine Träume versteh ich nur allzu gut und ich muss mich hier leider den schlechten Neuigkeiten mal wieder anschließen, denn ich hatte am Sonntag nun eine Fehlgeburt und somit nun mein zweites Kind an den Himmel verloren :(

    LG von Emma
    mit Satina und Emilee fest im Herzen

  4. Liebe Martina,
    es war schön Dich mal wieder feste drücken zu können :O).
    Fahrt vorsichtig, habt ganz viel Spaß und kommt gesund und munter wieder.
    Viele sonnige und liebe Grüße aus Fürth,
    Eranie

    P.S. Die nächste EInladung steht, dann aber mit Sightseeing-Tour :O)

  5. Liebe Martina,
    viel Spaß auf deiner – ja, wie soll man sagen? – “Abschiedstour” von Paros. Sicher wird es nicht ganz einfach und auch nicht nur spaßig, aber so wie du deinen Empfang in Deutschland beschreibst, hört sich alles richtig an, wenn man das als Aussenstehende so schreiben kann.
    Viele Grüße!
    Petra

  6. Off-topic zu Lydias Geburtstag ;)

    weil der ja nun auch bald wieder ansteht.
    Punkt 1: würd ich ihr ja gerne auch was schenken, weil ich euch in der ganzen Zeit echt ins Herz geschlossen habe
    Punkt 2: weiß ich aber weder was sie sich vllt. wünscht (ne Idee hätte ich ja vllt), noch wohin ich das dann schicken soll ;)
    Also Martina, wenn ihr daran Interesse habt, schick mir doch einfach mal ne E-Mail an emma-froede89@web.de und dann könn wir da ja mal drüber reden ;)

    LG
    eure Emma

  7. Salve Martina,
    Vielleicht führt mich der Genosse Zufall auf diese Seite, läßt mich all diese Gedanken, Deine Gedanken lesen, teilnehmen.
    Aber gibt es den Zufall überhaupt? Nein, ich denke immer sicherer zu sein, daß es Zufälle nicht gibt. Alles passiert mit einem inneren Sinn, den wir oft nicht gleich,
    oft nie erkennen. Vor nicht sehr langen Jahren ist auch meine innig geliebte Frau in sehr jungen Jahren vor den Thron des Schöpfers gerufen worden.
    Diese Augenblicke sind schwer. Habe mir angewöhnt, mich meistens für die schönen Augenblicke welche ich erleben durfte, zu bedanken. So habe ich mich für die
    Zeit, welche ich mit Joanna hatte verbringen dürfen, innigst bedankt; für die schönen Momente bei allen anderen Menschen, welche Teil meines Weges waren.
    Glaube fest an die Reinkarnation. So sehe ich in allem Festhalten auch sehr viel Egoistisches; denn jenes andere geliebte Geschöpf an unserer Seite ist den Weg gegangen, der ihm vom Schöpfer vorgeschrieben war, in eine für ihn bessere Zukunft. Darüber sollten wir nicht trauern oder traurig sein – ihn im Gegenteil mit Gedanken voller Liebe begleiten und ihm unsere Dankbarkeit zeigen, Dankbarkeit für die wunderschöne reiche Zeit des Zusammenseins mit ihm.
    Mir ist auf meinem Weg vieles scheinbar höchst Seltsame passiert; daß ich diese Zeilen schreibe, einfach so – scheint mir ein wenig in diese Reihe zu gehören.
    Alles Liebe Sergej

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