Mit Madeleine im Hinterkopf

Letzte Nacht habe ich geträumt, ich hätte Madeleine gefunden. Bei uns am Strand stand sie plötzlich vor mir, und ich erkannte ihr typisches Augenmerkmal. Panik erfasste mich. Was sollte ich tun? Das Kind ansprechen? Das Kind schnappen und wegrennen? Heimlich die Polizei anrufen? Würde die Polizei überhaupt kommen und wissen, worum es ging? Gedanken, die mir im Traum durch den Kopf gingen.

Ich frage mich, welche Sprache sie wohl sprechen und ob sie noch auf ihren Namen hören würde. Ob sie eines Tages vielleicht wirklich auftaucht und wir erfahren, was mit ihr passiert ist.

Überhaupt ist Madeleine immer in meinem Hinterkopf. Ich mag Lydia nicht allein zuhause lassen und einmal mit den Hunden um den Block gehen, weil ich das Bild vor Augen habe, wie dieses Kind wegkam und nie wieder auftauchte. Wie tragisch für die Familie. Überhaupt mag ich Lydia ungern aus den Augen lassen. Aber man muss sich vorhalten, dass man nicht immer alles kontrollieren kann. Eine von vielen Lebens(lern)aufgaben.

2 thoughts on “Mit Madeleine im Hinterkopf

  1. Hallo Martina, mir geht’s mit den Kindern genauso wie Dir, am liebsten würde man immer auf sie aufpassen! Aber meine sind ja schon etwas älter (9 und 13), und ich musste lernen, dass das nicht geht. Und trotzdem, die Sorgen hören nie auf! Stina ist derzeit mit ihrer Freundin (und deren Eltern, immerhin) an der Nordsee zelten – sofort fällt mir ein, was alles passieren kann (die Freundin surft, Stina hat das noch nie gemacht, wenn sie das nun ausprobiert und vom Brett fällt und das an den Kopf kriegt… und überhaupt, ist es nicht viel zu warm um im Zelt zu schlafen??!). Jonathan habe ich gestern in ein Kinder-Ferien-Camp bei Hannover gebracht, er ist zum ersten Mal so lange (1 Woche) weg. Passen die Betreuer auf ihn auf? Die sind alle noch mehr oder weniger jugendlich, wissen die, was für seltsame, gefährliche Ideen 9jährige Jungs haben?? Und beim Ausflug in den Serengeti-Park, achtet jemand darauf, dass er sich im Karussel anschnallt??? Du siehst, auch ich mache mich manchmal verrückt, aber es nützt alles nix. Familien, die ich kenne, haben Kinder durch Unfälle verloren, bei denen die Eltern sozusagen daneben standen und ein winziger Moment der Unaufmerksamkeit reichte. Oder man passt immer auf und dann wird das Kind sehr krank – trotz gesunder Ernährung, Fahrradhelm, Knieschützern beim Skaten, Kindersitz im Auto. Es liegt einfach nicht in unserer Hand. Täglich versuche ich, mir das zu sagen! Und je älter sie werden, umso mehr muss man loslassen. Diese Woche sah ich die 15jährige Tochter von Bekannten mit ihrem älteren Freund auf dem Motorrad. Wie hält man das als Mutter aus?? Wahrscheinlich so wie alles andere aus: man hofft, dass da einer ist, der über sie wacht. In diesem Sinne, ich wünsche Dir einen schönen Sonntag! Ich lese übrigens fast täglich auf Deiner Seite und wünsche mir manchmal, wir könnten mal wieder über so vieles quatschen! Liebe Grüße! Catja.

  2. Liebe Catja, Danke für deinen Kommentar. Ich bin erleichtert zu lesen, dass es dir (und vermutlich auch anderen Müttern) genau so geht. Heute ist Lydia mit ihrer Freundin auf einer Yacht unterwegs und auch da habe ich mir kurz vorübergehend vorgestellt – unwillkürlich, das kommt von allein -, was alles passieren könnte (zum Beispiel was ist, wenn sie ins Wasser fällt und keiner es merkt???). Ich werde im Winter mehr Zeit für Kommunikation haben und freue mich schon auf unseren Austausch. Vielleicht komme ich ja sogar mal nach Deutschland!
    Alles Liebe und genieß die Ruhe vor deinen Kindern ;-)
    Martina

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