“Our parents had the same concerns”

Ich habe ja in letzter Zeit desöfteren meinen Unmut über Menschen hier kundgetan. Ihr seht ja, bzw. lest einen Ausschnitt davon, wieviel “menschlicher Müll” mir täglich begegnet.

Andererseits gibt es aber auch wieder die besonderen Menschen. Und derer gibt es in meinem Leben erstaunlich viele. Wie viele liebe, tolle, herzliche, unterstützende, positive, spannende, intelligente, anregende und einfach gute, nicht böse Menschen darf ich meine Freunde nennen, sowohl hier vor Ort als auch in aller Welt. Es sind nicht mal nur meine “besten Freunde”, mit denen ich dauernd zu tun habe, es können zum Beispiel auch anteilnehmende Facebook-Freunde sein, die mir tolle, positive Impulse geben. Die ich nicht mal besonders gut kenne, wo aber trotzdem ein kleines, aber schönes Band entsteht. Oder Menschen, denen ich einmal begegnet bin – begegnet im wahrsten Sinne des Wortes -, und mit denen ich heute noch offenen, warmen Kontakt halte. Oder meine englischen oder irischen Freundinnen, mit denen ich mir gestern die Nacht um die Ohren geschlagen habe (mit 31 darf man das ;-) ), die mich so zum Lachen bringen, dass ich mich wundere, wie ich, äh wie drückt man sich hier elegant aus, geht glaube ich nicht, den Abend überlebt habe, ohne mir in die Hose zu machen. Andere, die immer in Krisenzeiten plötzlich zur Stelle sind, und die ich Tag und Nacht anrufen dürfte. Oder oder oder. Es gibt so viele tolle Menschen auf der Welt, das darf man nicht vergessen. Und ich habe das Glück, sehr viele davon zu kennen.

Morgen Abend werde ich wieder neue Menschen kennen lernen, und ich bin ganz gespannt. Kunden, die über mich ein Zimmer gebucht haben, wo sich schon im Vorfeld ein interessanter Dialog entwickelt hat. In diesem Fall geht es um ein Pärchen aus Deutschland, eine Deutsche und ihren Partner, einen Griechen, der in Deutschland lebt, aber im Sudan aufgewachsen ist. Wo er geboren wurde, habe ich vergessen, aber wir haben in diesem Dialog festgestellt, dass wir beide “made in Africa” aber für die Geburt in europäische Länder ausgeflogen worden sind. Wie er so schön zusammenfasste “our parents had the same concerns”. Ich glaube, es ist sehr selten, dass man jemanden kennen lernt, der SO ETWAS mit einem gemeinsam hat. Und die ganzen Email- sowie SMS-Kontakte waren so erfrischend, dass ich sehr gespannt bin.

Vielleicht ist das auch wieder der Beginn einer Freundschaft. Ich werde nie vergessen, wie eines Tages ein Pärchen in meiner damaligen Pension “Sakis Rooms” vor mir stand und zu mir sagte “Sind Sie Frau Blair?”. Allein aufgrund eines einzigen von mir verfassten Artikels: Eine Katze erzählt beschloss man im fernen Plankstadt, sich auf den Weg zu machen und mich kennen zu lernen. Zum Glück! Das war 2002 und seitdem sind sie Menschen, die aus meinem Leben einfach nicht mehr wegzudenken sind.

Also werde ich die 70% Idioten morgen Vormittag einfach ignorieren, sind ja auch nur noch 7,5 Wochen in etwa, mich riesig auf den Abend freuen und im Notfall meine neue Strategie anwenden. Am Samstag war ich einfach so penetrant freundlich und liebenswert zu allen, sogar den nervigsten Leuten, dass jeder Widerstand zwecklos war!

Dann wünsche ich mal gute Nacht und ab morgen eine gute Woche!

4 thoughts on ““Our parents had the same concerns”

    • Hmmm lieber Gast, aber nicht den Mut, mit eigenem Namen oder echter Emailadresse aufzutreten. Übrigens ist “menschlicher Müll” mit Absicht in Anführungszeichen, nicht aufgefallen?! Heute hatte ich einen echten französischen Nazi in meiner Rezeption, da überkam mich das kalte Grausen und ich fand, der Ausdruck passte 100%, auch ohne Anführungszeichen.

  1. ‘Gast’ hat offenbar noch nicht das Vergnügen gehabt, mit Menschen der Art, wie du Martina sie täglich u. a. erlebst, zu tun zu haben. Wer deinen blog aufmerksam verfolgt, weiß, dass man dir in Sachen Ethik nichts vorwerfen muss und wüßte auch, dass man ohne eine gewisse Portion Humor das Tourismus-Geschäft nicht überleben kann. Man muss sich nicht immer und immer wieder mahnend Jahrzehnte zurückbegeben, wenn man mit Menschen aus Generationen zu tun hat, die damals noch gar nicht auf der Welt waren. Denn darauf spielt dein ‘Gast’ ja wohl an. Unser ‘Erbe’ wird uns ewig anhängen, das ist zu einem ganz großen Teil auch richtig. Wer allerdings jede mit Augenzwinkern versehene Äußerung, die auch nur damit in Verbingung gebracht werden KÖNNTE verurteilt, hat meines Erachtens das Ziel für ein fröhliches und friedliches Miteinander aus den Augen verloren.

  2. erinnerst Du Dich, über Deine Katzengeschichte sind auch wir Beide in Kontakt gekommen!
    So schade, das wir uns in diesen Jahr nicht gesehen haben.
    Im Übrigen ermuntert mich genau dieser Artikel auch wieder mehr auf die positiven Aspekte/Menschen die einem begegnen zu achten. Auch wenn das negative meist wesentlich deutlicher hervortritt.

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