Putzfrauenterror

Und ich dachte, früher hatte ich es schwer, mit nur EINER Putzfrau.

Heute habe ich (Gott sei Dank nicht als Chefin!) mit 4 Putzfrauen zu tun, und die sind alle so unterschiedlich wie es Menschen gibt.

Die eine war super, hat in der gleichen Zeit 3x so viel geschafft wie die anderen. Leider musste sie abreisen, weil ihr Sohn einen Unfall hatte. Sie hat sich bis heute nicht gemeldet.

Die andere ist fleißig und man hört und sieht sie kaum – aber alles ist, ohne Probleme, binnen kurzer Zeit erledigt.

Die andere ist bildhübsch und sehr freundlich und kooperativ, so schaut man gern über ihre Langsamkeit hinweg (schlurf, schlurf den Gang entlang…).

Die dritte im Bunde ist ein Arbeitspferd und ackert – und denkt sogar mit.

Die vierte macht alle wahnsinnig. Sie ist 40 Jahre alt, wie ich also, sieht aus wie 50 und benimmt sich wie eine Zweijährige. Eine Zweijährige mit Fahne. Braucht wahnsinnig viel Aufmerksamkeit. Heult, wenn sie einen nackten Mann sieht (aus Versehen in ein vermeintlich leeres Zimmer gegangen). Heult, wenn sie zuviele Check outs hat. Heult aus jedem Grunde. Versteht jeden Tag dieselben Sachen nicht. Sie könnte einem eigentlich leid tun, aber das Mitleid hält sich irgendwie in Grenzen, auch wenn ich versuche mir vorzuhalten, dass auch ich manchmal Probleme habe.

Gestern hat sie mich total verrückt gemacht, und als ich mich nach Feierabend mit umgehänger Tasche und Sonnenbrille auf der Nase umdrehte und sie wieder vor mir stand, da tat ich etwas, was man eigentlich nicht tut – ich ergriff die Flucht und bat die Kollegen, sich bitte um diesen Fall zu kümmern.

Man würde ja eigentlich nicht denken, dass Zimmer putzen so schwer sein kann, aber es ist eine never ending story. Ich könnte allein über meine Putzfrauenerfahrungen in Griechenland Bücher füllen. Jetzt das 13. Jahr im Hotelwesen auf Paros. Habe ich euch eigentlich schon von der magersüchtigen, von ihrem Mann misshandelten und den Gästen den Ouzo wegtrinkenden Putzfrau erzählt??? Die davon abgesehen die beste von allen war…?

3 thoughts on “Putzfrauenterror

  1. Yiasou Martina,
    ich lese gern und oft in Deinem Blog, weil er meist soo normal, informativ und wenn es angebracht auch sehr humorvoll ist. Schade, daß daß dann in letzter Zeit immer mehr Menschen aus Deiner Nähe absolut be- bzw. abgewertet werden und alle Welt es hier zu lesen bekommt.
    Vielleicht ist es Dir nicht so bewußt, ich möchte es daher einfach einmal an Dich weitergeben, wie ich es sehe. Vor allem heute nach diesem Bericht.
    Deine Kollegin ist keine Putzfrau eigentlich, sondern ein Mensch, der als Putzfrau arbeitet. Wie oder wie es Dir gefällt, ist die eine Sache …. aber würdest Du gern so etwas über Dich lesen. Jeder Mensch hat s e i n Drama und seine Geschichte und haben Dich nicht auch Menschen weinen gesehen und nicht verstanden warum? Sorry, ich kenne die Frau nicht, aber es tut weh, solche platte Verurteilung mitzubekommen. Wie Du weißt, hat jeder Mensch, der Dir begegnet auch etwas mit Dir selbst zu tun. Also will Dir das etwas sagen, was Dich auch angeht. Du schreibst, Dein Blog dient auch durch Dein Schreiben der Selbstentwicklung. Wichtig ist das Hingucken, warum regt mich gerade diese Frau so auf? Du kommst bestimmt dahinter.
    Eins ist auch klar, das was uns am meisten aufregt an dem Anderen, genau da geht der Weg lang …. wie auch immer (selbst bei Deinem Horrorbesuch).
    Noch ein wichtiger Gedanke liegt mir im Sinn. Wir erreichen mit unseren Websiten viele viele Menschen. Das Internet macht es möglich – damit auch sehr behutsam mit umzugehen.
    Ich weiß, die Hitze, die Arbeit, die Sorge um das tägliche Brot…. haben aber die Kollegen auch. Jeder in seiner Art, guck doch mal dahinter. Nichts für ungut, ich wünsch Dir ein entspannendes Wochenende und eine schöne friedliche nächste Arbeitswoche
    ganz liebe Grüße
    Annette

  2. Liebe Annette, das ist mir durchaus bewusst, und ich schreibe ja selbst, dass ich anders fühlen MÜSSTE, in diesem Satz: Sie könnte einem eigentlich Leid tun, aber das Mitleid hält sich irgendwie in Grenzen, auch wenn ich versuche mir vorzuhalten, dass auch ich manchmal Probleme habe. Sorry, wenn mein Blog bei dir Unmut auslöst, aber ich sage ja schon selbst “Dieser Blog dient meinem Mitteilbedürfnis, meinem Schreibbedürfnis und der Verarbeitung meiner Gedanken, Sorgen und Probleme – dies ist meine eigene Art, mich schreibend weiterzuentwickeln.” Und ich freue mich immer wieder über Kommentare wie deine, damit ich mich auch weiterentwickeln und reflektieren kann! Dass eine Putzfrau ein Mensch ist, der als Putzfrau arbeitet, ist mir auch bewusst, aber ich kann ja nicht in jedem Satz schreiben “die Person, die als Putzfrau arbeitet” ;-). Liebe Grüße, Martina
    PS Und mein Blog kann gar nicht normal sein, ich bin doch eine depressive Alkoholikerin, die in die geschlossene Anstalt gehört, wusstest das nicht ;-)

  3. PS @Annette: wenn du mir aufzeigen könntest, wo ich es NOCH mache, wäre ich dir sehr dankbar: “daß dann in letzter Zeit immer mehr Menschen aus Deiner Nähe absolut be- bzw. abgewertet werden und alle Welt es hier zu lesen bekommt.” Ich bin mir da irgendwie keiner Schuld bewusst ;-)

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>